Sonntag, 25. April 2010

SV Böblingen 1 TSG Tübingen 1

Landesliga Württemberg III
Stadion Silberweg, Böblingen
Zuschauer: 150 (-)


In einem gemächlichen Tempo, und um eine fragwürdige Erfahrung in Sachen Frauenfussball reicher, ging es zu Fuss - eine entsprechende S-Bahn-Linie zwischen Böblingen und Stuttgart (S60) soll erst im Juni 2010 wieder in Betrieb genommen werden - zurück nach Böblingen, wo es im Laufe des sommerlichen Nachmittags einen Ernstkampf der örtlichen Landesliga-Fussballer zu sehen gab. Vor etwas mehr als zehn Jahren spielte der SV Böblingen für drei Saisons in der Oberliga Baden-Württemberg, inzwischen wird zwei Spielklassen tiefer gekickt. Der Stadion Silberweg vermag höheren Ansprüchen allerdings problemlos zu genügen: Auf einer Längsseite thront die überdachte Haupttribüne mit zehn (hellblauen) Sitzbankreihen und dem (weissen) Schriftzug "SVB" in der Mitte; auch die gewölbte Dachkonstruktion, die an markanten Beton-Elementen befestigt ist, sorgt für eine Unverwechselbarkeit der weitläufigen Anlage. Auf der Gegenseite verlaufen immerhin noch vier ungedeckte Stehstufen und vereinzelte Sitzbänke.



Nach einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen SVB-Captain Georg "Schorsch" Paetzold (insgesamt 480 Einsätze im Böblinger Trikot!), dessen Sohn heute im Fanionteam spielt, wurde die Begegnung der siebten Spielklasse durch Schiedsrichterin Cohan freigegeben - eine schleichende Feminisierung des Fussballs war heute also sichergestellt. Auf dem grünen Rasen ging Tübigen durch einen satten Freistoss aus 25 Metern mit der ersten Gelegenheit in Führung. Insgesamt wurde es trotz vielen Strafraumszenen auf beiden Seiten allerdings nur selten gefährlich. Eine Ausnahme war eine weitere Aktion der Gäste, als ein Kopfball nach einer halben Stunde nur an die Querlatte prallte. In der 62. Minute hatte auch Böblingen einen Lattenkopfball zu beklagen, doch im Nachsetzen wurde das Spielgerät doch noch zum Ausgleich über die Linie gestochert, was angesichts der heimischen Druckphase nach der Halbzeitpause auch verdient war.



Es sollte schliesslich bis zum Abpfiff beim ausgeglichenen Spielstand bleiben, weil sich beide Mannschaften insgesamt zu viele Abspielfehler leisteten - und somit nur selten in eine optimale Abschlussposition kamen. Vor den Augen des neuen Oberbürgermeisters Wolfgang Lützner brillierte der Böblinger Torhüter zwei Minuten vor dem Ende mit einer Glanzparade gegen einen riskanten Volleyschuss der Turn- und Sportgemeinde Tübingen, deren Spieler fast schon zum Torjubel angesetzt hatten. ACHTUNG: Aufgrund des fehlenden Flutlichts werden allfällige Begegnungen unter der Woche jeweils auf dem direkt angrenzenden Nebenplatz (siehe oben) ausgetragen, dessen Ausbau mit sechs breiten Stehstufen auf einer Längsseite - und einem grünen Sprecherturm - allerdings auch als überdurchschnittlich bezeichnet werden kann.

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