Freitag, 30. Dezember 2011

Huddersfield Town FC 1 Carlisle United FC 1

npower League One
Galpharm Stadium, Huddersfield
Zuschauer: 13962 (634)


Zum Abschluss des Jahres sollte es (natürlich) nochmals auf die britische Insel gehen, wo es vor den Feierlichkeiten zu Silvester noch zwei sehenswerte Grounds in der drittklassigen League One zu besuchen gab. Die Heimstätte von Huddersfield Town, zurzeit nach einem Pharmaproduzenten benannt, ist vollständig mit blauen und roten Sitzschalen bestückt, wobei zwei Tribünen mit zwei Rängen ausgestattet wurden, die durch verglaste Logenplätze voneinander getrennt sind. Dabei ist anzumerken, dass die zweistöckige Hintertorseite "nur" mit einem provisorischen bzw. mobilen Unterrang versehen wurde, um ihn für grössere Events (z.B. Konzerte) entfernen zu können.



Die Anhängerschaft von Carlisle United machte am "Boxing Day" (vor vier Tagen) von sich reden, als mehr als viertausend Supporter der "Cumbrians" zur Auswärtspartie nach Preston pilgerten - obwohl sich der eigene Zuschauerschnitt bei Heimspielen im Brunton Park auch etwa in solchen Sphären bewegt. Eher bescheiden war das heutige Auftreten von Carlisle auf den Rängen; wie auch Huddersfield, dessen "Aktivszene" am linken Ende der Gegentribüne (unweit der Gästefans) auszumachen war, nur selten fähig war, andauernde Gesänge anzustimmen, weil sich jeweils nur wenige Zuschauer zum akustischen Support an diesem kühlen Dezemberabend animieren liessen.



Auf dem Spielfeld produzierte Huddersfield einen typischen Fehlstart - nach einem missglückten Abschlag traf Carlisle schnörkellos zur frühzeitigen Führung. Auch in der Folge leisteten sich die "Terriers" unerklärliche Aussetzer in der Defensive, was die Gäste aber nicht zu nutzen wussten; stattdessen schlugen die Gastgeber aus West Yorkshire wenige Minuten vor dem Seitenwechsel konsequent zu, nachdem sich die Nordengländer selbst einen Ballverlust am eigenen Strafraum geleistet hatten. Im zweiten Durchgang setzte sich die allgemeine Abschlussschwäche beider Mannschaften allerdings fort, so dass die Punkte schliesslich leistungsgerecht geteilt wurden.

Sonntag, 11. Dezember 2011

FC Aarau 3 SC Kriens 1

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 2300 (50)


Das letzte Aarauer Pflichtspiel im Jahr 2011 begann mit einer Schrecksekunde, als es dem Krienser Goalgetter Igor Tadic - ansonsten völlig wirkungslos - schon nach wenigen Minuten gelang, sich das Spielgerät vom heimischen Schlussmann Joël Mall zu ergattern, um mühelos ins leere Gehäuse einzuschieben. Die Lokalmatadoren liessen sich von der Unachtsamkeit ihres Keepers jedoch nicht beunruhigen und vermochten schon wenige Zeigerumdrehungen später durch einen sehenswerten Distanzschuss von Alain Schultz via Innenpfosten auszugleichen. Die Aargauer Dominanz zahlte sich schliesslich nach dem Seitenwechsel aus, als die beiden Torerfolge durch Loris Benito und Moustapha Dabo einen erfreulichen Jahresabschluss sicherstellten. Bemerkenswert war, dass es zum ersten Mal (!) unter Cheftrainer René Weiler mehr als zwei eigene Treffer zu bejubeln gab.



Auf den heimischen Rängen war als Intro eine Blockfahnen-Choreographie (in oranger Farbe) zu Ehren des fünfundzwanzigsten Geburtstages des Fanclubs "Adler 86" zu bestaunen. Die Abbildung zeigte einen Adler mit Jubiläumsfahne, der eine Backsteinmauer durchbricht. Dies wurde begleitet durch ein Spruchband mit der Aufschrift "1986 - 2011", wo wiederum zwei Adler mit jeweils einer Bierflasche zu sehen waren, die das Logo des Kantons bzw. des Vereins trugen. Im Gästesektor wurden derweil - mit personeller Unterstützung aus Schaffhausen - Rauchzeichen abgegeben.



Auch die "Szene Aarau" setzte im Laufe der Begegnung noch zweimal Pyrotechnik ein. Einerseits, um eine Protestaktion gegen Luzern-Präsident Walter Stierli, dessen Konterfei von zwei Fackeln flankiert wurde, mit dem Transparent "Solidarität mit Luzern" zu untermalen. Andererseits auch nach dem erlösenden Schlusspfiff, als ein Dutzend Bengalfackeln als Begleitung des fordernden Spruchbandes "Doreschnuufe - ond denn Rechtig UFSTIEG störme!" genutzt wurde.

Samstag, 10. Dezember 2011

1. FSV Mainz 05 0 Hamburger SV 0

1. Bundesliga
Coface-Arena, Mainz
Zuschauer: 34000 (3000)


Die Komplettierung der 1. Bundesliga war erneut zum Ziel geworden, nachdem der selbsternannte Karnevalsverein aus Mainz in seine moderne Heimstätte an den südwestlichen Stadtrand gezogen war. Der Ground verfügt über vier alleinstehende Tribünen mit roten Sitzschalen, wobei es einen riesigen Schriftzug "Mainz" (Gegenseite) und ein Vereinslogo (Hintertorseite) in Form von weissen Sitzgelegenheiten zu entdecken gibt. Als grosszügig erweisen sich die Stehplätze für die aktiven Supporter (insgesamt 13'800 Stück), so dass sich auch die aufwändige Choreographie zu Ehren eines runden Geburtstages ("10 Jahre Ultraszene Mainz") zu Spielbeginn mühelos umsetzen liess.



Dabei wurde eine riesige Blockfahne mit dem Emblem der Mainzer Ultras hochgezogen, die durch eine Zettelchoreo in den Clubfarben, goldene Fähnchen und weitere Schwenkfahnen (rot/weiss) grösseren Ausmasses flankiert wurde. Eine zweite Blockfahne "10 Jahre" wurde am oberen Ende der Tribüne ausgerollt, um mit dem (unten) platzierten Spruchband "Ultraszene Mainz" zu einer vollständigen Choreographie zu verschmelzen (vgl. Video). Die heimische Fanszene bemühte sich auch akustisch um eine lückenlose Unterstützung, durfte aber nur selten auf Unterstützung des restlichen Publikums zählen, das die Begegnung (leider) eher emotionslos verfolgte.



Dies mag auch am niveauarmen Ballsport auf dem grünen Rasen gelegen haben, was folgerichtig in einem torlosen Unentschieden gipfelte. Die Norddeutschen setzten erste Akzente, als Janssen zweimal aus halblinker Position zum Abschluss kam; nach einer halben Stunde fand auch Mainz besser ins Spiel. Die Unfähigkeit beider Equipen - mitten im Abstiegskampf - setzte sich auch im zweiten Durchgang fort; vor allem die Hausherren vergaben in einer ebenso chancenreichen wie spannungsvollen Schlussphase beste Abschlussmöglichkeiten, wobei sich insbesondere Choupo-Moting - ein gebürtiger Hamburger mit Vergangenheit beim HSV - als Chancentod heraustat.



Die Supporter aus der Hansestadt wussten einige optische Akzente zu setzen: Zu Beginn wurde ein riesiger Doppelhalter mit der HSV-Raute in einem Meer von (weissen) Zetteln hochgehalten, begleitet durch ein passendes Transparent "Wir denken immer nur an das Eine!!!". Weiter oben war die Gruppierung "Poptown" mit einigen Doppelhaltern und Schwenkfahnen präsent, um nach dem Pausentee mehrmals noch blauen resp. orangen Rauch sowie einige Fackeln zu entzünden.

Sonntag, 4. Dezember 2011

FC Locarno 1 FC Aarau 1

Challenge League
Stadio del Lido, Locarno
Zuschauer: 890 (100)


Zurück von der Insel stand auch schon die allerletzte Aarauer Auswärtsfahrt des Jahres auf dem Programm - mit dem (weit) entfernten Zielort Locarno. Eine Hundertschaft Gästefans war in der Sonnenstube der Schweiz ebenfalls zugegen, auch wenn es der "harte Kern" mit der Zeit nicht so genau nahmen und folglich auch erst zur zweiten Hälfte ein anständiges Intro mit Doppelhaltern und Schwenkfahnen zu sehen gab. Auf dem grünen Rasen waren nur wenige Abschlusschancen auszumachen, auch weil sich die Aarauer Defensive als kompaktes Bollwerk präsentierte.



Und in der Offensive zeigte sich Aarau von seiner (ungekannten) effizienten Seite, als Loris Benito eine Freistossflanke von Alain Schultz - durch Remo Staubli per Kopf verlängert - wenige Minuten vor der Halbzeitpause zur Gästeführung über die Linie drückte. Erst eine (vermeidbare) rote Karte gegen Gashi sorgte für eine späte Trendwende, so dass die formstarken Tessiner mit zuletzt nur einer Niederlage in acht Ligaspielen durch Sadiku (in der 82. Minute) doch noch zum Ausgleich kamen und in der Nachspielzeit sogar noch zweimal einen Siegestreffer auf dem Fuss hatten.

Samstag, 3. Dezember 2011

Leeds United FC 2 Millwall FC 0

npower Championship
Elland Road, Leeds
Zuschauer: 27161 (120)


Auf dem Luftweg wurde tagsdarauf der Norden von England erreicht, um ein Heimspiel von Leeds United zu besuchen. Die "Peacocks" (dt. Pfauen) waren nach der Qualifikation für das Halbfinale in der Champions League (in der Saison 2000/01) sowohl finanziell als auch sportlich tief gefallen, haben sich aber nun immerhin wieder in der "Championship" etablieren können. Der Besuch an der Elland Road, einem typischen All-Seater-Ground mit blauen Sitzschalen, war mit vielen Emotionen verbunden, war es doch das erste Heimspiel nach dem Freitod von Gary Speed - zwischen 1988 und 1996 war der walisische Nationalcoach für Leeds United auf Torjagd gegangen und war Teil der Meistertruppe von 1992, zugleich letzter Titelgewinn für den Verein aus West Yorkshire.



An der Statue von William "Billy" Bremner, legendärer Mannschaftscaptain von Leeds United in den 60er- und 70er-Jahren, vor den Stadiontoren nahmen die Zuschauer in Stille - und in einem Meer von Geschenken (siehe unten) - Abschied vom ehemaligen Idol. Umso stärker war die akustische Unterstützung im Laufe der Begegnung - minutenlang wurde für Gary Speed gesungen, wobei auf den Hintertorseiten während der gesamten Spieldauer gestanden wurde. Zwar übertrug sich die Nervosität auf dem grünen Rasen, wo sich beide Equipen bescheiden präsentierten, zeitweise auf die Zuschauerränge, doch die Atmosphäre war von beachtlicher Qualität auf einheimischer Seite.



Andererseits präsentierte sich der Anhang von Millwall als kümmerliches, stillsitzendes Grüppchen, was auch mit den strengen Auflagen bei der Anreise zusammengehangen haben dürfte. Aus Sicht der Hauptstädter gab es an diesem Nachmittag aber sowieso nichts zu jubeln: Nach einer Stunde Spielzeit traf Snodgrass mit einem direkt verwandelten Freistoss aus 18 Metern, nachdem Leeds schon zuvor überlegen aufgetreten war. Nur drei Zeigerumdrehungen später war der identische Akteur mit einem Kopfballtreffer erfolgreich, wodurch auch die Stimmung in Form von lautstarken Gesängen wieder merklich anstieg - und bis zum Abpfiff an diesem denkwürdigen Tag anhielt.

Freitag, 2. Dezember 2011

Crystal Palace FC 1 Derby County FC 1

npower Championship
Selhurst Park, London
Zuschauer: 14338 (448)


Anfangs Dezember ergab sich eine kostengünstige Gelegenheit, um einen Kurztrip auf die Insel - mit zwei Ernstkämpfen und einer Flughafenübernachtung (Gatwick) - zu unternehmen; zumal sich der eigene Verein erst am Sonntag zum letzten Auswärtsspiel des Jahres aufmachen würde. Nach pünktlicher Landung (und kurzer Zugfahrt) war Croydon, ein Stadtbezirk im Süden von London, erreicht. Dort sind die "Eagles", wie sich Crystal Palace - immer wieder für wenige Spielzeiten in der höchsten Liga zu finden - nennt, im altehrwürdigen Selhurst Park beheimatet. Der All-Seater-Ground ist mit seinen vier eigenständigen Tribünen durchaus ein Blickfang, wobei sich eher ältere Konstruktionen (auf den Längsseiten) und moderne Bauten auf den Hintertorseiten abwechseln.



Auf dem Spielfeld trafen zwei aktuelle Sorgenkinder der zweithöchsten Spielklasse aufeinander: Derby County hatte im abgelaufenen Monat fünf Niederlagen aneinandergereiht, während Crystal Palace fünf Ligapartien ohne eigenen Torerfolg geblieben war, aber vor weniger als 48 Stunden mit einem sensationellen Auswärtssieg im Ligapokal gegen Manchester United (2:1 n.V.) auf sich aufmerksam gemacht hatte. Heute kamen die Gastgeber nach einer Viertelstunde durch einen leicht abgelenkten Distanzschuss zum Führungstreffer, den die "Rams" (dt. Widder) nach einem erfolglosen Anstürmen (vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit) schliesslich eine Viertelstunde vor dem Ende zu egalisieren vermochten - unter tatkräftiger Unterstützung eines heimischen Verteidigers, der die Hereingabe von rechts unglücklich in die eigenen Maschen lenkte.



Auf den Zuschauerrängen stach zu Beginn ein von Ordnungskräften abgetrennter Stehbereich der mächtigen, zweistöckigen Hintertorseite - gegenüber finden sich vor allem verglaste Logenplätze - ins Auge, wo sich (englanduntypisch) eine Gruppe Ultras (Holmesdale Fanatics) beim Anpfiff mit einem Dutzend Schwenkfahnen in den Clubfarben und einem Spruchband, deren Inhalt von meiner Position nicht einzusehen war, präsentierte. Leider waren die "standhaften" Fans der Hausherren nur selten in einer ansprechenden Lautstärke zu hören. Ebenso enttäuschend war der Auftritt des Gästeanhangs, wo sich maximal zwei Dutzend Personen am aktiven Gesangssupport beteiligten.

Samstag, 26. November 2011

TuS Lörrach-Stetten 1 FC Wehr 1

Bezirksliga Hochrhein
TuS-Stadion an der Tullastrasse, Lörrach
Zuschauer: 120 (-)


Um sich nur geringfügig bewegen zu müssen, kam ein grenznaher Doppler zum Handkuss. Nur wenige Minuten Fussweg sind es von der Haltestelle Riehen, Grenze zum Ground des Lörracher Bezirksligisten, Der Stadtteilverein kickte vor längerer Zeit (1992/93) auch schon in der Oberliga, was der Spielstätte an der Tullastrasse (oder an der Baslerstrasse - je nach Quelle) insofern anzusehen ist, als dass sie bis zu zwölf überwachsene Stehstufen auf einer Längsseite bieten kann; auf dem mächtigen Graswall sind zudem auch noch Überreste von zurückgebauten Sitzbänken zu entdecken, wo sich in den 80er-Jahren noch Tausende Zuschauer zu den Lokalderbies gegen den FV Lörrach und den SV Weil am Rhein einfanden. In sportlichen Belangen sich hat TuS Lörrach-Stetten durch den Aufstieg aus der Kreisliga via Relegationsspiele ein wenig rehabilitieren können - mit dem ehemaligen Verbandsligisten aus Wehr gastierte heute eine weitere Mannschaft mit "besserer" Vergangenheit in der Grenzstadt.



In den Startminuten schien Wehr völlig überfordert zu sein - im Minutentakt rollten wütende Angriffe der Hausherren auf das gegnerische Gehäuse und prompt ging Lörrach-Stetten schon in der sechsten Minute durch einen Kopfball in Führung. Ein kapitaler Fehler der heimischen Defensive, verbunden mit einem Strafstoss, brachte Wehr aber überraschend zurück ins Spiel. Und sogar noch mehr: Die Gäste scheiterten in der Folge nicht weniger als dreimal (!) an der Torumrandung, während die Gastgeber aus dem spielerischen Übergewicht nur selten gefährliche Abschlussmöglichkeiten zu kreieren vermochten.

SV Herten 1 SpVgg Untermünstertal 5

Landesliga Südbaden II
Sportplatz Herten, Rheinfelden
Zuschauer: 211 (-)


Eine Dreiviertelstunde später stand mit dem abendlichen Heimspiel des Rheinfelder Landesligisten aus dem Stadtteil Herten auch schon der zweite Programmpunkt an. Als Letzter in der Rangliste war der gastgebende Aufsteiger, unterstützt von einem mit Trommel und Tröten bewaffneten "Fanclub" dreier Herren im fortgeschrittenen Alter, aber dringend auf Punkte angewiesen. Dies erwies sich heute als grosse Herausforderung, gelang es Herten doch nur eine Chance in 90 Minuten zu erspielen. Diese wurde durch den Keeper von Untermünstertal zu Nichte gemacht, doch Letzterer schien ein gewisses Mitgefühl für die stark limitierten Hausherren aufzubringen, so dass er selbigen mit einem missglückten Abschlag in des Gegners Füsse doch noch den Ehrentreffer (63.) aus dem Silbertablett präsentierte.



Zu diesem Zeitpunkt lag Untermünstertal aber schon um zwei Längen in Front, nachdem ein Abschluss alleine vor dem gegnerischen Keeper und eine Direktabnahme nach einem Eckball im Laufe der ersten Halbzeit vom Erfolg gekrönt waren. Die Lokalmatadoren leisteten sich kapitale Anfängerfehler im Spielaufbau, was auch einen Platzverweis (Notbremse) kurz vor dem eigenen Anschlusstreffer nach sich zog; schliesslich fiel Herten völlig auseinander und durfte sich beim eigenen Torhüter bedanken, dass es in den finalen Spielminuten "nur" noch drei weitere Gegentreffer hinzunehmen gab.

Freitag, 25. November 2011

FC Thun 4 FC Aarau 0

Freundschaftsspiel
Arena Thun, Thun
Zuschauer: 100 (-)


Eine unverhoffte Gelegenheit, um das neue Fussballstadion in Thun zu kreuzen, ergab sich durch das frühzeitige Ausscheiden der beiden Vereine aus dem nationalen Pokalbewerb, so dass es zu einem freundschaftlichen Direktvergleich im Berner Oberland kam. Der Ground besticht durch eine kompakte, steile Bauweise, die den Zuschauer - mit Ausnahme von wenigen Stehplätzen auf einer Hintertorseite auf grauen Sitzschalen platznehmend - nahe ans Spielfeld rücken lässt. Allerdings hätte eine lieblichere Fassade nicht schaden können, so dass der Neubau in der südwestlichen Thuner Peripherie (äusserlich) doch eher als funktionelle Betonwüste daherkommt.



Einen schlechten Eindruck hinterliessen in den frühen Nachmittagsstunden auch die Schützlinge von Aarau-Cheftrainer René Weiler, dessen Suche nach Akteuren mit verborgenen Talenten auf alternativen Positionen leider nicht von Erfolg gekrönt war - nach 26 Minuten lag Aarau mit vier Toren im Hintertreffen. Auch in der Folge wurde aus neutraler Sicht viel Unterhaltung geboten, nachdem sich Aarau endlich gefangen hatte - doch scheiterte Dabo gleich zweimal freistehend vor dem gegnerischen Keeper kläglich, währenddessen sich Schneuwly als Chancentod bei den Thunern empfahl, so dass es vor dem schönen Alpenpanorama von Eiger, Mönch und Jungfrau trotz besten Möglichkeiten keine weiteren Treffer mehr zu beklatschen gab.

Montag, 21. November 2011

FC Aarau 2 FC St. Gallen 2

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 3600 (700)


Der Startschuss für das erste Aarauer Heimspiel in der Challenge League nach dem Abstieg, das durch einen namhaften Besuch von gegnerischen Supportern entzücken konnte, fiel schon einige Stunden vor dem eigentlichen Anpfiff, als im Gästesektor eine grössere Menge pyrotechnisches Material gefunden worden war. Am Abend waren auf Seiten der Ostschweizer jedoch immer noch genügend Fackeln übriggeblieben, was wenig überraschte, als ein Transparent mit der Aufschrift "Out of the Dark" - in Anlehnung an die österreichische Pop-Ikone Falco - präsentiert wurde.





Als die Bengalfackeln schliesslich beim Einmarsch beider Teams entfacht wurden, war folgerichtig und inhaltlich korrekt "Into the Light" als zweite Liedzeile am Zaun zu lesen. Auch im heimischen Fansektor leuchteten einige Fackeln auf - wenn auch erst anfangs zweiter Halbzeit. Die Aarauer Szene überzeugte zu Beginn nämlich vielmehr mit einer gelungenen Choreographie, wo sich der gegnerische Torhüter auf dem grünen Rasen von einem Aarauer Stürmer bezwingen liess. Diese Szenerie wude flankiert von zwei Blockfahnen mit der Aufschrift "Szene Aarau" und ebensovielen Botschaften in grüner ("Met em Ball rechtig Goal!") bzw. roter Farbe ("En Sieg för euses Härz!"), wobei der FCA-Spieler in der dreidimensionalen Aktion natürlich als Torschütze erfolgreich war.



Die Aarauer jubelten auch im "echten" Duell mit dem unbestrittenen Tabellenführer aus St. Gallen, trainiert vom früheren Aarauer Spieler und Trainer Jeff Saibene. Energisch setzte sich Verteidiger Silvan Widmer am rechten Flügel durch, woraufhin Alain Schultz dessen Hereingabe souverän zur heimischen Führung verwandelte. Und nachdem FCA-Keeper Joël Mall auch noch einen Strafstoss von Oscar Scarione, von Juan Pablo Garat in unnötiger Manier verursacht, mirakulös pariert hatte, krönte Widmer seinen bärenstarken Auftritt mit einem Kopfballtreffer (nach Eckball von Schultz) zu Beginn der zweiten Halbzeit. Es war seine persönliche Torpremiere in der Challenge League.



Ärgerlich, dass die Aarauer (in Person von Nganga) auch nach dem Pausentee einen überflüssigen Strafstoss verursachten - im zweiten Anlauf war Scarione erfolgreich. Und die Ostschweizer, erst in der Vorwoche erstmals in dieser Saison besiegt (beim 0:1 gegen Chiasso), drückten immer mehr auf den Ausgleich. Beim Freistoss von Hämmerli rettete die Torumrandung noch für die Gastgeber, doch schliesslich war Regazzoni nach einem ruhenden Ball doch noch erfolgreich, so dass die Aarauer wieder einmal einen Vorsprung in der 93. Minute aus den eigenen Händen gaben.