Freitag, 19. September 2014

FC Rothorn 4 FC Wabern 3

Berner Cup (4. Runde)
Sportplatz Schwanden, Brienz
Zuschauer: 120


Eine weitere Regionalgruppe der 2. Liga liess sich zur aussergewöhnlichen Anspielzeit an diesem Freitagabend - ansonsten setzt Rothorn seine Heimspiele konsequent samstags an - mit einem Cupspiel zwischen zwei Zweitligisten komplettieren. Auf dem ausbaulosen Ground in Schwanden bei Brienz kamen die Hausherren nach einer Viertelstunde im zweiten Anlauf zur überraschenden Führung. Ansonsten war Wabern in spielerischer Hinsicht stärker aufgetreten, was die Gäste im Anschluss auch resultatmässig mit zwei schnellen Treffern - jeweils nach einer Hereingabe auf den kurzen Pfosten - zu korrigieren vermochten. Dies forderte ein erstes "Opfer" in Person des heimischen Torhüters, der den Platz im Kasten noch vor dem Seitenwechsel für den nominellen Stammkeeper räumen musste. Freudig warf er seine Handschuhe ins angrenzende Waldstück...



Die Begegnung entwickelte sich zu einem packenden Schlagabtausch - mit dem Pausenpfiff kam Rothorn durch einen Foulpenalty zur erneuten Egalisation des Ergebnisses. Und diesen Schwung wussten die Lokalmatadoren in die zweite Halbzeit mitzunehmen, was sie nach einem optimalen Befreiungsschlag vor dem zögerlichen Gäste-Torhüter zur Führung nutzten. In der Folge wurde es dramatisch: Mehrmals verpassten die Brienzer eine Vorentscheidung, doch die Gäste scheiterten ebenfalls - an der Torumrandung. Auch als Rothorn in der Schlussminute zum vierten Treffer kam, war der Cup-Knaller noch nicht entscheiden, weil Wabern vom Elfmeterpunkt nochmals verkürzen konnte. Am Ende rettete sich Rothorn seinen minimalen Vorsprung aber über die Nachspielzeit.

Donnerstag, 18. September 2014

SC 04 Tuttlingen 4 SV Sulgen 2

Bezirksliga Schwarzwald
Donaustadion, Tuttlingen
Zuschauer: 150


Ein Abendspiel im grenznahen Ausland - nur vierzig Minuten Zugfahrt ab Schaffhausen - bewog meine Wenigkeit (endlich) zu einem Besuch in der Kreisstadt Tuttlingen, dessen Donaustadion über einen bemerkenswerten Ausbau verfügt. Die Zuschauer können sich auf der überdachten Haupttribüne mit neun blauen Sitzreihen niederlassen; ausserdem finden sich auf den weiteren Spielfeldseiten durchgehend sechs breite Stehstufen, deren Begehung aber zurzeit durch eine Absperrung verhindert wird. Davon liessen sich einige Rentner (selbstredend) nicht abhalten, während sich der Grossteil der Anwesenden im einsetzenden Regen auf der Tribüne einfand.



Die favorisierten Gastgeber, im Sommer aus der Landesliga abgestiegen, starteten druckvoll ins Duell mit dem Aufsteiger aus einem Stadttteil von Schramberg. Zwei Tore in den ersten Minuten schienen einen Kantererfolg anzukündigen, doch eine sich einschleichende Nonchalance gepaart mit mangelnder Konzentration bei den Einheimischen sorgten für einen alternativen Spielverlauf. Infolge zweier (erfolgreicher) Abschlüsse aus dem Nichts kam Sulgen durch seinen Captain und Geburtstagkind (O-Ton Speaker) zum Ausgleich; vor allem der zweite Torerfolg - per Heber aus vierzig Metern - war grosses Kino. Ein unnötiger Strafstoss führte Tuttlingen schliesslich aber auf die Siegesstrasse zurück, an deren Ende sogar noch ein vierter heimischer Torerfolg stand.

Dienstag, 16. September 2014

FC Birr 1 FC Klingnau 1

3. Liga regional (AFV)
Sportplatz Nidermatt, Birr
Zuschauer: 60


Einen desolaten Eindruck hatte Klingnau im vergangenen Mai hinterlassen, als die 3. Liga Aargau erstmals komplettiert worden war. Vier Monate später sollte es zum Aufsteiger nach Birr gehen - und nun war Klingnau plötzlich als verlustpunktloser Tabellenführer (der neuen Saison) zu Gast. Davon war auf dem ausbau- und trostlosen Sportplatz im Industriegebiet unweit vom Flugplatz Birrfeld anfänglich (noch) nichts zu sehen; stattdessen kamen die Hausherren mit dem ersten Abschluss - einem Flachschuss aus 20 Metern in die linke Ecke - sogleich zur Führung.



Erst in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel fand Klingnau - weiterhin trainiert von Alfons "Radi" Schibli - langsam ins Spiel. Der Ausgleich folgte schliesslich nach dem Pausentee, als ein Eckball am ersten Pfosten in die Maschen geköpft wurde. Danach taten sich beide Mannschaften sichtbar schwer, um weitere Abschlussmöglichkeiten zu kreieren, weswegen sich am egalitären Spielstand bis zum Abpfiff einer chancenarmen Begegnung nichts mehr ändern sollte.

Samstag, 13. September 2014

FC Aarau 2 FC Thun 1

Raiffeisen Super League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 4260 (200)


Die finanziellen Fliegengewichte aus Aarau und Thun waren erfreulich in die laufende Spielzeit in der obersten Schweizer Spielklasse gestartet - selbst grössere Kontrahenten wurden tabellarisch stehen gelassen. Im Direktduell sollten sich die Schützlinge von Cheftrainer Sven Christ vor dem eigenen Anhang durchsetzen. Der Grundstein für den zweiten Heimsieg dieser Saison wurde vor dem Pausentee gelegt, als Luca Radice nach Vorarbeit von Stephan Andrist aus kurzer Distanz erfolreich war und seine Farben somit für eine starke Endphase in der ersten Halbzeit belohnte.



Aber Aarau liess auch einige Torchancen ungenutzt verstreichen, sodass die Berner Oberländer zehn Minuten nach Wiederanpfiff dank einem schnörkellosen Angriff durch Sadik zum Ausgleich aus dem Nichts kamen. Erst in den finalen Minuten - mit den eingewechselten Dusan Djuric und Sandro Wieser - kam der FCA nochmals stärker auf, was Letzterer auf Zuspiel von Radice fünf Minuten vor dem Ende prompt mittels Flachschuss zum verdienten Aarauer Siegtreffer nutzte.

Sonntag, 7. September 2014

FC Adliswil 2 FC Horgen II 0

3. Liga regional (FVRZ)
Sportanlage Tal, Adliswil
Zuschauer: 100


Ein prächtiges Comeback des Sommers lockte mich zu einem der zahlreichen Morgenspiele in der Region Zürich. Einige Male war Adliswil, dessen Zweitvertretung auf einem anderen (attraktiven) Ground spielt, schon auf dem Zettel gestanden, um den Besuch im Sihltal nun endlich in der Tat umzusetzen. Der Hauptplatz der Sportanlage Tal verfügt mit drei ungedeckten Stufen auf den Längsseiten über einen ansprechenden Ausbau für die siebthöchste Spielklasse des Landes.



Beide Teams benötigten knapp dreissig Minuten Anlaufzeit, dann schlug es beim ersten Versuch von Adliswil aus halblinker Position sogleich im Kasten des Leaders ein. In der Folge erarbeiteten sich die Gastgeber einige Torchancen, doch der zweite Treffer wollte - trotz eines Foulpenaltys - vor dem Seitenwechsel nicht mehr gelingen. In einer chancenarmen Begegnung war ein weiterer Adliswiler Schuss - mit grosser Präzision und Wucht via Innenpfosten in die entfernte Torecke abgegeben - in der Mitte der zweiten Halbzeit auch gleichbedeutend mit dem Endergebnis.

Samstag, 6. September 2014

FC Saxon Sports 4 FC Vernier 2

2. Liga Interregional
Complexe Sportif du Perose, Saxon
Zuschauer: 150


Da waren es nur noch sechs. Die Länderspielpause sollte genutzt werden, um die Komplettierung der fünfthöchsten Spielklasse - total 71 Grounds umfassend - voranzutreiben. Der Tagesausflug führte mich ins Wallis, wo der Aufsteiger aus Saxon zu Hause ist. Auf dem ausbaulosen Ground kamen die Gastgeber, die den "Journée familiale" mit neun (!) Heimspielen in den verschiedensten Alterskategorien am selben Tag feierten, bereits in der achten Minute zur frühen Führung durch einen Flachschuss. Nachdem Saxon weitere Torchancen ungenutzt verstreichen liess, trafen die Gäste aus der Genfer Flughafengemeinde zehn Minuten vor dem Seitenwechsel mit einer Kopie des ersten Treffers des Abends aus dem Nichts zum Ausgleich.



Leider liess sich nicht klären, was beiden Mannschaften in ihre Pausengetränke gemischt worden war, doch die Wirkung war phänomenal. Erst eine Minute war im zweiten Durchgang vergangen, als Vernier durch eine Direktabnahme in Führung ging. Aber die Freude währte nur kurz, denn die Gäste schwächten sich durch eine Ampelkarte selbst. Nun witterte Saxon wieder Morgenluft, um die Partie mit einem Doppelschlag abermals zu drehen - gespielt waren erst 51 Minuten, als die Anzeigetafel auf 3:2 umgestellt wurde. Dieses Tempo war von den Akteuren selbstverständlich nicht zu halten. Vier Minuten vor Abpfiff reichte es immerhin noch zum vierten Treffer für die Gastgeber, die den Angriff über rechts aus kürzester Distanz zum Endstand abschlossen.

Sonntag, 31. August 2014

FC Uster II 1 FC Oetwil am See 1

3. Liga regional (FVRZ)
Sportplatz Heusser-Staub-Wiese, Uster
Zuschauer: 80


Zur sonntäglichen Mittagsstunde werden die Heimspiele der zweiten Ustemer Mannschaft in der aktuellen Saison angepfiffen. Letztere trägt ihre Partien im Gegensatz zum Fanionteam nicht im Sportzentrum Buchholz, sondern auf der Heusser-Staub-Wiese - benannt nach einem grossen Industriepionier im Textilsektor aus dem Zürcher Oberland - aus. Der Ground ist das historische Zuhause des örtlichen Fussballvereins, auch wenn er sich ohne Ausbau präsentiert und seit Jahren nur noch von den Nachwuchs- und Reserveauswahlen des Clubs genutzt wird.



Eine knappe Viertelstunde war gespielt, als die Gäste aus Oetwil am See durch einen glasklaren Foulpenalty in Führung gingen. Die Einheimischen antworteten mit vermehrten Angriffen über die linke Aussenbahn - mit dem Lohn eines verdienten Ausgleichs nach einer halben Stunde. Dass es beiden Equipen in der Folge gelang, aus minimaler Distanz über das offene Gehäuse zu schiessen, war ein dunkler Vorbote für das abflachende Spielniveau. Nach der Pause standen "Lamentieren" und "Provozieren" im Zentrum, wodurch sich auch der Spielstand nicht mehr änderte, nachdem sich die Gäste in den finalen Spielminuten als unkonzentriert im Abschluss erwiesen hatten.

FC Männedorf 2 FC Herrliberg 1

3. Liga regional (FVRZ)
Sportplatz Widenbad, Männedorf
Zuschauer: 100


Im strömenden Regen wurde die Gemeinde am rechten Zürichseeufer erreicht, dessen Sportplatz immerhin zwei ungedeckte Stehstufen auf einer Längsseite - und einen kultigen Sprecherturm in Form einer auf einem Stahlträger fixierten Gondel - vorweisen kann. Die Einheimischen wussten das Spieldiktat in der Mitte der ersten Hälfte in die eigenen Hände zu nehmen, woraus auch die verdiente Führung aus wenigen Metern resultierte. In dieser Phase vergab Männedorf mit dem ehemaligen U-20-Nationaltorhüter René Borkovic in der Innenverteidigung (!) mehrmals einen zweiten Treffer durch eine schwache Chancenauswertung, was sich später rächen sollte...



Zehn Minuten nach Wiederanpfiff liess sich der heimische Keeper nämlich durch einen zentralen Abschluss zwischen den Beinen erwischen, was den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Dennoch waren die Hausherren um eine schnelle Reaktion bemüht - wiederum wurde zwei Grosschancen kläglich vergeben. Auf dem durchnässten Boden sank auch das allgemeine Spielniveau in tiefste Tiefen, sodass die Punkteteilung unvermeidlich schien. In der Nachspielzeit kam Männedorf aus dem sprichwörtlichen Nichts mit einem seltener gewordenen Abschluss zum Siegestreffer, weil Herrliberg im direkten Gegenzug ebenfalls in aussichtsreicher Position am Torhüter scheiterte.

Samstag, 30. August 2014

FC Luzern 1 FC Aarau 1

Raiffeisen Super League
Stadion Allmend, Luzern
Zuschauer: 9488 (400)


Zehn Spiele, ein Unentschieden, neun Niederlagen. Die Aarauer Auswärtsbilanz in Luzern erwies sich in der jüngeren Vergangenheit als erschreckend - über ein Jahrzehnt sind seit dem letzten Vollerfolg in der Zentralschweiz vergangen. Daran sollte sich auch heute Abend nichts ändern. Immerhin kamen die Schützlinge von Aarau-Cheftrainer Sven Christ dank einem spektakulären Abschluss des "Debütanten" Dusan Djuric - bei seiner Rückkehr in die oberste Schweizer Liga - aus dreissig Metern unter die Querlatte schlussendlich zu einem verdienten Punktgewinn.



Dabei war Luzern im ersten Durchgang spielbestimmend aufgetreten, scheiterte aber mehrfach kläglich. Aus einem Aarauer Ballverlust in der eigenen Halbzeit resultierte dennoch die Luzerner Führung (von Lezcano), die die immer stärker aufspielenden Aarauer in Person von Djuric noch egalisieren konnten. Am Ende musste Aarau auch noch eine Portion Glück in Anspruch nehmen, als ein Schuss von Winter - wie schon von Jantscher zuvor - an die Torumrandung klatschte.



Auf den Rängen überzeugte die Luzerner Anhängerschaft mit einem dichten Intro an Fähnchen, die den Aufdruck "FCL" zeigten, und einer grösseren Blockfahne, wo sich identisches Emblem in einer besseren "Auflösung" wiederfand. Ausserdem machten die Gastgeber im Laufe der ersten Halbzeit mit einer pyrotechnischen Einlage auf sich aufmerksam - verbunden mit den beiden Spruchbändern "No kei 3er gemacht" und "Sorry stönd onder extrem psychischem Druck".

Sonntag, 24. August 2014

AC Taverne 1 FC Aarau 7

Schweizer Cup (1. Runde)
Centro Sportivo Quadrifoglio, Rivera
Zuschauer: 550 (150)


Die erste Pokalrunde brachte einen Tagesausflug ins Tessin mit sich - zurück nach Rivera, wo wenige Wochen zuvor bereits ein Vorbereitungsspiel gegen Lugano abgehalten worden war. Heute hiess der Gegner Taverne, der den erstmaligen Aufstieg in die 1. Liga Classic in diesem Sommer mit einem längeren Umzug ins Exil nach Rivera „bezahlen“ musste, denn die eigentliche Heimstätte muss sich zuerst noch einer grundlegender Erneuerung unterziehen, um den Anforderungen der vierthöchsten Spielklasse gerecht werden zu können. Einige hundert Zuschauer hatten sich auf den vier schattigen Stehstufen auf einer Längsseite - mit einem provisorischen Gästeblock - niedergelassen, um ein einseitiges Cupspiel zu verfolgen.



0:2 nach nur acht Minuten, 0:4 in der Mitte der ersten Halbzeit. Die Aarauer nutzten ihre Freiheiten konsequent aus, während bei den Tessinern zu keinem Zeitpunkt auch nur ein Funken Gegenwehr auszumachen war. Am Tag der Abwehrpatzer hatte auch Aarau als Gast ein kleines Präsent dabei, um den Ehrentreffer von Taverne höflichst zu unterstützen. Im zweiten Durchgang krönte sich Andrist zum dreifachen Torschützen, bevor ein Eigentor der Tessiner und ein Abschluss von Wieser, zuvor noch vom Elfmeterpunkt gescheitert, für den diskussionslosen Endstand sorgten. Wer sollte schon ahnen, dass die Auslosung zur zweiten Runde sogleich nochmals eine Reise in die Sonnenstube mit sich bringen würde...