Freitag, 23. Januar 2015

FC Twente Enschede 2 Heracles Almelo 0

Eredivisie
De Grolsch Veste, Enschede
Zuschauer: 28800 (500)


Nach den Abstiegen von Kerkrade, Nijmegen (jeweils 2014) sowie Venlo (2013) war die Anzahl fehlender Grounds zur angestrebten Komplettierung der Eredivisie wiederum auf sieben Stück angewachsen. Grund genug, um die Niederlande wieder einmal zu beehren; zumal sechs noch nicht besuchte Vereine mit einem Heimspiel aufwarten konnten. Am Freitag war das "Twente-Derby" - ursprünglicher Namensgeber der Region in der ostniederländischen Provinz Overijssel war der germanische Volksstamm der Tubanten - in Enschede konkurrenzlos. Also raus aus der Arbeit und rein in den Flieger, der den Zielort Schiphol pünktlich anflog. Zwei Stunden Zugfahrt folgten noch, ehe meine Wenigkeit dank der Haltestelle Drienerlo direkt beim Ground vorfuhr.



Beim Stadion "De Grolsch Veste", der Festung benannt nach einer örtlichen Brauerei, handelt es sich um eine All-Seater-Arena mit roten Sitzen. Auf den Rängen ist mit weissen Schalen viermal ein Sachsenross (Twentse Ros) abgebildet. Ausserdem finden sich die Aufschriften "FC Twente" (Haupttribüne) und "Vak-P" (Fankurve), wo sich im Oberrang ebenfalls ein Konterfei von Elmert "Epi" Drost, einer Vereinslegende aus den 70er-Jahren, erkennen liess. Erst vor wenigen Jahren waren drei Spielfeldseiten um eine Tribüne aufgestockt worden, wodurch sich ein beachtliches Gesamtbauwerk ergibt. Als enttäuschend musste hingegen der optische Auftritt vom heimischen Anhang bezeichnet werden. Er war schlichtweg inexistent, während sich im Gästeblock als Intro immerhin einige Doppelhalter und ein bengalisches Feuer (auf dem Boden) erkennen liessen.



Akustisch gelang es den Twente-Fans immer wieder lautstarke Gesänge anzustimmen, während sich ein erstaunlich kleiner Gästeanhang nur selten in Szene setzen konnte. Auch das schwache Spielniveau war der Stimmung wenig förderlich. Erst vor der Pause wurde es gefährlich, als die Hausherren aus drei Metern an die Querlatte trafen, nachdem der Keeper schon geschlagen war. Alle anderen Abschlüsse verfehlten ihr Ziel jeweils, sodass die Hoffnung auf einen Treffer immer mehr schwand - schliesslich sorgte ein abgefangener, ins Tor gespitzelter Rückpass zum Keeper für die Führung der Gastgeber. In der Folge wurde es doch noch turbulenter, als das Leder von einem Heracles-Akteur in die Maschen gefaustet (!) wurde, was auch dem Unparteiischen nicht verborgen blieb. Auf der Gegenseite scheiterte Twente doppelt am Aluminium, aber ein schöner Schlenzer von rechtsaussen sorgte am Ende für einen erfolgreichen Abend der Lokalmatadoren.

Samstag, 17. Januar 2015

Wolverhampton Wanderers FC 2 Blackpool FC 0

Sky Bet Championship
Molineux Stadium, Wolverhampton
Zuschauer: 28132 (550)


Erst wenige Tage vor dem Spiel in Wolverhampton - als sich meine Wenigkeit schon seit längerer Zeit für diese unspektakulär scheinende Begegnung in der zweithöchsten Spielklasse des Landes entschieden hatte - erhielt selbiges eine grössere Bedeutung. Die "Wolves" wurden durch den Tod ihres langjährigen Besitzers Sir Jack Hayward OBE (1990-2007) erschüttert, sodass das Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Blackpool im Zeichen des grosszügigen Gönners stand. So wurden vor dem Anpfiff immer wieder Audio-Zitate des lebenslangen Wolves-Supporters, der den Club in einer schwierigen Phase übernommen und zeitenweise auch zurück in die Premier League geführt hatte, eingespielt. In der Folge traten viele alte Wegbegleiter auf den Rasen, wo schliesslich eine grössere Menge Luftballons zu Ehren ihres "Präsidenten auf Lebenszeit" entsandt wurde.



Im oberen Rang der Gegengeraden wurde eine Choreographie gezeigt mit gelben und schwarzen Zetteln, was den Schriftzug "Sir Jack" (getrennt durch ein Wolves-Emblem) ergab. Immer wieder wurden lautstarke Gesänge für Hayward angestimmt. Diese emotionale Atmosphäre stand aber diametral zum sonstigen Support im Molineux, weil sich nur kleine Gruppen auf der einstöckigen Hintertorseite (Jack Harris Stand) aktiv beteiligten. Bemerkenswert war, dass alle Zuschauer auf dieser Tribüne durchgehend standen. Dabei konnte sie das Spiel wahrlich nicht von ihren Sitzen gerissen haben - mehr als eine halbe Stunde dauerte es, ehe Blackpool erstmals zum Abschluss kam. Die Lokalmatadoren besassen ihrerseits eine Grosschance vor dem Pausenpfiff, als eine Zwei-Gegen-Null-Situation auf kläglichste Art und Weise vergeben wurde.



Im zweiten Durchgang drückten die "Wanderers" plötzlich stärker auf den Führungstreffer, doch mangelte es an Ideen in der Offensivzone. Dass sich die abstiegsbedrohten "Tangerines" auf der Gegenseite mit dem torlosen Unentschieden zufrieden gaben, war dem Spielfluss natürlich nicht förderlich. Aus dem Nichts kamen die Hausherren schliesslich fünf Minuten vor dem Abpfiff nach einem Angriff über rechts zum ersten Torerfolg des Tages. Der Bann war nun gebrochen und so folgte - während sich auf den Tribünen endlich wieder laute Gesänge ausbreiteten - nach einem verunglückten Ausflug des Gästekeepers ein zweiter Treffer zum Endstand. Ein toller Abschluss eines speziellen Nachmittags in einem All-Seater-Ground - mit drei doppelstöckigen Tribünen sowie einer kleineren Hintertorseite, welche allesamt mit gelben Sitzen ausgestattet sind.

Freitag, 16. Januar 2015

Cheltenham Town FC 1 Morecambe FC 1

Sky Bet League Two
Whaddon Road, Cheltenham
Zuschauer: 2122 (36)


Das neue Fussballjahr begann, wo die alte Ausgabe zu Ende gegangen war – auf der Insel. Und zwar in den tiefsten Tiefen der Football League, wo die abstiegsbedrohten Hausherren aus dem Badeort Cheltenham (Spa) auf den Aufsteiger Morecambe trafen. Erstere starteten besser in die Begegnung, indem sie nach einer Viertelstunde durch einen Foulpenalty - sicher in die linke Ecke versenkt - in Front gingen. Auf der Gegenseite strich ein Abschluss knapp am Kasten vorbei, wie auch alle weiteren Versuche im ersten Umgang. Und so waren es die heimischen "Robins", die die bedeutenden Gelegenheiten besassen: Zehn Minuten vor der Pause war der Gästekeeper bereits geschlagen, doch das Leder wurde schliesslich von einem Verteidiger von der Torlinie spediert.



Zwei weitere Möglichkeiten von Cheltenham Town (seit 1999 zwischen League One und League Two pendelnd) nach dem Seitenwechsel, jeweils über die linke Angriffsseite vorbereitet, wusste der gegnerische Torhüter mirakulös zu parieren. Aber auch dessen Antipode durfte sich mit einer spektakulären Flugeinlage nach einem Kopfball in Szene setzen. Zuvor war ein anderer Versuch von Morecambe (erst seit 2007 im Profi-Fussball tätig) durch einen Feldspieler von der Torlinie geköpft worden. Langsam schien das Momentum zu kippen, auch wenn die Gäste durch einen kläglichen Strafstoss und einen noch kläglicheren Nachschuss – aus zwei Metern am offenen Gehäuse vorbei – vorerst noch einen fälligen Ausgleich für die "Shrimps" verpassten.



Aber die Gäste erhielten in der 83. Minute eine erneute Chance, aus elf Metern - vor den Augen der eigenen, spärlich vorhandenen Supporter aus dem Nordwesten - anzutreten und nun wurde der Handspenalty tatsächlich zum Endstand verwandelt. An der frostigen Stimmung änderte sich wenig: Nur vereinzelt waren auch Anfeuerungsrufe von den beiden Fangruppen auf den jeweiligen Hintertorseiten auszumachen. Der Heimanhang steht (!) dabei auf mehreren überdachten Stufen. Hingegen sind die gegnerischen Fans auf einer der beiden (in L-Form angeordneten) Neutribünen mit roten Sitzschalen, wo mit weissen Sitzen "Cheltenham Town" bzw. zweimal "Robins" zu lesen ist. Ergänzt wird dieser vielseitige Ground durch einen alten „Main Stand“, im Jahr 1963 erbaut, mit weiteren Sitzgelegenheiten sowie ungedeckten Stehplätzen vor der charmanten Tribüne.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Wigan Athletic FC 0 Sheffield Wednesday FC 1

Sky Bet Championship
DW Stadium, Wigan
Zuschauer: 14571 (2778)


Pflichtspiel Nummer 139, Jahresendprogramm. Am Tag vor Silvester war die Industriestadt Wigan, rund 25 Kilometer nordwestlich von Manchester zu lokalisieren, zwecks Spielbesuch als Tagesziel auserkoren worden. Das "Abschlussspiel" fand also in einer Hochburg des Rugbysports statt - mit 20 Meistertiteln und 19 Cupsiegen zählen die Wigan Warriors zu den erfolgreichsten Clubs in der Rugby League. Hier vermag Wigan Athletic als fussballerisches Aushängeschild nicht mitzuhalten. Erst 1978 waren die "Latics" in die Football League aufgenommen worden und können nach dem imposanten Aufschwung zu Beginn des Jahrhunderts - nach einem realisierten Stadionneubau - sogar inzwischen auf einige Spielzeiten in der Premier League (2005-2013) zurückblicken.



Aber auch in der obersten Spielklasse war der örtliche All-Seater-Ground mit einer flächenweisen Anordnung von blauen und roten Sitzschalen sowie weissen Aufdrucken von Stadt (Gegentribüne) und Sponsor (Hintertorseiten) nur selten ausverkauft. Heute Abend sorgten halbe Eintrittspreise und ein reisefreudiger Anhang aus Sheffield für eine ansprechende Zuschauerzahl - im Bedenken, dass die Hausherren zurzeit gegen den Abstieg aus der Championship ankämpfen. Entsprechend präsentierte sich auch das Geschehen auf dem Spielfeld: Kaum spielerische Höhepunkte, noch weniger Abschlusschancen. Auf den Rängen wussten sich die Gästefans manchmal lautstark in Szene zu setzen, während eine kleinere Gruppe mit Latics-Anhängern am äusseren Ende der Gegentribüne erfolglos versuchte, auch andere Zuschauer zum Supporten zu animieren.



Nach einer Stunde Spielzeit folgte eine ernsthafte Druckphase der Einheimischen, was immerhin einen Abseitstreffer mit sich brachte. Insgesamte agierte Wigan jedoch äusserst unglücklich, wie auch ein überflüssiges Einsteigen im Mittelfeld bewies, das die Hausherren fortan im reduzierten Bestand weiterspielen liess. Nun schalteten die "Owls" sogleich mehrere Gänge nach oben, was Nuhiu - eine österreichische Antwort auf "Big Show" - im zweiten Anlauf mit einem Kopfball aus dem Stand (gegen zwei körperlich hoffnungslos unterlegene Gegenspieler) zum Führungstreffer von Wednesday nutzte. Dieser Torerfolg genügte schliesslich für einen knappen Auswärtserfolg, weil Wigan in der Folge mit einem seitlichen Freistoss noch am entfernten Pfosten scheiterte.

Montag, 29. Dezember 2014

Liverpool FC 4 Swansea City AFC 1

Barclays Premier League
Anfield Road, Liverpool
Zuschauer: 44714 (1500)


Eigentlich müsste an dieser Stelle vom League-One-Duell zwischen Barnsley und Oldham Athletic berichtet werden, doch die winterlichen Verhältnisse (mit vereister Spielfläche) in South Yorkshire verunmöglichten eine Spielaustragung. In Ermangelung von Alternativen sollte es - auf gut Glück - zum ausverkauften Heimspiel vom Liverpool Football Club gehen. Rund zwei Stunden vor Anpfiff wuselten an der "Anfield Road" neben interessierten Käufern auch viele Touristen mit ihren teuer erworbenen Tickets herum - nicht ohne sich mit der Bill-Shankly-Statue oder an der Hillsborough-Gedenkstätte fotografieren zu lassen. Meine Wenigkeit war hingegen weiterhin ohne Eintrittskarte. Die Zeit lief erbarmungslos gegen mich, ehe eine Viertelstunde vor dem Anpfiff auf meine sechste Nachfrage am offiziellen Schalter plötzlich eine freigewordende Zutrittsberechtigung auftauchte.



Und nur wenige Augenblicke später sass ich bereits - noch immer völlig perplex - auf einem dieser hölzernen Klappstühle auf der Haupttribüne der historischen Fussballstätte. Bei der Vereinshymne "You'll never walk alone" wurde es erstmals laut, danach trat phasenweise eine gespenstige Ruhe ein. Als Intro gab es im legendären "Kop" einige Schwenker sowie eine seit vielen Jahren genutzte Blockfahne. Auf dem Rasen erarbeitete sich Liverpool bereits in den Startminuten erste Chancen, die der Gästekeeper jeweils sicher parieren konnte. Als schliesslich auch Swansea City - im Jahr 2005 noch in der Viertklassigkeit engagiert - besser ins Spiel zu finden schien, gingen die "Reds" nach einer halben Stunde im Anschluss an eine Hereingabe von rechts durch Moreno in Führung.



Nun wurde es laut auf den vollen Rängen, doch der Spuk war nach wenigen Sekunden auch schon wieder vorbei. Dieses Schauspiel wiederholte sich bei allen weiteren Torerfolgen der Hausherren, während sich die Anhänger der "Swans" auch in den längeren Pausen nur selten in geschlossener Stärke akustisch in Szene setzen konnten. Der Spielverlauf sprach auch nicht für die walisischen Emporkömmlinge: Etwa fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Lallana von einem Befreiungsschlag des gegnerischen Torhüters getroffen wurde - und sich das Leder in die Maschen senkte. Die Antwort der Gäste liess nicht lange auf sich warten, denn die schwache Abwehrarbeit von Liverpool bestrafte Sigurdsson mit dem postwendenden Anschluss vor den eigenen Fans.



Am Ende sorgten ein zweiter Treffer von Lallana sowie ein Eigentor des ehemaligen LFC-Spielers Shelvey aber für einen komfortablen Heimsieg, während sich Swansea City - vor dem Abendspiel noch vor dem heutigen Gegner platziert - einzig noch einen allzu präzisen Abschluss von Gomis, der das Lattenkreuz traf, notieren lassen konnte. Aus persönlicher Sicht blieb ein ereignisreicher, zuweilen auch nervenaufreibender Ausflug an die Anfield Road, deren Stimmung - noch extremer als in anderen Stadien auf der Insel - deutlichen Schwankungen unterworfen ist. Der Ground ist nur einige hundert Meter von der Heimstätte des Stadtrivalen Everton entfernt und darf sich mit seinen vier überdachten Tribünen sowie roter Bestuhlung zweifellos sehen lassen kann, weil ein Charme des "Zusammengewürfelten" in der LFC-Heimstätte (seit 1892) erhalten geblieben ist.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Hull City AFC 0 Leicester City FC 1

Barclays Premier League
KC Stadium, Hull
Zuschauer: 23809 (1500)


Auch der letzte Ausflug des Jahres ging - wie so oft in den vergangenen Jahren - auf die Insel, wo sich dank fehlender Winterpause verschiedene Optionen auftaten. Nach einer morgendlichen Landung in Manchester folgte eine dreistündige Bahnfahrt ostwärts in die Küstenstadt Kingston upon Hull, immerhin sechzehntgrösste Stadt im Vereinigten Königreich - besser bekannt in seiner verkürzten Schreibweise Hull. Der örtliche Verein gehört seit 1905 ohne Unterbruch zur Football League, auch wenn ein Ausscheiden um die Jahrtausendwende nur um Haaresbreite verhindert werden konnte (bekannt als "Great Escape"). Die Zeitrechnung in der neuen All-Seater-Arena begann in der Viertklassigkeit - nach fünf Jahren und drei Aufstiegen war die Premier League erstmals erreicht, wohin Hull City vor rund eineinhalb Jahren erneut zurückgekehrt ist.



Dennoch ist das Verhältnis zwischen Supportern und Clubchef Assem Allam angespannt, weil sich Letzterer anmasste, den Vereinsnamen (erfolglos) in "Hull Tigers" zu ändern. Als die Kritik auf ihn niederprasselte, antwortete er mit einer seiner verbalen Entgleisungen, dass diese Fans "sterben könnten, sobald sie wollen" - eine Anspielung auf die Gegenbewegung "City till I die". Angespannt präsentierte sich auch die Atmosphäre im Abstiegskampf gegen Leicester City. Anfänglich waren die heimischen Supporter vereinzelt zu hören, danach nahm die akustische Ungeduld angesichts schwacher Leistungen auf dem Rasen zu. Aus dem Nichts gingen die Gäste durch einen präzisen Flachschuss von Mahrez nach Ablauf einer halben Stunde in Front, während Hull City vor dem Seitenwechsel aus kürzester Distanz kläglich am gegnerischen Gehäuse vorbeischoss.



Auch nach der Halbzeit dominierten Abstimmungsprobleme und Fehlzuspiele, sodass der partielle Ausfall des Flutlichtes - von den Heimfans mit "We are Hull City, we play in the dark" besungen - als rares Highlight notiert werden musste. Erst in der Endphase wurde es erstmals spannend, als die zuvor planlosen Lokalmatadoren vehement auf den Ausgleich drückten. Zweimal Torpfosten, zweimal auf der Torlinie gerettet. Auch in Unterzahl verteidigte Leicester City - seines Zeichens Aufsteiger und Tabellenletzter - den minimalen Vorsprung heroisch, um den ersten Vollerfolg nach 13 Spielen zu feiern. Die Gastgeber fielen nur noch durch einen dümmlichen Platzverweis mittels Handspiel als hinterster Mann auf. Das KC Stadium, dessen Haupttribüne als einzige Spielfeldseite zweistöckig ist, wurde grösstenteils mit schwarzen Sitzschalen versehen. Auf den Hintertorseiten ist "Hull" mit weissen Sitzen zu lesen, auf der Gegenseite wurde so eine Adelskrone gezeichnet.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Prestatyn Town FC 1 Bangor City FC 2

Welsh Premier League
Bastion Road, Prestatyn
Zuschauer: 320 (50)


Zum Abschluss des Wochenendes folgte eine kurze Reise an die walisische Nordküste, wo sich - auch mangels flugzeitkompatiblen Alternativen - das Live-TV-Spiel der Welsh Premier League in Prestatyn anbot. Dieser Ground hatte sich in den sechs letzten Jahren seit einem Besuch ohne Spiel überhaupt nicht verändert, wodurch sich an der Bastion Road noch immer eine Tribüne mit drei überdachten Sitzreihen in verschiedenen Blautönen auf der Längsseite findet. Im vorletzten Frühjahr triumphierten die "Seasiders" erstmals im nationalen Pokal und wurden mit Europapokal-Abenden gegen Liepajas Metalurgs (Lettland) und Rijeka (Kroatien) belohnt, wovon auch stolze Galerien im Clubhaus zeugen. Damals war Bangor City im Finale unterlegen, nun trafen sich die beiden Teams in akuter Abstiegsgefahr wieder - live übertragen im S4C-Sendeformat "Sgorio".



Auf einem holprigen Terrain, begleitet von stürmischen Winden, entwickelte sich ein packendes Kampfspiel fernab spielerischer Glanzlichter. Umso mehr wurde gezogen, gegrätscht und gefoult, was schliesslich in einer heftigen Rudelbildung gipfelte, die den Gästen einen frühen Platzverweis einbrockte. Zu diesem Zeitpunkt lag Bangor City durch einen Treffer alleine vor dem Heimkeeper aber bereits in Front. Aus der numerischen Überzahl wusste Prestatyn Town - gegen den Wind spielend - nur selten Profit zu ziehen; stattdessen legten die "Citizens" aus der Universitätsstadt mittels verunglückter Flanke einen zweiten Treffer nach. Immerhin waren dadurch auch mehrere Anfeuerungsrufe ("City!") der Gästefans zu hören. Dennoch blieb es bis zum Schluss spannend: Nach einem zweiten Platzverweis gegen den Tabellenletzten kamen die Gastgeber prompt zum Ehrentreffer, doch der Ausgleich wollte trotz wütenden Angriffen nicht mehr gelingen.

Samstag, 20. Dezember 2014

Crewe Alexandra FC 1 Bristol City FC 0

Sky Bet League One
Alexandra Stadium, Crewe
Zuschauer: 4927 (964)


Aus dem gleichnamigen Eisenbahnknotenpunkt entstand erst 1842 eine Industriestadt namens Crewe, wo fünfunddreissig Jahre später ein Fussballverein - benannt nach Prinzessin Alexandra von Dänemark - gegründet wurde. Längere Zeit galten die "Railwaymen" als allerschlechtestes Ligateam Englands - acht Mal klassierten sie sich auf dem letzten Rang. Erst unter Chefcoach Dario Gradi fand ein grosser Aufschwung statt; insgesamt 24 Jahre stand der Italiener an der Seitenlinie von "Alex" und führte seinen Verein bis ins Mittelfeld der Championship. Es folgten - inzwischen war Gradi zum Nachwuchsleiter ernannt worden - zwei Abstiege und wiederum eine Promotion in die Drittklassigkeit, sodass es nun als Tabellenletzter gegen den Leader aus dem Süden - begleitet von vielen, weitgehend stummen Supportern - um den Klassenerhalt ging.



Auf dem Spielfeld wies nichts auf eine maximale Differenz in der Rangliste hin, weil Crewe mutig dagegenhielt. Dennoch war es Bristol City, das die besseren Möglichkeiten verzeichnen konnte - zweimal wurde das Leder erst auf der Torlinie abgewehrt, einmal stand der heimische Keeper im Weg. Einen grundlegenden Richtungswechsel erlebte dieses ansprechende Duell zum Auftakt der zweiten Halbzeit, als die "Robins" - wie Bristol auch genannt wird - eine Ampelkarte einsteckten. Fortan war die Begegnung noch offener - mit viel Bewegung und wenig Unterbrüchen. Am Ende belohnte sich Crewe für einen beherzten Auftritt mit dem ersten Sieg seit zwei Monaten, als ein wuchtiger Distanzschuss eine Viertelstunde vor dem Abpfiff im gegnerischen Netz einschlug.



Dadurch waren immerhin kurzzeitig auch akustische Regungen des Publikums an der Gresty Road zu vernehmen, nachdem sich zuvor ein Ligaspiel ohne Atmosphäre auf den Rängen abgezeichnet hatte. Das Alexandra Stadium wurde in den 90er-Jahren vollständig umgebaut: Nach Erneuerung dreier Spielfeldseiten, wo jeweils eine überdachte Tribüne mit sechs bis zehn Sitzreihen in roter Farbe als Ersatz für die Stehplatzbereiche errichtet wurde, folgte der abschliessende Umbau des "Main Stand", der den Ground in Bahnhofsnähe heutzutage dominiert. Mehr als zwei Drittel aller Zuschauer finden Platz auf der neuen, ebenfalls mit roten Sitzen ausgestatteten Haupttribüne.

Freitag, 19. Dezember 2014

Tranmere Rovers FC 1 Cambridge United FC 1

Sky Bet League Two
Prenton Park, Birkenhead
Zuschauer: 4578 (224)


Auf der Halbinsel Wirral, am westlichen Ufer des River Mersey gegenüber von Liverpool gelegen, findet sich die Hafenstadt Birkenhead, dessen fussballerisches Aushängeschild Tranmere Rovers inzwischen auf knapp hundert Jahre Zugehörigkeit zur Football League zurückblicken darf. Nach einem finanziellen Kriechgang und einem nur dank öffentlichen Geldern und der Austragung von Freundschaftsspielen gegen die Prominenz von der anderen Merseyside abgewendeten Bankrott erlebten die "Rovers" schliesslich zu Beginn der 90er-Jahre ihre Blütezeit mit zwei Aufstiegen aus der Viertklassigkeit und drei Teilnahmen an den Playoff-Spielen zur Premier League unter Trainer John King (1987–1996), den die Statue vor dem Stadiontoren ehrt. Heute droht eine erstmalige Relegation in die Conference, auch wenn zuletzt zwei Siege ein wenig Hoffnung machten.



Umso enttäuschender, was den Anwesenden an diesem vorweihnachtlichen Spieltag von beiden Mannschaften geboten wurde. Es galt eine niveaulose Halbzeit ohne einen einzigen Torabschluss zu ertragen. Einsamer "Höhepunkt" war eine sechsminütige Nachspielzeit (im ersten Durchgang!) aufgrund von mehreren verletzungsbedingten Unterbrechungen. Auch nach dem Seitenwechsel waren kämpferische Tugenden auf dem schwierigen, von Regenschauern getränkten Untergrund gefragt, wobei in Ansätzen auch endlich Torgefahr zu erkennen war. Zwar waren die Gäste aus der Universitätsstadt spielerisch überlegen, doch diese Vorteile liessen sich auf dem Rasen nicht in einen Treffer ummünzen; stattdessen scheiterte Tranmere alleine am gegnerischen Keeper.



Eine Viertelstunde vor dem Ende durfte auf dem "Kop", wo kleinere Grüppchen immer wieder um Stimmung bemüht waren, schliesslich gejubelt werden - aus dem Nichts wurde eine Hereingabe von links in die Maschen gelenkt. Als Cambridge sich wenig später durch eine Ampelkarte selbst dezimierte, lagen alle Trümpfe bei den Gastgebern, die die Entscheidung - wiederum freistehend vor dem Torhüter - grosszügig verpassten. Am Ende durften so plötzlich die Gästefans - zuvor grösstenteils als stumme Augenzeugen aufgefallen - ausgelassen jubeln, als ein Kopfball nach einem Corner vor deren Augen in der 89. Minute zum späten Ausgleich für United führte.



Als Folge des Taylor-Reports (nach der Hillsborough-Katastrophe) kam der Prenton Park - von der Haltestelle Rock Ferry auf der Bahnlinie von Liverpool nach Chester innerhalb fünfzehn Minuten zu Fuss zu erreichen - zu seinem heutigen Aussehen mit vier alleinstehenden, überdachten Tribünen, welche grösstenteils mit blauen Sitzschalen ausgestattet sind. Auf den grössten Tribünen sind die Schriftzüge "TRFC" (Main Stand) und "Tranmere Rovers" (Kop Stand) mit weissen Sitzen zu lesen. Das All-Seater-Stadion erlebte sogar ein einmaliges Europapokal-Gastspiel, als das Duell zwischen dem irischen Verein Shelbourne Dublin und den Glasgow Rangers wegen Befürchtungen religiöser Ausschreitungen auf einem neutralen Boden ausgetragen werden musste. Am 22. Juli 1998 setzte sich der haushohe Favorit aus Schottland nach 0:3-Rückstand schliesslich noch mit 5:3 durch.

Sonntag, 7. Dezember 2014

FC Vaduz 1 FC Aarau 0

Raiffeisen Super League
Rheinparkstadion, Vaduz
Zuschauer: 3427 (200)


Die Aarauer konnten ihre Offensivschwäche auch zum Abschluss der Hinserie nicht ablegen und sind nun seit 428 Minuten ohne Torerfolg. Eine Viertelstunde war gespielt, als die Hausherren ihr Ziel beim Direktschuss von Lang nur knapp verfehlten. Immer besser fand Vaduz in der Folge ins Spiel, was Neumayr schliesslich vor dem Seitenwechsel mittels Volleyabnahme in die entfernte Torecke zur sehenswerten und ebenso verdienten Führung für den Aufsteiger nutzen konnte.



Nun folgte endlich auch eine Reaktion der Gäste, doch der Fernschuss von Dusan Djuric klatschte von der Querlatte ins Spielfeld zurück. Es sollte eine seltene Torchance bleiben. Auch im zweiten Umgang stand Vaduz einem zweiten Treffer über weite Strecken näher, aber auch Lang scheiterte am Aluminium. Einzig Daniel Gygax besass eine potentielle Aarauer Ausgleichschance, schoss aber direkt auf den heimischen Torhüter, sodass das siebte sieglose Spiel in Folge zur Tatsache wurde.