Donnerstag, 19. April 2012

TPS Turku 3 HJK Helsinki 1

Veikkausliiga
Paavo Nurmi Stadion, Turku
Zuschauer: 2954 (50)


Die älteste Stadt Finnlands, im 13. Jahrhundert an der Südwestküste entstanden, ist als einziger Ort des Landes mit zwei Vereinen in der obersten Spielklasse, seit 1990 (!) nach dem staatlichen Wettanbieter benannt. Neben TPS (Turun Palloseura), achtfacher Landesmeister, ist inzwischen auch Inter Turku ein fester Bestandteil der Veikkausliiga. Ausserdem gibt es mit Åbo IFK, benannt nach dem schwedischen Namen der Grossstadt, einen weiteren (zurzeit nur drittklassigen) Verein mit (Meister-)Titelehren - in den Jahren 1910, 1920 und 1924. Momentan sind sich die drei Clubs aus Turku aber geografisch sehr nahe. In unmittelbarer Nachbarschaft zum IFK-Ground liegt das imposante Leichtathletikstadion mit dem Namen des finnischen Langstreckerläufers Paavo Nurmi (neun Olympiasiege!), das den beiden Erstligisten momentan als Ausweichstadion dient, da das Veritas Stadion zurzeit als Baustelle (u.a. wird eine neue Rasenfläche eingesetzt) daherkommt.



Der Ground verfügt über eine überdachte, zweistöckige Haupttribüne mit dreizehn (unten) bzw. zehn (oben) Holzbankreihen ausgestattet. Auf den übrigen Seiten der weitläufigen Anlage finden sich durchwegs acht ungedeckte Stehstufen. Dort hat sich auch die kleine Abordnung aus der Kapitale Helsinki eingefunden, deren Ankunft mit leichter Verspätung erfolgt war. Und nur einige Augenblicke später liessen sich die unaufmerksamen HJK-Anhänger auch schon ihre Doppelhalter klauen, was eine kurze Rennerei (mit Polizeieinsatz) verursachte. Als das Diebesgut wieder beim Besitzer angelangt war, konnten auch endlich die verwirrten Motive - zwei junge Mädchen und ein Braunbär (in Schiedsrichteruniform?) - präsentiert werden. Auch akutisch versuchten sich beide Fangruppen von einer ähnlichen Grössenordnung immer wieder in Szene zu setzen.



Im Duell mit dem aktuellen Landesmeister verpasste es TPS schon in der Anfangsphase zweimal kläglich, in Führung zu gehen. Mehr als eine halbe Stunde war vergangen, als die Hausherren aus abseitsverdächtigen Position schliesslich erfolgreich waren. Die Hauptstädter vermochten nichts entgegenzusetzen und kassierten in einer ereignisarmen Partie nach 75 Minuten einen zweiten Gegentreffer durch einen diskussionslosen Foulpenalty. Zwar kam HJK (Helsingin Jalkapalloklubi) selbst vom Elfmeterpunkt zum Ehrentreffer, doch die Lokalmatadoren antworteten postwendend mit dem 3:1-Endstand, nachdem sich die Gäste am eigenen Strafraum vom Ball trennen liessen.

Groundspotting: Turku

Das Veritas Stadion, im östlichen Stadtteil Kupittaa zu lokalisieren, ist die Heimstätte der beiden Erstligisten TPS Turku und FC Inter Turku. Zurzeit wird der Ground renoviert (u.a. Rasenfläche), was einen Umzug der Vereine ins örtliche Leichtathletikstadion notwendig werden liess.



Die Spielstätte war ursprünglich im Jahre 1952 unter dem Namen "Kupittaan Jalkapallostadion" errichtet worden. Erst 2003 kam die moderne Sitzplatztribüne mit grosszügigen Logenbereichen und dem Schriftzug "Veritas" zur alten Gegentribüne (blaue Sitze) hinzu. Der Zuschauerrekord wurde vor drei Jahren im Stadtderby aufgestellt, als sich total 9'089 Personen einfanden.



Im Sportpark "Yläkenttä", unweit vom Paavo Nurmi Stadion, ist der frühere Landesmeister und Pokalgewinner Åbo IFK zu Hause. Der Kunstrasenplatz des aktuellen Drittligisten (Kakkonen) verfügt über eine überdachte Tribüne mit sieben Sitzbankreihen.

Mittwoch, 18. April 2012

FC Lahti 2 FC Honka Espoo 1

Veikkausliiga
Lahden Stadion, Lahti
Zuschauer: 702 (-)


Am Dienstagabend erfolgte der Weiterflug in die finnische Kapitale Helsinki, gefolgt vom Transfer ins Wintersportmekka Lahti. Am Fusse der mächtigen Skisprunganlage Salpausselkä - in dessen Auslaufbereich sich im Sommer ein Schwimmbecken (!) befindet - ist das Lahden Stadion, eine Leichtathletikanlage mit blauer Prägung, vorzufinden. Die überdachte Haupttribüne verfügt über zweiundzwanzig Sitzplatzreihen in Blau (oben) und Grau (unten). Auf der Gegenseite, bestehend aus fünfzehn ungedeckten Sitzreihen ebenfalls in blauer Farbe, ist nur das Kamerateam und die mobile Videoleinwand zugegen. Auch die beiden Kurven, deren flache Stehstufen sich unter den Schneemassen nur erahnen lassen, sind am heutigen Abend für die Zuschauer nicht zugänglich. Verständlich, denn der Aufmarsch bewegt sich für einen Aufsteiger, der das erste Heimspiel der Saison gewann (1:0 gegen Haka Valkeakoski, vor 1764 Zuschauern), in erbärmlichen Bahnen.



Immerhin wurden die Gastgeber im Duell mit dem Kontrahenten aus dem Metropolitanraum Helsinki von zwei Dutzend Supportern unterstützt, deren Gesänge - dank guter Akustik der Haupttribüne - lautstark und erstaunlich regelmässig in die Nacht hinaushallten. Auf dem Spielfeld, noch immer von beachtlichen Schneemassen umgeben, entwickelte sich eine interessante Begegnung, der der Torjubel aber vorerst verwehrt blieb, weil sich vor allem Lahti schwach im Abschluss präsentierte und die Gäste immer wieder in der vielbeinigen Heimabwehr hängen blieben. Zwei Minuten vor der Pause trafen die Hausherren nach einem sauberen Konter schliesslich doch noch ins Schwarze.



Auf einem (inzwischen) kaum mehr bespielbaren, vor der kalten Jahreszeit mitgenommenen Acker taten sich beide Equipen zusehens schwerer. Als Honka Espoo schliesslich eine Viertelstunde vor dem Abpfiff durch eine Direktabnahme zum glückhaften Ausgleich kam, hatte Lahti zuvor schon einige Konterchancen vergeben gehabt. Der Aufsteiger durfte am Ende aber doch jubeln, weil ein Foulpenalty fünf Zeigerumdrehungen vor dem Spielschluss zur erneuten Führung genutzt wurde - und die Querlatte eine späte Egalisation durch die Gäste (mittels Volley) zu verhindern wusste, woraufhin sich die hartgesottenen Zuschauer - vom positiven Ergebnis und dem Heizstrahlern im Tribünendach gleichermassen erwärmt - in die raue Nacht im Süden Finnlands verabschiedeten.

Groundspotting: Helsinki

Das Olympiastadion von 1952 ist früherer Austragungsort des finnischen Pokalfinals, inzwischen finden nur noch Länderspiele gegen bedeutende Kontrahenten im weiten Rund statt. Der Ground besitzt unzählige Holzbankreihen, deren Überdachung sich allerdings auf die beiden Längsseiten beschränkt. Zurzeit wird die Arena für die diesjährige Leichtathletik-EM (im Juni) fit gemacht.





Einen Steinwurf entfernt, auf tieferer Ebene, findet sich die Heimstätte von Landesmeister HJK Helsinki, ein kleinerer All-Seater-Ground (Kapazität: 10'766 Zuschauer), erbaut im Jahr 2000, mit zweistöckiger Haupttribüne und kompletter Überdachung - umgeben von einigen Nebenplätzen.

Montag, 16. April 2012

Stabæk IF 0 Hønefoss BK 2

Tippeligaen
Nadderud Stadion, Bekkestua
Zuschauer: 3340 (150)


Eine erstaunliche Entwicklung machte Stabæk, in der Kommune Bærum zu Hause, durch. Im Jahre 1987 noch in der fünfthöchsten Spielklasse zu finden, gewann Stabæk schliesslich 2008 erstmals den norwegischen Meistertitel. Es folgte der Umzug in die moderne Telenor Arena, eine seelenlose Sporthalle auf dem alten Osloer Flughafen Fornebu, und nun - nach drei Spielzeiten - wieder die Rückkehr in die alte Heimat, weil man sich die multifunktionale Spielstätte trotz den ansteigenden Zuschauerzahlen nicht mehr leisten konnte bzw. eine Einigung über die Mietkonditionen verpasst wurde. Auf eine grosse Kulisse musste Stabæk auch im Fernsehspiel gegen Hønefoss verzichten.



Immerhin gab es beiderseits aktive Fanszenen, die das Intro mit einem Dutzend Schwenkfahnen verschiedenster Grössen in den jeweiligen Clubfarben identisch gestalteten. Akustisch waren aber nur die heimischen Supporter präsent - mit einem abwechslungsreichen Liedgut und vereinzelten Wechselgesängen mit der Haupttribüne. Ums Jubeln war den Lokalmatadoren aber nicht zu Mute. Der Tabellenletzte scheiterte zuerst an der Querlatte und im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit mehrmals an sich selbst (alleine vor dem Gästekeeper). Aus dem Nichts kam der Wiederaufsteiger aus Hønefoss kurze Zeit nach Beginn des zweiten Durchgangs zu einem zweifelhaften Strafstoss, den die Gäste aus der Provinz Buskerud zur schmeichelhaften Führung nutzten.



Nur noch einmal musste Hønefoss um den Sieg zittern, als der Torhüter einen Abschluss aus zehn Metern reflexartig parierte. In der Nachspielzeit trafen die Gäste mit einem mustergültigen Konter zum Endstand von 0:2. Das Nadderud Stadion, als Leichtathletikground im Jahr 1961 eröffnet, ist auf beiden Längsseiten mit hellgrünen Sitzschalen versehen, wobei nur der Oberrang der grossen Haupttribüne eine Überdachung vorweisen kann. In der Mitte der Gegenseite findet sich ein eher bescheidener Stehplatzbereich für die aktiven Supporter. Hingegen sind die weitläufigen Bereiche auf einer Hintertorseite (ungefähr zehn ungedeckte Stufen) im Meisterschaftsbetrieb gesperrt.

Sonntag, 15. April 2012

Lillestrøm SK 1 Vålerenga IF 1

Tippeligaen
Åråsen Stadion, Lillestrøm
Zuschauer: 10239 (2500)


Auf einer längeren Skandivanien-Tour sollten die fehlenden Länderpunkte Finnland und Norwegen eingefahren werden. Letzteres als Ausgangs- und Endpunkt der einwöchigen Reise. Erster Zielort war das Städtchen Lillestrøm, wenige Kilometer östlich von Oslo gelegen, wo der Hauptstadtclub Vålerenga an diesem wechselhaften Sonntagabend zum Lokalduell gastierte. Das Åråsen Stadion wurde zu Beginn des Jahrhunderts grundlegend erneuert, als nur die Haupttribüne (von 1979) - mit den einzigen Stehrängen für die Heimfans am linken Rand - unverändert blieb, während sich auf den übrigen Seiten inzwischen überdachte, mit gelben Sitzen bestückte Tribünen finden.



Der Auftakt war verheissungsvoll - schon eine Stunde vor dem Anpfiff wurden auf beiden Seiten erste Gesänge angestimmt. Zu Spielbeginn folgte im heimischen Fanblock ein dichtes Fahnenintro in den Clubfarben, wobei das passende Transparent "Lillestrøm Sportsklubb" leider erst ausgerollt war, als die Mehrheit der Fähnchen nicht mehr geschwenkt wurde. Die Supporter von Vålerenga präsentierten zugleich einige Doppelhalter und Schwenkfahnen - kombiniert mit blauen, weissen und roten Luftballons - in ihrem grosszügigen Gästesektor auf der gesamten Hintertorseite, der durch mauerähnliche Abbildungen als uneinnehmbare Festung dargestellt wurde.



Und tatsächlich traf VIF noch in der ersten Spielminute aus halblinker Position zur Führung, was die Stimmung im heimischen Block aber nur kurzzeitig dämpfte. Die Anhängerschaft profilierte sich mit durchgehenden Gesängen in guter Lautstärke, während der Gästesektor zwar seltener hörbar war, aber mit einer überragenden Mitmachquote überzeugen konnte. Eher enttäuschend war die Treffsicherheit der nordischen Fussballer - vor allem Lillestrøm sündigte mehrfach alleine vor dem gegnerischen Keeper. Dennoch reichte es noch vor der Pause zum Ausgleich vom Elfmeterpunkt.



Die Lokalmatadoren wurden vom Publikum auch nach dem Seitenwechsel ausdauernd angefeuert, aber die Möglichkeiten wurden im zweiten Durchgang wiederum liegengelassen; vor allem in einer dramatischen Schlussphase vergab LSK unglaubliche Torchancen zum angestrebten Derbyerfolg. Zu diesem Zeitpunkt waren die zahlreichen Vålerenga-Fans längere Zeit nicht mehr geschlossen zu vernehmen gewesen, nur noch wenige Schwenkfahnen im Einsatz. Apropos Optik: Der Ground von Lillestrøm hat analog zum Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg vier einklappbare Flutlichtmassen, um den Verkehr des angrenzenden Flugplatzes Kjeller nicht zu beeinträchtigen.

Samstag, 14. April 2012

SC Kriens 0 FC Aarau 2

Challenge League
Stadion Kleinfeld, Kriens
Zuschauer: 900 (200)


Beim Tabellenvorletzten aus der Zentralschweiz setzte sich Aarau am Ende verdient, aber einmal mehr nach längerem Zittern durch. Dabei deutete anfangs nichts auf eine enge Entscheidung hin - von Beginn weg agierten die Schützlinge von Chefcoach René Weiler druckvoll und gingen durch einen (haltbaren) Weitschuss von Alain Schultz nach etwas mehr als einer Viertelstunde verdient in Führung. Nachdem beide Mannschaften im Abschluss gesündigt hatten, schien die Begegnung im Laufe des zweiten Durchgangs auf die Seiten der kämpferischen Hausherren zu kippen.



Die Gäste wirkten unsicher und zuweilen auch orientierungslos, was die Krienser zu drei grossen, ungenutzten Chancen kommen liess. Beim letzten Anlauf traf N'Tiamoah an den Innenpfosten. Als mancher Zuschauer versehentlich schon jubelte, setzte Aarau zum Konter an und vollstreckte in Person von Remo Staubli in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit eiskalt zum erlösenden 2:0-Endstand. Auf den Rängen waren die Aargauer Fans ebenfalls überlegen: Das Intro bestand aus einigen Doppelhaltern und Schwenkfahnen, im Laufe des Spiels wurde regelmässig akustische Unterstützung geliefert, während sich die heimischen Anhänger überhaupt nicht aktiv zeigten.

Mittwoch, 11. April 2012

Hallescher FC 3 1. FC Magdeburg 0

Regionalliga Nord
Kurt-Wabbel-Stadion, Halle/Saale
Zuschauer: 11011 (1300)


Das Sachsen-Anhalt-Derby kam an diesem Mittwochabend zu seiner 68. Austragung - mit einer ungewohnten Rollenverteilung, denn die Gastgeber liefern sich mit dem Retortenclub RB Leipzig ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga, während sich Magdeburg am anderen Ende der Rangliste glücklich schätzen darf, dass diese Spielzeit ohne Absteiger ausgespielt wird. Historisch war der 1. FC Magdeburg mit drei DDR-Meistertiteln, sieben FDGB-Cupsiegen und dem Erfolg im Europapokal der Pokalsieger (1974, 2:0 gegen die AC Milan) immer die Nummer Eins im Bundesland, doch die jüngere Vergangenheit sieht nun "Chemie Halle" im Scheinwerferlicht, was das erstmalige Erreichen einer fünfstelligen Zuschauerzahl im neuen Stadion in einem offiziellen Wettbewerbsspiel ermöglichte, nachdem bislang nur das Eröffnungsspiel ausverkauft war.



Der Neubau wurde an der Stelle des altehrwürdigen Kurt-Wabbel-Stadions errichtet, dessen Aussenmauern erhalten geblieben sind. Die moderne Arena erfreut mit einer kompakten Bauweise und grosszügigen Stehplatzbereichen, vor allem für die einheimischen Anhänger. Auf drei Seiten wurden rote Sitzschalen installiert, ergänzt mit den weissen Schriftzügen "HFC" (Gegentribüne) bzw. "Halle" (Hintertorseite). Der Einmarsch der beiden Mannschaften wurde begleitet von einer aufwändigen Choreographie der HFC-Fanszene: Im Block wurden glitzernde Fähnchen in Rot und Silber geschwenkt, dann wurde eine Blockfahne mit einem Kämpfer der Saalefront hochgezogen, abgerundet mit der Silhouette der Stadt (oben) und dem Spruchband "Für Stadt und Verein".



Anders präsentierte sich die Lage im Gästeblock, den die Magdeburger absichtlich erst mit dem Abpfiff betraten. Dadurch benötigten sie aber auch eine geschlagene Viertelstunde, um den gesamten Sektor zu füllen - eine fragwürdige Aktion. Umso besser, was folgte: Einige Minuten sangen beide Fangruppen geschlossen und lautstark gegeneinander an. Dann fielen auch schon die beiden Hallenser Treffer, nachdem sie in der Startphase noch an der Querlatte gescheitert waren, und der Gästesupport brach völlig ein. Nur noch selten meldeten sich die Gäste aus der Landeshauptstadt zu Wort, während es auf heimischer Seite - im Zentrum des Hintertorbereichs weiterhin erfreulich aktiv - genug Zeit für ein wenig Hohn und Spott gab. Das Transparent "Wir zeigen euch wo euer Tor steht!", eine Anspielung an eine Aktion der Magdeburger, wurde durch eine agrartechnisch-angehauchte Skizze von HofTOR, ScheunenTOR und TrakTOR untermalt.



Auf dem Rasen schoss Halle wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff nach einigen Anläufen zum 3:0-Endstand ein, was den Gästeblock nochmals aktiv werden liess. Zuerst stieg ein wenig Rauch in den blau-weissen Clubfarben auf, dann war eine Fackel zu sehen, die den Weg auf den Rasen fand und schliesslich wurde auch noch ein Breslauer Feuer präsentiert. Ansonsten war weiterhin nur die HFC-Szene, deren Gesänge dank toller Stadionakustik von erfreulicher Lautstärke waren, zu vernehmen. Zudem gab es noch Spruchbänder ("Schluss mit der Diktatur", "Bullen jagen!") und eine Illustration eines HFC-Fans mit dem Landespokal, der die Gästefans mit einem Loser-Zeichen begrüsste, weil sich Magdeburg kürzlich beim unterklassigen Haldensleber SC aus dem regionalen Cupbewerb verabschiedete. Die beste Nachricht aus Sicht von Magdeburg war am heutigen Abend, dass die Niederlage trotz vieler Hallenser Torchancen nicht noch höher ausfiel...

Montag, 9. April 2012

FC Aarau 2 AC Bellinzona 3

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 5250 (70)


Einmal mehr ein unglaubliches Spiel, das die zahlreich erschienenen Zuschauer - erstmals in der laufenden Meisterschaft mehr als 5'000 Besucher - im Stadion Brügglifeld geboten bekamen. Nach einer defensiven ersten Halbzeit mit wenigen Abschlussmöglichkeiten auf beiden Seiten, war es Artur Ionita, der den Torreigen für die Gastgeber mittels Kopfball eröffnete. Nach dem Ausgleich durch Hakan Yakin ging Aarau wiederum durch einen Kopfballtreffer (von Garat) in Führung, doch das bessere Ende in diesem Duell um den Barrage-Platz (zur Relegation) besassen die Gäste aus dem Nordtessin, als Ciarrocchi und erneut Yakin mit einem späten Doppelschlag für die Wende sorgten, nachdem sich Aarau bei allen Gegentreffern nicht sehr vorteilhaft angestellt hatte.



Die Aarauer Fanszene präsentierte (wieder einmal) eine sehenswerte Choreographie: Auf einem grossen Transparent war "Come on Boys" in roter Schrift zu lesen. Dazu wurde im Fanblock eine dichte Zettelchoreo in den Vereinsfarben inszeniert, verbunden mit der Blockfahne "Kämpfe bes zum Omgheie" (Kämpfen bis zum Umfallen). Aus der Südschweiz war hingegen nur ein kleineres Grüppchen angereist, mit einigen Schwenkfahnen, aber nur wenig Stimmgewalt im Gepäck.

Sonntag, 8. April 2012

Manchester United FC 2 Queens Park Rangers FC 0

Barclays Premier League
Old Trafford, Manchester
Zuschauer: 75505 (2800)


Zum Abschluss stand ein Besuch im Old Trafford auf dem Programm - schlichtweg, weil es an einer vielfältigen Auswahl am Ostersonntag mangelte. Die persönlichen Erwartungen im "Theatre of Dreams" wurden bewusst tief gehalten - und tatsächlich war ein sanftes Träumen im grössten Ligastadion des britischen Königreichs möglich, denn die akustische Unterstützung des Publikums beschränkte sich auf vereinzelte "United, United"-Rufe. Dadurch waren auch die Gästefans aus London regelmässig zu hören, auch die sarkastischen Klassiker "Shall we sing a song for you?" oder "Can you hear United sing?" durften im Repertoire der QPR-Anhängerschaft nicht fehlen.



Die Partie schien einen einseitigen Verlauf zu nehmen, als sich die Queens Park Rangers in den Startminuten pausenlos an den eigenen Strafraum zurückgedrängt sahen. Der Führungstreffer für den heimischen Tabellenführer war dennoch fragwürdig - aus einer Abseitsposition gestartet liess sich Young im Zweikampf mit Derry im Strafraum schlichtweg fallen, woraufhin der Unparteiische auf Foulpenalty und Platzverweis entschied. Als wäre diese Strafe für den Aufsteiger nicht schon hart genug, traf Rooney auch noch vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für die Gastgeber. In numerischer Überzahl änderte sich logischerweise nur wenig an der Dominanz von United, doch die erspielten Abschlussmöglichkeiten wurden jeweils fahrlässig vergeben, während sich QRP nur punktuell am gegnerischen Strafraum zeigte, aber durchaus eine gewisse Gefahr ausstrahlen konnte.



Dieses Muster hatte auch nach dem Seitenwechsel seine Gültigkeit - innerhalb weniger Sekunden scheiterte United nach Ablauf einer Stunde Spielzeit zweimal alleine vor dem gegnerischen Goalie; schliesslich war es dem reaktivierten Altmeister Paul Scholes vorbehalten, mit einem Weitschuss aus zwanzig Metern für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Hingegen scheiterte Carrick kurz vor Schluss mit einem spektakulären Versuch aus noch grösserer Entfernung unüberhörbar an der Torumrandung. Das imposante "Old Trafford" ist ein mehrfach erweiterter All-Seater-Ground mit roter Bestuhlung, dessen geschlossene Tribünen - die Haupttribünenseite einmal ausgenommen - jeweils um einen zweiten und sogar einen dritten Rang (Gegentribüne) aufgestockt worden sind.