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Sonntag, 1. Februar 2009

Grupo Desportivo Estoril Praia 2 Sporting Clube Olhanense 1

Liga Vitalis
Estádio António Coimbra de Mota, Estoril
Attendance: 208 (120)


Die morgendliche Zugfahrt in die Küstenstadt Estoril, bekannt durch seine Rennstrecke, war begleitet von (weiteren) ergiebigen Regenfällen und der Unsicherheit, ob überhaupt gespielt werden würde. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Top-Spiel der zweithöchsten Spielklasse im Fernsehen übertragen wurde, war eine kurzfristige Absage allerdings unwahrscheinlich; zumal auch die heutigen Gäste eine längere Anreise (Anmerkung: Olhão liegt in der südlichen Algarve-Region, unweit von Faro) hinter sich hatten, reisten sie doch mit über hundert (!) Anhängern im Gepäck an die portugiesische Westküste. Die Einheimischen liessen sich vom zeitigen Spielbeginn scheinbar wenig begeistern, so dass sich Olhanense im Duell mit dem früheren Erstligisten auf den Rängen sogar in Überzahl wähnen durfte.



Auch der Struktur des Gästeanhangs war auffällig: Zu einem verbal offensiven Grüppchen von älteren Besuchern gesellten sich mit einigen Minuten Verspätung auch noch die "Ultras Olhanense" (mit einer Zaun- und mehreren Schwenkfahnen im Gepäck), wobei die beiden Interessengruppen erstaunlich gut miteinander harmonierten. Die Einheimischen, oder wenigstens zwei Dutzend davon, versuchten mit einer Trommel und melodiösen Gesängen entgegenzuhalten, wobei sie mit fortlaufender Spieldauer den längeren Atem vorzuweisen hatten. Analog dazu entwickelte sich das Geschehen auf dem grünen Rasen, als die Gäste durch einen zielstrebigen Angriff nach einer Viertelstunde eher entgegen dem Spielverlauf in Front gingen.



Die entscheidende Szene folgte in der 36. Minute, als ein Estoril-Angreifer (nach einem missratenen Auskick des Gästekeepers) nur noch regelwidrig am Torschuss gehindert werden konnte, was (nach minutenlangen Diskussionen zwischen dem Unparteiischen, seinem Assistenten und einer Vielzahl von Spielern...!) zum Ausschluss eines Spielers von Olhanense führte. Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs vermochte Estoril daraus erstmals Profit zu schlagen – und in der Mitte der zweiten Halbzeit war die Begegnung mit einem zweiten Kopfballtreffer schliesslich entschieden, wobei in der Schlussphase beide Teams gute Gelegenheiten grosszügig ausliessen. Das örtliche Stadion verfügt auf den Längsseiten über zwei Sitztribünen (mit blauen und gelben Schalen), wobei im Moment nur die teilweise überdachte Haupttribüne zugänglich ist.

Atlético Clube de Portugal 2 Clube Oriental Lisboa 1

II Dívísão (Serie D)
Estádio da Tapadinha, Lisboa
Attendance: 300 (50)


Es wäre zweifellos vermessen gewesen, von einem drittklassigen Ernstkampf in Portugal (zu) viel zu erwarten, zumal man dieses Lokalderby ausschliesslich aus geografischen Gründen (in Laufdistanz zum Belenenses-Stadion) und dem zu erwartenden Ausbau (grösstes Stadion in dieser Regionalgruppe) ansteuerte. Der Ground wusste jedenfalls positiv zu überraschen: Auf drei Seiten sind zerfallene Stehstufen – jeweils mehr als ein Dutzend davon – ohne Überdachung zu erblicken, deren früherer Anstrich (in den blauen, gelben und roten Clubfarben) mehrheitlich bis zur Unkenntlichkeit abgeblättert ist.



Von einer kürzlich erfolgten Renovierung wusste nur der Oberrang der Haupttribüne zu profitieren, wo der überdachte Pressebereich vorzufinden ist. Die ausbaulose Hintertorseite bietet einen herrlichen Blick auf den Rio Tejo und die darüber verlaufende Brücke (Ponte 25 de Abril), die die portugiesische Hauptstadt mit dem Süden (Almada) verbindet. Das kulturelle Abschweifen lässt eine niveauarme Begegnung vermuten, deren primäres Highlight eine verdiente Führung von ACP in der Mitte der ersten Halbzeit darstellte, nachdem der Ball endlich einmal über mehr als drei Stationen zu zirkulieren wusste.



Insgesamt agierten beide Equipen in den entscheidenden Momentan allerdings zu umständlich, so dass weitere Erfolgserlebnisse in weiter Ferne zu liegen schienen. Umso überraschender war der zweiten Treffer der Einheimischen kurz nach Wiederanpfiff, der das spielerische Niveau kurzzeitig nach oben schnellen liess. Die Gäste aus dem Norden der Stadt, begleitet von einer alternden (und gelegentlich pöbelnden) Gefolgschaft, wussten mit ihrem mehrheitlichen Ballbesitz nichts anzufangen, so dass der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit zu spät kam, nachdem die vorherige Druckphase ohne Torerfolg verstrich.

Clube de Futebol Os Belenenses 1 Futebol Clube do Porto 3

Liga Sagres
Estádio do Restelo, Lisboa
Attendance: 8225 (4500)


Auf den Strassen des von Sehenswürdigkeiten überhäuften Stadtteils Belém (dt. Betlehem) waren in den sonntäglichen Abendstunden überwiegend die Farben Blau und Weiss dominant, kleiden sich doch die heutigen Kontrahenten jeweils in diese Farbtöne ein. Auch das örtliche Stadion, im Jahre 2004 komplett renoviert, ist in Blau gehalten. Auf drei Seiten wurden die alten Steinstufen mit blauen Sitzschalen überdeckt, wodurch sich ein zweistöckiger All-Seater mit Überdachung ergibt, dessen offene Hintertorseite (analog zum Estádio da Tapadinha) einen schönen Blick auf den Rio Tejo ermöglicht. Auf der durchgehenden Sitztribüne ist mehrmals ein vereinfachtes Vereinslogo und der einmalige Schriftzug "C.F. os Belenenses" zu erkennen.



Auf spielerischer Ebene war die Überlegenheit der Gäste aus dem Norden ebenso ersichtlich, wie auf den Zuschauerrängen: Als Porto in der Mitte der ersten Halbzeit mit einem Doppelschlag, jeweils mit einer Hereingabe von der rechten Seite eingeleitet, mit 2:0 in Führung ging, sprang die Mehrheit des Publikums begeistert auf. Zuvor war in Stimmungsfragen Böses zu erahnen: Auf heimischer Seite war eine kleine Supportgruppe ("Furia Azul") mit wenigen Schwenkfahnen auszumachen – und identisch gestaltete sich die Szenerie im Gästesektor (der die Hälfte des Stadions umfasste), wo allerdings viele Fans erst mit Verspätung eintrafen. Beim Führungstreffer wurde schon lautstark und ausdauernd gesungen, mit einem Dutzend Fahnen in Bewegung.



Der überraschende Anschlusstreffer liess auch die Gesänge der heimischen Anhängerschaft kurzzeitig wieder anschwellen, doch dem akustischen Porto-Support wussten die Hauptstädter wenig entgegenzusetzen. Auf dem Rasen war die Begegnung im Laufe der zweiten Halbzeit vollends eingeschlafen: Die einzige Ausgleichschance nach einer Stunde Spielzeit vergab Belenenses kläglich, so dass der finale Treffer des Abends (drei Minuten vor Schluss) der Entscheidung zugunsten des Tabellenführers gleich kam. Die Stimmung im Gästeblock war nun natürlich auf dem Höhepunkt, so dass sogar einige Wechselgesänge mit dem Sitzplatzpublikum auf der Längstribüne möglich waren; auch die Schwenkfahnen waren wieder vermehrt zu sehen.

Samstag, 31. Januar 2009

Sport Lisboa e Benfica 1 Rio Ave Futebol Clube 0

Liga Sagres
Estádio da Luz, Lisboa
Attendance: 21398 (30)


Die Schweizer Meisterschaft genehmigt sich momentan (noch) einige Tage der Erholung, so dass die seltene Gelegenheit eines (komplett) spielfreien Wochenendes wahrgenommen wurde, um grössere Sprünge (bzw. Länderpunkt Nummer 21) zu machen, wobei die Spielpläne im südwestlichen Teil des europäischen Kontinents genügen konnten. Insgesamt vier Begegnungen innert 24 Stunden im Grossraum Lissabon waren eingeplant - am Anfang stand direkt ein Besuch im Estádio da Luz, dem Austragungsort des vorletzten EM-Finals, als sich Griechenland zum Gewinn des Kontinentaltitels mauerte. Der imposante Ground besteht aus drei Rängen (und eingebauten Logen, zwischen Etage Zwei und Drei), wobei alle Plätze mit roten Sitzschalen ausgestattet sind. Davon ausgenommen sind die weissen Sitzschalen der verschiedenen Tribünensponsoren, was vor allem auf den geschwungenen Hintertorseiten auffällig daherkommt.



Die Highlights des Abends fanden zwar auf dem grünen Rasen statt, waren allerdings nicht fussballerischer Natur: Vor dem verspäteten Anpfiff – was in Portugal üblich zu sein scheint – setzte sich ein Adler, das Wappentier von Benfica, stürmisch bejubelt auf ein überdimensionale, altarähnliche Vereinslogo – perfekt dorthin dirigiert von einem Tiertrainer. In der Halbzeitpause war es einer Gruppe von Cheerleadern vorbehalten, auf dem mit Wasser mehr als durchtränkten Untergrund Bodenturnübungen zu vollziehen, die den geneigten Zuseher eher an Schlammringen erinnerte. Das Treiben auf den Rängen war jedoch erschreckend teilnahmslos: Nicht einmal der südländische Animateur (in unseren Breitengraden altmodisch "Stadionsprecher" genannt) wusste die träge Anhängerschaft, deren vorsichtigen Gesänge in der Lautstärke fortlaufend abnahmen, zu begeistern; auch die wenigen Schwenkfahnen waren nur anfangs auszumachen.



Die Abordnung der Gästefans – bestehend aus fünf mit Schwenkfahnen ausgestatteten Subjekten und einer Mehrzahl von stummen Sitzplatzzuschauern – aus dem weit entfernten Vila do Conde wurde eher zufällig wahrgenommen, was auch ein vielsagender Leistungsausweis sein kann. Die sintflutartigen Regenfälle trugen ihr Übriges dazu bei, dass das Duell zwischen dem Tabellenzweiten und dem Schlusslicht zu einer kampfbetonten Angelegenheit ohne Spielfluss mutierte. Die Hauptstädter wussten sich erst gegen Ende der ersten Hälfte ein Übergewicht herauszuspielen, was immerhin zwei klägliche Pfostentreffer mit sich brachte. Eine Entscheidung fiel schliesslich zwanzig Minuten vor Spielschuss, als der schon bei seiner Einwechslung frenetisch gefeierte Benfica-Stürmer Mantorras zum Siegtorschützen avancierte. Aufgrund der nachlässigen Spielweise der Einheimischen war ein Ausgleich bis zum Ende der Begegnung in Reichweite, wobei Rio Ave allerdings jegliche Qualität im Angriff vermissen liess.