Sonntag, 12. August 2012

FC Wil 0 FC Aarau 3

Challenge League
AFG Arena, St. Gallen
Zuschauer: 1250 (150)


Die Gastgeber aus der Ostschweizer müssen die aktuelle Saison "im Exil" in St. Gallen verbringen, da der heimische Sportpark Bergholz zurzeit runderneuert wird. Als Aarauer trat man diese Reise in die Kantonshauptstadt natürlich mit positiven Erinnerungen an, nachdem es erst vor wenigen Wochen in der Arena einen wegweisenden und ebenso dramatischen 2:1-Erfolg gegen St. Gallen zu bejubeln gegeben hatte, der den Weg in die unvergessliche "Barrage" ebnete. Der Auftakt in die laufende Spielzeit ist beiden Equipen hingegen nicht nach Wunsch geglückt: Die Schützlinge von FCA-Chefcoach René Weiler mussten zuletzt drei sieglose Meisterschaftspartien verarbeiten, während sich Wil sogar dreimal geschlagen geben musste - und sich seine einzigen Punkte der bisherigen Kampagne ausgerechnet beim Aufstiegsaspiranten aus Bellinzona (3:2) sicherte.



Dass das Punktekonto von Wil auch nach dem dritten Auftritt in der temporären Heimstätte leer blieb, war der primäre Verdienst von Davide Callà. Die Aarauer Neuverpflichtung zeigte erstmals seine Qualitäten und schoss nicht nur den Führungstreffer (nach der Vorlage von Dante Senger), sondern war auch für den zweiten Torerfolg an diesem Nachmittag verantwortlich. Nachdem sich Wil durch eine Ampelkarte (gegen Cha) selbst geschwächt hatte, sorgte Silvan Widmer aus dem Gewühl heraus für einen letztlich ungefährdeten Auswärtssieg in einer Begegnung, die durch eine gespenstige Atmosphäre begleitet wurde. Angesichts eines geringen Publikumsaufkommens, das den vergangenen Zuschauerzahlen im Bergholz entsprach, waren nur die Haupttribüne sowie der Gästeblock zugänglich - immerhin gelegentlich liessen sich akustische Äusserungen der Aarauer oder des kleinen Grüppchens Heimsupporter im äussersten Bereich der Längsseite vernehmen.

Montag, 6. August 2012

FC Vaduz 5 FC Aarau 3

Challenge League
Rheinparkstadion, Vaduz
Zuschauer: 1124 (100)


Aufgrund der jüngsten Ligareduktion (auf 10 Equipen) dürfen alle Vereine aus der zweithöchsten Schweizer Spielklassse in Zukunft zweimal pro Saison ein bisschen Europacup-Feeling geniessen, auch wenn es jeweils nur einige Kilometer über die Landesgrenze hinausgeht zum erfolgreichsten Club aus dem Fürstentum Liechtenstein, dessen sieben Vereine allesamt Gastrecht im Schweizer Ligasystem geniessen. Im "Ländle" herrschten (trotz Hochsommer) herbstliche Bedingungen und auch das Geschehen auf dem Spielfeld vermochte nicht zu gefallen. Die "Residenzler" kamen in der Mitte der ersten Halbzeit durch den früheren Aarauer Franz Burgmeier zum Führungstreffer, den die Gäste vom Elfmeterpunkt (durch Schultz) eher glückhaft ausgleichen konnten.



Kurz vor dem Seitenwechsel wurde Aarau-Sturmspitze Goran Antic nach einem riskanten Tackling an der Seitenauslinie fälschlicherweise vom Platz gestellt. Dennoch gelang es den Aarauern durch ein Kopfballtor von Silvan Widmer sogar zwischenzeitlich in Führung zu gehen, doch die Dominanz von Vaduz wurde in der Folge immer grösser, was sie - zum Teil unter gütiger Mithilfe der Aarauer Defensive - noch vier Treffer markieren liess, so dass der zweite (Kopfball-)Treffer von Widmer nicht mehr als Ergebniskosmetik in einem attraktiven Spiel mit vielen Strafraumszenen war.

Sonntag, 5. August 2012

TuRU Düsseldorf 0 VfL Rhede 2

Oberliga Niederrhein
Stadion Feuerbachstrasse, Düsseldorf
Zuschauer: 250


Zum Abschluss der Weekend-Tour wurde die Turn- und Rasensport Union 1880 e. V. Düsseldorf, besser als TuRU bekannt, angesteuert. Die aktuelle Nummer zwei in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt findet sich direkt beim S-Bahn-Haltepunkt Volksgarten. Dort blickt man durch die Bäume auf einen beachtlichen Ground hinunter, dessen Ausbau sich über beide Längsseiten erstreckt. Die überdachte Tribüne verfügt über zehn Sitzbankreihen, beidseitig flankiert von 16 ungedeckten Stehstufen. Auf der Gegengeraden (des Bahndamms) verlaufen weitere Stehränge (insgesamt elf Stufen), wobei es sich die Zuschauer auch auf den Graswällen hinter den beiden Toren bequem machen können, wo es heute mehr als genug Platz für alle Schaulustigen gab.



Nur wenige Besucher fanden sich zum Startsspiel von TuRU Düsseldorf, früherer Teilnehmer an einer Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft (1925), in der Oberliga Niederrhein an der Feuerbachstrasse ein. Es wurde fussballerische Magerkost geboten, in der die Gäste aus Rhede (im westlichen Münsterland) nach zehn Minuten mit der ersten Abschlusschance alleine vor dem Keeper in Front gingen. Rund siebzig Minuten waren gespielt, als auch die Düsseldorfer endlich gefährlich wurden, aber am gegnerischen Goalie oder der eigenen Unfähigkeit scheiterten, was Rhede wiederum mit einem seltenen, einfach vorgetragenen Konter zum 2:0-Endstand nutzte.

Samstag, 4. August 2012

VfB Hüls 0 FC Viktoria Köln 2

Regionalliga West
Stadion am Badeweiher, Marl
Zuschauer: 550 (100)


Als Tabellensiebter der ausgedienten NRW-Liga hatte sich der VfB Hüls, aus dem gleichnamigen Ortsteil der Ruhrpottgemeinde Marl, in letzter Sekunde für die Relegation zur neuen Regionalliga West qualifiziert und stand nach einem Freilos, weil nach dem freiwilligen Verzicht aller Equipen aus dem Verband Mittelrhein irrwitzigerweise eine ungerade Anzahl an Vereinen (nämlich sieben) dabei waren, kampflos und völlig unerwartet erstmals in der Regionalliga. In ebenselbige kehrte auch Viktoria Köln - nicht einmal zwei Jahre nach der Insolvenz, gefolgt von einer fruchtbaren Spielgemeinschaft mit dem FC Junkersdorf - als souveräner Meister der abgelaufenen Spielzeit zurück, so dass das Auftaktspiel, idyllisch zwischen Autobahn und Chemiepark, auch ein Duell zweier Aufsteiger war, welche sich aus der letzten Saison bestens kennen. Die Kölner wurden dabei von einer Hundertschaft begleitet, deren Intro neben einigen Schwenkfahnen auch aus einer kleinen Menge Papierschnipsel und einem Spruchband ("Auf eine geile Saison") bestand.



Auf einheimischer Seite waren zwar ebenfalls einige Zaunfahnen auszumachen, doch die Mehrheit der akustischen Signale kam von den Gästefans. Letztere hatten allen Grund zum Feiern, denn die Viktoria ging nach einem Lattentreffer und einer verpassten Grosschance schliesslich in der Mitte der ersten Halbzeit verdient in Führung, als ein Freistoss von rechtsaussen über die Linie gelenkt wurde. Die Hausherren vermochten sich nur sehr selten in eine aussichtsreiche Abschlussposition zu bringen, so dass die Kölner rund zehn Zeigerumdrehungen vor dem Ende durch einen seltenen Konter - und eine (un)glücklich abgelenkte Direktabnahme - für die endgültige Entscheidung in Form eines zweiten Treffers sorgten. Das Stadion am Badeweiher verfügt über eine überdachte Tribüne mit sechs Sitzreihen in roter Farbe. Auf der Gegenseite verlaufen sechs Stehstufen.

Tus Haltern am See 0 SV Lippramsdorf 0 (4:2 n.E.)

Freundschaftsspiel
Stauseekampfbahn, Haltern am See
Zuschauer: 300


Wenn man schon einmal in dieser "Ecke" war, schien auch die Stadtmeisterschaft in Haltern am See als interessantes Ereignis zu gelten, wo sich der Gastgeber und Lokalkrösus TuS Haltern - nach der Insolvenzabwendung durch ex-Jugendspieler Christoph Metzelder erst kürzlich in die Westfalenliga (sechsthöchste Stufe) aufgestiegen - und der zwei Klassen tiefer angesiedelte Bezirksligist aus dem Ortsteil Lippramsdorf im Endspiel gegenüberstanden. In den ausbauarmen Stauseekampfbahn - drei ungedeckte Stehstufen auf einer Längsseite - war zum allgemeinen Erstaunen nichts von einem Klassenunterschied zu sehen. Vielmehr war es die Gäste, die die grösste (und zugleich einzige) Gelegenheit vor dem Pausentee alleine vor dem gegnerischen Keeper kläglich vergaben. Erstaunlich war auch die Schadenfreude vieler Zuschauer, die dem (unbeliebten?) Favoriten am diesem wechselhaften Nachmittag entgegenschlug.



In der zweiten Hälfte trat der TuS Haltern, dessen Talentschmiede neben Metzelder und seinem Bruder Malte (Ingolstadt) auch noch Benedikt Höwedes (Schalke) und Sergio Pinto (Hannover) hervorbrachte, mit gütiger Hilfe des fragwürdigen Schiedsrichters zwar spielbestimmend(er) auf. Abgesehen von einem Freistoss aus knapp 20 Metern wurde es vor dem Tor des Bezirksligisten allerdings erst in der Schlussphase brenzlig, doch die aufopferungsvoll kämpfenden Akteure von Lippramsdorf wussten sich ins Elfmeterschiessen zu retten, das die Organisatioren nach Ablauf der regulären Spielzeit (ohne Verlängerung) angesetzt hatten. Dort versagten aber gleich zwei unterklassige Schützen, deren unplatzierte Versuche vom gegnerischen Keeper mühelos pariert wurden, so dass die Favoriten vom TuS Haltern zum vierten "Stadtmeistertitel" in Folge kamen.

Freitag, 3. August 2012

SV Meppen 3 SC Victoria Hamburg 1

Regionalliga Nord
Emslandstadion, Meppen
Zuschauer: 2273 (20)


Aus hoppertechnischer Sicht ist es positiv zu werten, dass der eigene Verein zum montäglichen TV-Livespiel-Liebling der zweithöchsten Schweizer Spielklasse mutiert ist, weil sich dadurch ein erfreulicher Gestaltungsfreiraum an den "spielfreien" Wochenenden ergibt. Entsprechend galt es wieder einmal an der Komplettierung der deutschen Regionalligen zu arbeiten, was aufgrund der Ausdehnung auf fünf Staffeln nicht wirklich einfacher geworden ist - vor dem Ausflug waren es noch 37 Pendenzen, wovon in Sachen Attraktivität nur wenige Zielorte mit Meppen mitzuhalten vermögen. Die intrinsische Motivation für einen Trip ins Emsland war also zweifellos vorhanden, um den langjährigen Zweitigisten (1987 bis 1998, Rang 29 in der ewigen Tabelle) zu beehren.



Der Club erlangte überregionale Bekanntheit durch ein Zitat von Schalke-Keeper Toni Schumacher ("Ich spiel doch nicht in Meppen"), als die Knappen im Jahr 1988 vom Abstieg bedroht waren. Eine weitere Randnotiz: Auf den Tag genau vor 30 Jahren war der FC Barcelona - mit dem legendären Spielmacher Diego Armando Maradona und dem deutschen Chefcoach Udo Lattek - im ehemaligen Hindenburgstadion zu Gast, was den Norddeutschen einen offiziellen, immer noch gültigen Rekord von 18'000 Zuschauern bescherte. Beim heutigen Startspiel in der Regionalliga Nord war natürlich mit einem bescheideneren Publikumsaufmarsch zu rechnen, aber der Ground ist im leeren Zustand ebenfalls sehenswert. Im Laufe des Bundesliga-Abenteuers (1993) war die "Neue Tribüne" mit 16 Sitzbankreihen erbaut worden, welche auf Höhe der Mittellinie mit roten Sitzschalen bestückt ist.



Auf der Gegenseite findet sich die ursprüngliche Haupttribüne, im Jahr 1962 erbaut, wo es neben Sitzbänken auch überdachte Stehplätze (in den Aussenbereichen) gibt. Auf den Hintertorseiten lassen sich ein Dutzend Stehstufen entdecken, wobei sich in der weitläufigen "Gästekurve" auch noch die Vergangenheit als Leichtathletikstadion erkennen lässt. Der Auswärtssektor wurde an diesem sommerlichen Freitagabend von rund zwanzig Anhängern aus der Hansestadt bevölkert, deren ultra-mässiger Support erstaunlich ausdauernd war - erst in der Schlussphase kamen die Stimmen der Vicky-Fans langsam an ihre Grenzen. Auf Seiten der Gastgeber war mehr Personal anwesend, dennoch gab es nur streckenweise Unterstützung für die eigenen Farben; vielmehr waren im heimischen Block ständig mehrere Schwenkfahnen grösseren Ausmasses im Einsatz.



Auf dem Spielfeld liessen es beide Equipen gemächlich angehen. Erst nach 25 Minuten wurde die Begegnung munterer - ausgelöst durch einen Pfiff des Schiedsrichters, dem das Handspiel eines heimischen Akteurs nach einem Eckball nicht entgangen war. Aus elf Metern traf "Wandervogel" Nico Patschinki in Panenka-Manier zur Führung für Vicky - und verabschiedete sich nun wenige Tage später nach Berlin. Zurück zum Spiel: Wenige Minuten später bekam nämlich auch Meppen einen Handspenalty zugesprochen, schoss aber am gegnerischen Tor vorbei. Besser machten es die Emsländer aus dem Spiel heraus, denn die Blau-Weissen trafen mit zwei gleichen Spielzügen über die Flügel - einmal von links, einmal von rechts - noch vor der Pause doppelt ins Schwarze und konnten es sich sogar leisten, im Spielrausch am leeren Gehäuse vorbeizuschiessen.



Kurz nach Wiederanpfiff wurde ein heimischer Spieler nach einem Foulspiel verwarnt und - nach langer Bedenkzeit - unter die Dusche geschickt, nachdem auch der Unparteiische noch bemerkt hatte, dass der Sünder schon in der ersten Halbzeit beim Handspiel beteiligt gewesen war. Nun versuchte Victoria - im ersten Regionalliga-Ernstkampf seit 1966 - vermehrt Druck zu machen, doch die Abschlusschancen verstrichen ungenutzt. Und so kam es schliesslich zur endgültigen Entscheidung zugunsten von Meppen, als eine grossartige Kombination von der Strafraumgrenze zum 3:1-Endstand abgeschlossen wurde, nachdem die Lokalmatadoren zuvor mit einem seltenen Konter noch an der Torumrandung gescheitert waren. Nach dem Abpfiff gab es noch eine kleine Rangelei zwischen beiden Equipen, wobei auch die Betreuer an vordester Front mitmischten.

Sonntag, 29. Juli 2012

FC Aarau 0 FC Chiasso 0

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 2400 (10)


Wer in der letzten Woche gegen Locarno (1:1) noch in den Ferien weilte, bekam nur sieben Tage später nochmals eine identische Gelegenheit, um das erfolglose Aargauer Anrennen gegen einen defensiv-destruktiven Kontrahenten aus der Südschweiz zu beobachten. Erneut begann Aarau zielstrebig, doch die Druckphase in der Mitte der ersten Halbzeit führte trotz guten Möglichkeiten nicht zum Erfolg; selbiges galt auch für die Aarauer Schlussoffensive, so dass sich die Tessiner einmal mehr gekonnt zu einem torlosen Remis mauerten. Auf den heimischen Rängen gab es ein gewöhnliches Doppelhalter- und Fahnenintro zu sehen; sogar aus der Grenzstadt Chiasso hatten sich einige Supporter eingefunden, welche sich allerdings nur sehr sparsam zu Wort meldeten.



In beeindruckender Torlaune präsentierte sich hingegen die Aarauer Nachwuchsauswahl, die den Ligakontrahenten aus Liestal auf dessen Platz mit 5:0 besiegen konnte. Nach einer Viertelstunde war es Giampà, der den Torreigen mir einem direkten verwandelten Freistoss (via Innenpfosten) eröffnete. Noch vor dem Seitenwechsel sorgten die beiden Testspieler Maykon Vaz Shimabuku und Stefan Vukovic, jeweils nach Hereingabe von Luiyi Lugo, für einen beruhigenden Vorsprung. In der zweiten Hälfte trugen sich auch noch die eingewechselten Ömer Kömür und Albion Xhema in die Torschützenliste ein, während die Gastgeber aus dem Baselbiet neben einigen verpassten Abschlusschancen auch noch einen Lattentreffer zu beklagen hatten.

Donnerstag, 26. Juli 2012

VfB Stuttgart 4 FSV Frankfurt 0

Freundschaftsspiel
Anton-Mall-Stadion, Donaueschingen
Zuschauer: 2000


Auf dem Rückweg aus Bayern bot sich ein Zwischenstopp in Donaueschingen an, auch wenn sich der schwäbische Bundesligist und sein unterklassiger Gegner aus Hessen einzig aus Testzwecken duellierten. Die Stuttgarter befinden sich momentan im Trainingslager in Donaueschingen, so dass der Austragungsort im Anton-Mall-Stadion, benannt nach einem langjährigen Sportförderer, rasch gefunden war. Der Ground besitzt eine ans Vereinsheim gebaute Tribüne (mit vier Sitzbankreihen) und zwei überdachte Stehstufen in der Mitte der Gegengerade. In den weitläufigen Kurven findet sich jeweils ein kleiner Graswall, dessen oberes Ende durchgehend mit Holzbänken bestückt ist.



Beide Teams waren in der ersten Halbzeit über weite Strecken ebenbürtig, doch die Stuttgarter nutzten eine seltene Abschlussmöglichkeit, als Harnik nach einem Querpass von linksaussen nur noch einzuschieben brauchte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit traf Ibisevic auf identische Weise, nachdem die Frankfurter zuvor selbst gescheitert waren. In der Schlussphase sorgten nochmals Ibisevic (alleine vor dem Keeper) und Nachwuchsakteur Vecchione mit einer völlig missratenen, aber perfekt abgelenkten Direktabnahme für den Endstand. Übrigens: Nur drei Tage später zog der Gastgeber FV Donaueschingen seine Mannschaft aus der Verbandsliga Südbaden zurück...

Mittwoch, 25. Juli 2012

1. FC Passau 2 FC Vilshofen 2

Landesliga Bayern Südost
Dreiflüssestadion, Passau
Zuschauer: 400


Der Non-League-Ground der pittoresken Dreiflüssestadt (wo Donau, Ilz und Inn zusammenfinden) an der Grenze zu Österreich stand bereits seit längerer Zeit auf meiner Liste. Eigentlich schade, dass der einst stolze Bayernligist - in der 80er-Jahren noch dritthöchste Liga der Bundesrepublik - inzwischen in den Niederungen des Amateurfussballs verschwunden ist. Immerhin bekam Passau, und auch der heutige Gast aus dem Nachbarort Vilshofen, einen Aufstieg dank der bajuwarischen Spielklassenreform nahezu "geschenkt", denn die Endrangierung im Tabellenmittelfeld reichte vor kurzem für eine Rückkehr in die sechstklassige Landesliga. Das örtliche Stadion ist entsprechend überdimensioniert: Die überdachte Haupttribüne verfügt über acht Reihen mit Sitzbänken, davor verlaufen nochmals ebenso viele Bankreihen (ohne Überdachung) bis in die weitläufigen Kurven hinein, wo sich wiederum ein gutes Dutzend flacher, ungedeckter Stehstufen finden lässt.



Das Lokalderby begann aufgrund einer längerer Ansprache des Gemeindepfarrers (!) mit sieben Minuten Verspätung, was die Hausherren besser zu verkraften schienen - nach einem Freistoss köpfte Passau - rund zehn Spielminuten waren vergangen - freistehend zur Führung ein. Danach waren aussichtsreiche Abschlussmöglichkeiten selten, so dass die interessante Endphase umso überraschender kam. Es begann in der 77. Minute, als Vilshofen nach einem Distanzschuss, den der Heimkeeper abprallen liess, im Nachsetzen zum Ausgleich kam. Nur zwei Zeigerumdrehungen später vermochten die Gäste erneut aus kurzer Distanz erfolgreich abzustauben, aber am Ende retteten die Lokalmatadoren doch noch einen Punkt, indem sie sich in der Nachspielzeit gekonnt durch die gegnerische Defensive kombinierten, um zum umjubelten 2:2-Endstand einzunetzen.

Sonntag, 22. Juli 2012

FC Aarau 1 FC Locarno 1

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 3200 (10)


Die Aarauer Heimpremiere in der neuen Challenge-League-Saison begann vielversprechend: Nach einigen aussichtsreichen Torchancen - und einem Pfostentreffer von Goran Antic - traf Letzterer in der Mitte der ersten Halbzeit nach einem Eckball durch Alain Schultz im Sinne eines Kopie des Siegestreffers gegen Wohlen per Kopf zur verdienten Führung. In der Folge tat sich der FCA aber immer schwieriger, was sich in einem ideenlosen Anrennen manifestierte. Und schliesslich kam es noch schlimmer, als die Tessiner nach einem seltenen Konter im Nachsetzen durch Pacarizi zum Ausgleichstreffer kamen - und den Punktgewinn bis zum Schlusspfiff festzuhalten vermochten.



Auf den Rängen zeigte die "Szene Aarau" anfangs eine Blockfahne mit dem Aufdruck "NLA - s'Ziel ganz klar vor Auge", wobei es einen sitzenden Mann mit einem Fernrohr zu sehen gab. In der Tat scheint der erhoffte Aufstieg angesichts der heutigen Leistung gegen Locarno, eher als Kandidat für die unteren Tabellenplätze einzuschätzen, nur mit optischen Hilfsmitteln einzufangen zu sein. Ebenso verloren mussten sich die wenigen (stummen) Gästefans vorkommen, deren Anwesenheit primär mit zwei Zaunfahnen der altbekannten Gruppierung "Cirrosi Epathica" ausgedrückt wurde.