Sonntag, 4. August 2013

FC Thun 2 FC Aarau 2

Raiffeisen Super League
Arena Thun, Thun
Zuschauer: 5268 (600)


Erstmals war Aarau - abgesehen von einem bedeutungslosen Testspiel - zu Gast in der modernen Arena Thun, dem einstöckigen All-Seater-Ground im Berner Oberland. Nicht einmal vier Minuten waren gespielt, als der erste Aarauer Torerfolg im neuen Thuner Stadion zur Tatsache geworden war - nach einem Handspiel von Schirinzi traf Callà aus elf Metern abgeklärt zur Führung. In der Folge waren aber die Einheimischen dominant: Zuerst traf Lüthi mittels Freistoss, danach konnte Sadiku alleine vor König, der den bisherigen Stammtorhüter Mall ersetzte, zum 2:1-Pausenstand einschiessen, nachdem sich die Aarauer Defensive mit einem Pass in die Tiefe aushebeln liess.



Nach dem Seitenwechsel kämpfte Thun zunehmend mit den eigenen Kräften, nachdem sie drei Tage zuvor erst noch in der Europa League (2:1-Sieg über BK Häcken) aktiv waren. Eine seltene Grosschance der Lokalmatadoren machte "Debütant" König - im Mai 2004 absolvierte er bereits einen Einsatz im FCA-Trikot - mit einem Glanzreflex gegen Siegfried zu Nichts, woraufhin Aarau endgültig alles nach vorne warf. Aus der umfunktionierten Dreierabwehr heraus schlug Jaggy in der 91. Minute abermals einen langen Ball in den gegnerischen Strafraum, wo Schultz auf Callà verlängerte, der das Spielgerät wiederum zum späten Aarauer Ausgleich im Netz versenkte.



Eine stattliche Anzahl an FCA-Fans fand sich in der Thuner Arena ein und machte schon vor dem Anpfiff in optischer Hinsicht auf sich aufmerksam - mit einer Blockfahne des Stadtwappens, einer kleinen Menge Rauch sowie einer Vielzahl an "Balkenschals" in den Clubfarben. Auf der anderen Seite zeigte der kleingehaltene "Block Süd" einige Doppelhalter und Schwenkfahnen als Intro, während des Spiels waren die Gästefans mehrheitlich lautstarker zu vernehmen.

Samstag, 27. Juli 2013

GC Zürich 4 FC Aarau 2

Raiffeisen Super League
Stadion Letzigrund, Zürich
Zuschauer: 5270 (400)


Beim zweiten Aarauer Auswärtsspiel gab es erneut nichts zu holen. Nach dem Meister entpuppte sich auch der Vizemeister und Cupsieger als übermächtiger Gegner. In der Startphase durfte der FCA noch auf Glücksgöttin Fortuna zählen, als die Abschlüsse von Gashi (3.) und Ben Khalifa (9.) nur an der Torumrandung landeten. Dennoch kam GC durch seinen überragenden Spielmacher Hajrovic (5.) zu einem frühen Führungstreffer. Aber Aarau wusste sogleich zu reagieren, indem Ionita nach einem Eckball von Lüscher zum Ausgleich einköpfte. Und es sollte sogar noch besser kommen: Nach einer halben Stunde schloss Staubli einen seltenen Aarauer Konter unter gütiger Mithilfe von GC-Keeper Bürki zur erstmaligen Gästeführung ab.



Aber alles Glück der Welt sollte an diesem hochsommerlichen Abend nicht ausreichen. Nachdem GC vor dem Seitenwechsel in Person von Gashi nochmals am Aluminium gescheitert war, zirkelte wiederum Hajrovic anfangs zweiter Hälfte einen Freistoss von der Strafraumgrenze herrlich zum 2:2 in die Maschen. Nun schwanden die Kräfte der kämpferischen Aarauer laufend. Am Ende war es ein Lapsus von Keeper Mall, der den Zürcher Führungstreffer durch Ben Khalifa ermöglichte; schliesslich sorgte Gashi mit einem weiteren Freistosstor für den leistungsgerechten Endstand.

Samstag, 20. Juli 2013

FC Aarau 4 FC Luzern 2

Raiffeisen Super League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 8000 (1000)


Die Aarauer Heimpremiere nach der Rückkehr in die höchste Spielklasse wurde zum triumphalen Siegeszug über den Derbyrivalen aus der Zentralschweiz. Im ausverkauften Stadion Brügglifeld geriet Aarau infolge mangelhafter Abstimmung in der Innenverteidigung durch den Kopfball von Bozanic früh in Rücklage, aber danach spielten sich die Schützlinge von Aarau-Cheftrainer René Weiler in einen wahren Rausch. Innert 23 Minuten trugen sich Jäckle, Staubli, Callà und Ionita - wovon drei Treffer durch Eckbälle von Lüscher vorbereitet wurden - gegen eine indisponierte Luzerner Hintermannschaft in eine rasch wachsende Torschützenliste der Hausherren ein.



Zwar kam auch Luzern noch vor dem Pausentee durch einen weiteren, ungedeckten Kopfball von Bozanic zum zweiten Treffer des Abends, aber die Gäste wussten nach dem Seitenwechsel nichts Zählbares mehr nachlegen, sodass die Aarauer nach sieben erfolglosen Versuchen endlich wieder einmal einen Derbysieg feiern konnten. Dementsprechend wurde auch die Forderung der eigenen Anhänger ("Kämpfe & Gwönne") einwandfrei umgesetzt. Beide Fanlager zeigten als Intro jeweils ein dichtes Meer an Doppelhaltern und Schwenkfahnen, wobei bei den Luzernern auch noch ein wenig (blauer) Rauch zu sehen war. Auch die Stimmung war eines Derbys jederzeit würdig.

Samstag, 13. Juli 2013

FC Basel 3 FC Aarau 1

Raiffeisen Super League
St. Jakob Park, Basel
Zuschauer: 27471 (1000)


Nach 1153 Tagen war das Warten zu Ende. Der FC Aarau kehrt zurück auf die grosse Bühne der Super League - und erhielt mit dem Schweizer Meister aus Basel sogleich einen riesigen Brocken in der Startrunde vorgesetzt. In 17 Versuchen vermochte der FCA bislang noch nie im St. Jakob Park zu gewinnen, nur zweimal reichte es immerhin zu einem Unentschieden. Diese Negativserie sollte auch im Startspiel der Saison 2013/14 nicht durchbrochen werden - was auch an äusseren Umständen lag. Namentlich soll die zweifelhafte Rolle des Schiedsrichters genannt werden.



Natürlich war der Basler Heimsieg gemessen an den Spielanteilen verdient, aber dennoch wäre auch ein anderer Ausgang der Partie denkbar gewesen. Wenn der Unparteiische beim Foulspiel von Schär gegen Mouangue auf den Penaltypunkt gezeigt hätte. Wenn der Linienrichter erkannt hätte, dass das Leder vor dem Führungstreffer von Salah schon im Aus war. Oder wenn selbiger Assistent beim perfekten Burki-Zuspiel auf Callà nicht fälschlicherweise auf Abseits entschieden hätte. Stattdessen waren es die Gastgeber, die durch zwei Tore seines Sturmduos Bodadilla und Streller in der Mitte der zweiten Hälfte für die endgültige Entscheidung sorgten, während Aarau immerhin durch einen Kopfball von Garat (auf Corner von Marazzi) noch zum Ehrentreffer kam.



Die Rückkehr in die oberste Spielklasse des Landes war auch von allen FCA-Fans mit Sehnsucht erwartet worden - rund 1'000 Anhänger unterstützten ihre Mannschaft am Rheinknie und gaben mit dem Spruchband "Aarau esch zrogg" und einer grossen Zahl an optischen Hilfsmitteln sowie akustischen Äusserungen ein sehenswertes Bild ab. Die Muttenzerkurve präsentierte beim Intro eine Blockfahne mit dem Clubemblem, flankiert von vielen Schals und Schwenkfahnen (aussen).

Samstag, 29. Juni 2013

FC Aarau 6 FC Schötz 0

Freundschaftsspiel
Sportplatz Stämpfel, Nebikon
Zuschauer: 600


In der fünfteiligen Aarauer Vorbereitungsserie war wenigstens ein neuer Ground zu entdecken, wurde der FCA doch zur Clubhaus- und Sportplatzeinweihung nach Nebikon geladen, um gegen den Erstligisten Schötz (direkt neben Nebikon gelegen) anzutreten. Der Spielort kann immerhin drei unüberdachten Stehstufen vor dem modernen Funktionsgebäude bieten, daneben wurden provisorisch einige Holzpaletten (in zwei Reihen) aufeinandergestapelt. Auf den übrigen Seiten des Spielfeldes kann nicht gestanden werden bzw. nur im Schatten eines meterhohen Zaunes.



Auf dem Rasen wird Aarau am Tag der Rückkehr aus dem Trainingslager im Schwarzwald nach anfänglichen Schwierigkeiten gerecht: In der Mitte der ersten Halbzeit köpfte Igor Nganga zum Führung ein, zehn Minuten später erhöhte Testspieler Otele Mouangue zur 2:0-Pausenführung. Nach dem Pausentee vergingen nur wenige Momente bis zu weiteren Aarauer Torerfolgen durch Alexander Gonzalez und erneut Mouangue. Der Kameruner fixierte auch den Endstand, nachdem sich zuvor noch Nachwuchsakteur Christopher Teichmann im Matchtelegramm verewigt hatte.

Sonntag, 16. Juni 2013

FC Neftenbach 2 SC Veltheim 2

2. Liga regional (FVRZ)
Sportplatz Pöschenriet, Neftenbach
Zuschauer: 250


In der Winterthurer Agglomeration sollte - begleitet von Carsten und Stecki - endlich auch die zweite Zürcher Regionalgruppe komplettiert werden. Nur zur Sicherheit, wobei sich Neftenbach sowieso in akuter Abstiegsgefahr befindet, wie auch die heutigen Gäste von Veltheim. So war klar, dass die beiden Mannschaften jeweils einen Sieg brauchen würden. Auf dem ausbaulosen Sportplatz bekamen die Zuschauer in der ersten Halbzeit jedoch vor allem viel Kampf zu sehen. Beide Teams unterstrichen in spielerischer Hinsicht, wieso sie in der Tabelle weit unten stehen.



Und dennoch gab es in der zweiten Minute der Nachspielzeit im ersten Durchgang einen ersten Jubel zu bestaunen, als eine Flanke von rechts für den Gäste direkt verwandelt wurde. Dadurch wurde auch das Spielgeschehen attraktiver. In der Mitte der zweiten Halbzeit schien eine frühe Vorentscheidung gefallen zu sein, als Veltheim mittels Kopfball auf 2:0 erhöhte. Aber Neftenbach kämpfte sich nochmals zurück - mit gütiger Unterstützung des Veltheimer Goalie; vor allem beim Ausgleich in der 88. Minute, als er einen Kopfball durch die Beine passieren liess, sah er wahrlich nicht gut aus. Eine Punkteteilung, welche wohl beide Teams mit dem Abstieg bestrafen wird.

FC Bauma 1 FC Stäfa II 3

4. Liga regional (FVRZ)
Sportplatz Schwendi, Bauma
Zuschauer: 50


Allerletztes Spiel in der Saison 2012/13. Wahrlich unspektakulär. Aber tatsächlich war nur Bauma mit dem morgendlichen Spiel in Neftenbach zu verbinden, so dass der ausbaulose Sportplatz im Zürcher Oberland zum Handkuss kam. Anfangs überboten sich beide Equipen im Auslassen von grossen Torchancen: Die Gäste schossen nach einem abgefangenen Rückpass am leeren Kasten vorbei, später scheiterte Bauma alleine vor dem Stäfner Torhüter. Es bedurfte einer herrlichen Volleyabnahme nach einer Flanke von rechts, um die heimische Führung zu bewerkstelligen.



Aber die Zweitvertretung aus Stäfa wusste nur wenige Zeigerumdrehungen später durch einen Kopfballtreffer nach einem Eckball auszugleichen. Im zweiten Umgang taten sich die Akteure in der tropischen Sommerhitze schwer. Nur noch selten waren gefährliche Abschlüsse zu notieren. Am Ende setzte sich Stäfa etwas glückhaft durch, nachdem sich die Einheimischen zuvor eine leichte Überlegenheit erarbeitet hatten. In der 86. Minute trafen die Gäste im Nachsetzen zur Führung, nur Sekunden später erhöhten sie gegen resnignierende Hausherren sogar auf 3:1.

Samstag, 15. Juni 2013

FC Vallorbe-Ballaigues 3 FC Etoile-Broye 10

3. Liga regional (ACVF)
Stade Prés-Sous-Ville, Vallorbe
Zuschauer: 40


Im Grenzgebiet zu Frankreich findet sich die Waadtländer Gemeinde Vallorbe - bekannt für seine Höhlen (Grotte de l'Orbe) und den TGV-Halt auf der Strecke nach Paris. Auch das lokale Stadion ist sehenswert - dank einer überdachten Tribüne mit fünf Holzbankreihen. Ansonsten kam meine Wenigkeit in den Genuss einiger surrealer Stunden. Dies begann schon beim Aufwärmen, als die Gastgeber wie eine Hobbytruppe aus der 5. Liga wirkten, deren Torhüter von einem 12-Jährigen eingeschossen wurde. Vallorbe hatte anfangs auch nur neun Feldspieler auf dem Rasen, was sie aber nicht davon abhielt nach einer Viertelstunde um zwei Längen vorne zu liegen, während ich an meiner Fachhkompetenz zu zweifeln begann und angesichts der inexistenten Gegenwehr von Etoile-Broye eifrig nach passenden Live-Wetten in taiwanesischen Online-Wettbüros suchte.



Irgendwann entschieden sich aber auch die Gäste zu einer aktiven Teilnahme an der Begegnung, was genügte, um das Zwischenergebnis bis zur Halbzeit auf 2:5 zu drehen. Einziges Highlight aus Sicht der überforderten Lokalmatadoren war die Einwechslung einer Rastafrisur, begleitet von der Champions-League-Hymne. Wenn Sarkasmus grenzenlos ist. Auf dem Spielfeld interessierte einzig die Höhe des Auswärtssieges - und tatsächlich gelang Etoile-Broye schliesslich eine zweistellige Anzahl Treffer, während die Gastgeber durch einen völlig verunglückten Abschluss - zur perfekten Vorlage mutierend - auch noch einmal jubeln durften. Am Ende bleiben noch viele offene Fragen, z.B. wer hat hier wirklich gespielt? Wie viele Weltkriege hat der heimische Trainer erlebt? Oder wieso können nicht alle besuchten Fussballspiele so absurd-unterhaltend sein?

Freitag, 14. Juni 2013

FC Ueberstorf 1 FC Giffers-Tentlingen 2

2. Liga regional (AFF)
Sportplatz Ueberstorf, Ueberstorf
Zuschauer: 180


Als Beifahrer von Chauffeur Stecki sollte ein ÖV-unfreundlicher Ground im Freiburger Sensebezirk beehrt werden. Immerhin fünf ungedeckte Stehstufen über eine ganze Längsseite liessen sich in Ueberstorf ausmachen. Dazu ein leckeres, vielfältiges Angebot der Gastronomie, welches gemäss Durchsage des Speakers an diesem sommerlichen Abend leider zum letzten Mal zu geniessen war. Dabei wusste es auch für sportliche Magerkost zu entschädigen: Beide Clubs konnten sich in der ersten Halbzeit nur wenige Chancen erarbeiten - umso überraschender war der Führungstreffer der Hausherren durch eine sehenswerte Direktabnahme in der Nachspielzeit.



Aber nachdem Giffers-Tentlingen mit einem spektakulären, von der Seitenauslinie abgegebenen Fernschuss ausgeglichen hatte, schien vieles (wie schon beim Hinspiel im vergangenen Herbst) auf eine Punkteteilung hinauszulaufen. Einige Abschlüsse aus der Distanz waren zuvor erfolglos geblieben, als sich in der 87. Minute doch noch ein Abpraller ergab - und die Gäste aus wenigen Metern zum nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer kamen. Ein gelungener Ausflug zum Sense-Derby wurde schliesslich mit einem herrlichen Abendrot (siehe unten) gekrönt.

Donnerstag, 13. Juni 2013

FC Kulm 2 FC Gränichen II 4

4. Liga regional (AFV)
Sportplatz Färberacher, Unterkulm
Zuschauer: 50


In charmanter Begleitung fiel ein Besuch in den Tiefen der zweituntersten Aargauer Spielklasse natürlich leichter. Da war es sogar zu verschmerzen, dass der lokale Ground - umrahmt von den örtlichen Schulanlagen - ohne jeglichen Ausbau auszukommen scheint. Auch sportlich mangelte es an Brisanz: Die Zweitvertretung aus Gränichen hatte den Aufstieg in die 3. Liga schon fixiert, während die Gastgeber im Niemandsland der Rangliste herumdümpeln. Wenig überraschend ging der erste Treffer des Abends nach einer Viertelstunde auf das Konto der favorisierten Gäste.



Zwar wusste Kulm in der Folge mitzuhalten, doch ein Torjubel war weiterhin nur in Gelb-Schwarz zu sehen. Nachdem beide Auswahlen jeweils einmal am Lattenkreuz gescheitert waren, erhöhte Gränichen kurz vor dem Pausentee auf 2:0, um nach einer knappen Stunde Spielzeit sogar noch einen dritten Treffer nachzulegen. Aber postwendend kam auch Kulm zu seinem ersten Torerfolg. Und als die Einheimischen durch einen herrlichen Lobball eine Viertelstunde vor dem Ende erneut erfolgreich waren, wurde es kurzzeitig nochmals spannend. Aber nur bis zum vierten Treffer von Gränichen II, der diese unterhaltsame Begegnung in der 87. Minute endgültig entschied.