Samstag, 17. April 2010

Wenn Legenden geboren werden...

Unglaublich. Nur einen Tag, nachdem der bisherige U21-Coach Ranko Jakovljevic interimistisch mit der Betreuung der ersten Mannschaft betraut worden war, lagen sich die Zuschauer im Brügglifeld wieder einmal freudig in den Armen. Im Spiel der letzten Chance gegen Neuchâtel Xamax trug sich der frühere Neuenburger Steven Lang als einziger Akteur in die Torschützenliste ein (19.), um seinen Farben mit der nötigen Portion Glück drei wichtige Punkte zu bescheren. Und nur vier Tage später feierte Aarau einen weiteren Minimalerfolg, als auch Mustafi gegen seinen ex-Arbeitgeber erfolgreich war, nachdem die Zürcher in der ersten Halbzeit mehrmals knapp scheiterten. Eine knappe Woche genügte, um das persönliche Punktekonto von "Neuling" Jakovljevic in Sphären zu heben, zu deren Realisierung Vorgänger Andermatt insgesamt 17 (!) Begegnungen benötigte...


Archivbild: Am 02. Dezember 2007 gewann der FC Aarau letztmals im Letzigrund. Auch damals 0:1 gegen Zürich...

U21-Update (1:1-Unentschieden gegen Sursee): Der blitzartige Erfolg von Ranko Jakovljevic erscheint umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der serbische Übungsleiter mit einer Doppelbelastung zurecht kommen muss - auch die Leitung der ältesten Nachwuchsequipe liegt weiterhin in seinen Händen. Dabei galt es am Sonntag einen seltenen Rückschlag hinzunehmen: Nach fünf Siegen en suite kam die U21-Equipe gegen Nachzügler Sursee nicht über eine magere Punkteteilung hinaus, weil Kahraman zwar Francos Führungstreffer rasch egalisieren konnte, aber die spielerische Überlegenheit im weiteren Spielverlauf nicht in weitere Tore umgemünzt wurde.

Donnerstag, 15. April 2010

FC Wittenbach 2 FC Besa 2

3. Liga regional (OFV)
Sportplatz Grüntal, Wittenbach
Zuschauer: 100 (-)


Beim jüngsten Ausflug in die östlichen Gefilde der Schweiz galt es mal wieder den ersten Teil des Wortes "Groundhopping", also den Sportplatz an sich, ins Zentrum des Interesses zu stellen. Zwar ist Wittenbach nur (noch) in der sechsthöchsten Spielklase des Landes anzutreffen, doch der Ground ist mit fünf unüberdachten, auf dem Garderobengebäude platzierten Steinstufen von überdurchschnittlicher Qualität. Auch die Begegnung wusste in der ersten Hälfte zu begeistern: Alles begann mit einem wuchtigen Freistoss der Gastgeber aus mehr als 35 (!) Metern, den der Besa-Keeper nur nach vorne abprallen lassen konnte, um Wittenbach in der achten Spielminute zum Führungstreffer zu verhelfen. Aber in der Defensive leisteten sich auch die Einheimischen regelmässige Aussetzer - mit dem traurigen Höhepunkt, dass der Keeper von Wittenbach in der Mitte der ersten Halbzeit nach einem Notbremsefoul völlig zurecht des Feldes verwiesen wurde.



Der fällige Strafstoss war allerdings erst im Nachschuss zum verdienten Ausgleich verwertet, nachdem Besa zuvor schon einige Chancen ungenutzt verstreichen liess. In der 32. Minute ging der Immigranten-Verein durch einen präzisen Schuss in die rechte Torecke sogar erstmalig in Führung, doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse nochmals: Nach einem weiten Zuspiel in die Spitze versuchte der Besa-Torhüter ohne Rücksicht auf Verluste zu klären. Folge: Elfmeter, (nur) eine gelbe Karte und ein verletzter Gegenspieler (Fussbruch?). Die numerische Gleichheit war allerdings wenige Augenblicke später sichergestellt, als ein Akteur der albanischstämmigen Gäste nach dem Pausenpfiff - völlig entnervt über den Ausgleich - den Ball ins Nirgendwo drosch - und mit der gelb-roten Karte versehen wurde. Unglücklicherweise wusste der zweite Durchgang in Sachen Unterhaltungswert nicht mit den ersten 45 Minuten mitzuhalten. Erst in der hektischen Schlussphase entwickelte sich (wieder) ein Schlagabtausch, den die beiden Manschaften allerdings nicht mehr zu einem weiteren Torerfolg nutzen konnten.

Sonntag, 11. April 2010

FC Prilly Sports 4 FC La Sallaz 0

2. Liga regional (ACVF)
C.S. de la Fleur-de-Lys, Prilly
Zuschauer: 120 (-)


Ein rechtzeitiges Erscheinen im Vorort von Lausanne sollte sich trotz sonntäglicher Ansetzung in den Morgenstunden lohnen: Erst 13 Sekunden waren nach Aussage der Zeitmessung an meinem linken Handgelenk vergangen, als das Leder erstmals im Netz der Gäste von La Sallaz zappelte, deren Anreiseweg sich mit fünf Kilometer stark in Grenzen liess. Zu kurz, um aufzuwachen: Ein zügiger Konter später lag das Spielgerät erneut im Tor - 2:0 für Prilly nach sechs Spielminuten. In der Folge zeigten sich die Gastgeber äusserst grosszügig in der Chancenauswertung, so dass schon eine halbe Stunde vergangen war, als der dritte (Heim-)Treffer des Morgens folgte.



Die Gastgeber unterstrichen somit ihren Ruf als Torgaranten (mehr als drei Tore pro Spiel), was sie aber auch nachlässig in der Defensivarbeit werden liess - doch vermochte La Sallaz davon nicht zu profitieren. In zweiten Durchgang war wiederum der Gästekeeper gefordert, indem er mehrere Gelegenheiten von Prilly mit starken Paraden zu Nichte machte. Beim vierten Treffer, zwei Minuten vor dem Ende der einseitigen Begegnung, gab es allerdings nichts zu halten. Der Heimvorteil ist im Fall von Prilly Sports wörtlich zu nehmen, werden die Partien doch durchwegs auf einem neuen Kunstrasenplatz - nur auf einer Seite leicht erhöht begehbar - ausgetragen.

FC Lengnau 3 FC Bözingen 34 0

3. Liga regional (FVBJ)
Sportplatz Moos, Lengnau
Zuschauer: 150 (-)


Wir schreiben das Jahr 1985. Der BSC Young Boys schickt sich an seinen (bislang) letzten Meistertitel zu gewinnen. In der Sportwelt beginnen die jungen Sterne von Boris Becker, Garri Kasparow und Bernhard Langer zu strahlen. Und am 10. November 1985 kommt es zu einer der grössten Sensationen in der Geschichte des Schweizer Cups, als sich der Titelverteidiger aus Aarau (mit Trainer Ottmar Hitzfeld) im bernischen Lengnau mit 0:2 aus dem nationalen Pokal verabschieden muss. Knapp 25 Jahre später kämpfen beide Clubs gegen den Abstieg - mit dem wesentlichen Unterschied, dass die Vereine inzwischen durch fünf Spielklassen getrennt sind. Nach dem zweiten Weltkrieg kämpfte man in der NLB bzw. in der 1. Liga noch auf Augenhöhe - auch damals meistens mit dem besseren Ende für die Akteure aus dem Grenchner Vorort.



Am heutigen Tag schien Lengnau trotz eines bislang enttäuschenden Saisonverlaufes kurzzeitig wieder an die goldenen Tage der Vergangenheit anknpüfen zu können. In der fünften Spielminute lag das Spielgerät nach einem herrlichen Kopfball unter die Querlatte erstmals im gegnerischen Netz, und nur acht Zeigerumdrehungen später schlug es nach einem blitzsauberen Konter erneut im Gehäuse von Bözingen ein. Ein kapitales Missverständnis in der Gästeabwehr sorgte für die endgültige Entscheidung - 3:0 nach 24 Minuten, was Bözingen dazu veranlasste, fortan seine Stärken in den Bereichen Provokationen und Unsportlichkeiten auszuspielen. Weil auch Lengnau seinen Arbeitstag frühzeitig beendet hatte, wurde den Zuschauern in der Folge eine äusserst magere Form von Rasenschach geboten. Aber eigentlich war Lengnau sowieso nur angesteuert worden, um der überdachten Tribüne (mit fünf Holzbankreihen) die Ehre zu erweisen...

Samstag, 10. April 2010

Ein Missverständnis mit Ansage

Fertig, Ende, Aus. Die glücklose "Ära Andermatt" beim FC Aarau endete nach 18 Spielen (und nur einem Sieg!) - besiegelt durch einen desolaten Auftritt im Tourbillon. Im Nachhinein ist man, wie man weiss, immer schlauer. Nichtsdestotrotz muss die Wahl des Übungsleiters hinterfragt werden. Es war schnell zu erkennen, dass mit der semi-professionellen, zum Teil provinziell anmutenden Umgebung des erfolgreichsten Aarauer Fussballclubs - wie sie von vielen von uns von Herzen geschätzt wird - und der akribischen, stets hinterfragenden Arbeitsweise des wortgewandeten Theoretikers an der Seitenlinie mehr als nur zwei Welten aufeinanderprallten. Der FC Aarau war in der Vergangenheit schliesslich nur selten erfolglich gewesen, weil er komplexe Spielsysteme und Taktikanweisungen in Perfektion vorzuführen wusste, sondern weil im Brügglifeld (fast) immer aufopferungsvoll und leidenschaftlich gegen übermächtige Kontrahenten gekämpft wurde.



Diese Emotionen, die das ständige Aarauer Überleben im Abstiegskampf erst möglich mach(t)en, vermochte Andermatt in seiner kühlen, fast schon distanzierten Art als belehrender Oberlehrer bei seinen Spielern nur äusserst selten zu wecken. Auch der lebendige Auftakt in die Rückrunde - mit dem turbulenten 6:3-Sieg gegen Bellinzona - ebbte schnellstmöglich wieder ab, um einer erneuten Niederlagenserie zu weichen. Das Spiel im Wallis als einsamen Höhepunkt der negativen Art zu bezeichnen, fällt angesichts der noch immer schmerzlichen Erinnerung an die Auswärtspartien in Biel (2:3 n.V.), Luzern (0:6) oder St. Gallen (2:2, nach 0:2-Führung) schwer. "Die Vergangenheit interessiert mich nicht", pflegte Andermatt zu sagen - eine verständliche Aussage beim Anblick der nackten Ergebnisse. Dass Vanczak (7.), Mpenza (13.), Dominguez (37.) und Bühler (67.) bei ihren Treffern kaum Gegenwehr vorfanden, ist nun auch egal. Hauptsache, es wurde reagiert...

Freitag, 9. April 2010

FC Koblenz 2 FC Mellingen 1

3. Liga regional (AFV)
Sportplatz Eichhalde, Koblenz
Zuschauer: 70 (-)


Der Freitagabend mausert sich allmählich zum fixen Termin für Regionalhopping - heute führte der kurze Weg in die grenznahe Gemeinde Koblenz. Der örtliche Sportplatz ist leicht versteckt auf einer Anhöhe südlich des Dorfkerns zu finden, kann allerdings - abgesehen von einigen Sitzbänken - nicht mit einem Ausbau aufwarten. Die heutige Begegnung erlebte eine rasche Lancierung: In der sechsten Minute wurde ein heimischer Angreifer vom Gästekeeper regelwidrig gestoppt, doch ein mitgelaufender Koblenzer vermochte dennoch zum frühen Führungstreffer einzuschieben. Zwei Zeigerumdrehungen später stand der zweifelhafte Unparteiische erstmals im Mittelpunkt - mit einem fragwürdigen Elfmeter für Mellingen, der dem Ausgleichstreffer gleich kam.



Ein wesentlicher Grund für den Koblenzer Kulttrainer Alphons "Radi" Schibli, vor 45 (!) Jahren schon als Präsident in seinem Heimatverein aktiv, sich erstmals am heutigen Abend gestenreich und lautstark über den Schiedsrichter zu beschweren. In der 58. Minute war - nachdem die erste Hälfte ausgeglichen verlaufen war - wiederum eine Wutrede fällig, als ein Kopfballtor von Koblenz ohne ersichtlichen Grund annulliert wurde. Aber die spielstarken Einheimischen drückten weiter, blieben allerdings glücklos, wie der Lattentreffer in der 91. Minute unterstrich. Am Ende siegte aber dennoch die Gerechtigkeit, indem ein Seitfallzieher nach einem Eckball von der rechten Seite doch noch den verdienten Weg ins gegnerische Netz fand. Der verlorene Sohn durfte jubeln...

Montag, 5. April 2010

FC Memmingen 3 1. FC Bad Kötzting 0

Oberliga Bayern
Städtisches Stadion, Memmingen
Zuschauer: 1086 (-)


Nachdem der Ostersonntag ungenutzt verstrichen war, sollte der nachfolgende Montag genutzt werden, um die Komplettierung der vier höchsten Spielklassen Deutschlands voranzutreiben. Dass ein Besuch in der Bayernliga angestrebt wurde, liess sich nur schon mit der aktuellen Dominanz der Memminger Fussballer erklären. Als einziger Aufstiegskandidat aus dem Freistaat Bayern - und mit mehr als einem Dutzend Zähler Vorsprung auf die direkte Konkurrenz - wird Memmingen in der nächsten Spielzeit zweifellos in der Regionalliga Süd antreten. Eine passende Spielstätte ist auch bereits vorhanden: Das Städtische Stadion, in der Saison 2006/07 grundlegend erneuert, verfügt über eine überdachte Tribüne mit sieben Sitzreihen (insgesamt 990 Sitzschalen) in roter Farbe. Auf den übrigen Seiten verlaufen jeweils vier Stehstufen ohne Überdachung.



Ein diskussionsloser Heimsieg wurde folglich gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten aus Bad Kötzting - zwischen Plzen und Regensburg zu lokalisieren - erwartet. Auf dem nassen Terrain tat sich der FC Memmingen allerdings längere Zeit schwer, was sich in einer erhöhten Fehlerquote widerspiegelte. Aus dem Nichts kamen die Allgäuer in der Mitte der ersten Hälfte dennoch zum Führungstreffer durch einen satten Abschluss aus halblinker Position; zwei Minuten vor dem Seitenwechsel köpfte ein Gästespieler erfolgreich ins eigene Netz - 2:0. Im zweiten Durchgang schien Bad Kötzting optisch wiederum überlegen, doch auch der letzte Treffer des Tages war den Gastgebern (durch einen Kopfball) vorbehalten. Die Memminger wurden dabei von einer kleinen Gruppe Halbwüchsiger unterstützt, die durch erstaunlich regelmässiges Fahnenschwenken und (vereinzelt) sanfte Anfeuerungsrufe - meistens nur durch eine Person vorgetragen - auffielen.

Groundspotting: Memmingen

Die wichtigsten Sportstätten von Memmingen sind allesamt im westlichen Teil der Stadt an der Bodenseestrasse (in Richtung Volkratshofen) zu entdecken. Das BBZ-Stadion, einen Steinwurf vom Städtischen Stadion entfernt, diente dem FC Memmingen in der Spielzeit 2006/2007 als Ausweichground, als das eigene Stadion modernisiert wurde. In der Zwischenzeit wird diese Leichtathletikanlage nur noch von Türkiyem Spor Memmingen (A-Klasse) genutzt. Der Ground verfügt immerhin über eine überdachte Sitztribüne; daneben verlaufen jeweils vier Stehstufen.



Der Nebenplatz des Städtisches Stadions (auch Südplatz genannt), zwischen Stadion und Vereinsgaststätte gelegen, wird von der zweiten Mannschaft des FC Memmingen genutzt. Der Ground ist ohne Ausbau - nicht einmal Flutlicht ist zu finden. Der aktuelle Tabellenführer in der Bezirksoberliga Schwaben trägt seine Heimspiele gelegentlich auch direkt vor den Partien der ersten Mannschaft aus (z.B. 12.45 Uhr), wodurch sich ein interessanter Doppler ergibt.

Samstag, 3. April 2010

Auch an Ostern glücklos...

Noch selten warf eine 1:5-Niederlage im eigenen Stadion so viele Fragen auf: Warum wusste Aarau-Keeper Benito seinen Gegenspieler Bienvenu nur mit einer Notbremse zu stoppen? Warum übersah Schiedsrichter Kever sowohl eine Tätlichkeit von YB-Topscorer Doumbia als auch ein Handspiel (Torraub) von De Pierro? Wie kann man fünf Gegentore kassieren, obwohl sich die Abwehr im Gegensatz zu den meisten vorangegangenen Partien nicht einen nennenswerten Aussetzer leistete? Wieso beträgt der Abstand auf Bellinzona weiterhin (nur) sieben Punkte? Tatsache ist, dass der FC Aarau nach einer turbulenten Begegnung gegen den Tabellenführer - und trotz des zwischenzeitlichen Anschlusstreffers durch Lang - am Ende wieder einmal als Verlierer grüsste; auch weil die Berner insgesamt eine "grausame" Effizienz bewiesen.



U21-Update (0:1-Niederlage gegen St. Gallen U21): Nur fünf Stunden zuvor war auch die Erfolgsstory der U21-Equipe beim Ice-Cup 2010 abrupt zu Ende gegangen. Im Halbfinale dieses Nachwuchsbewerbs setzte es trotz Chancenplus eine 0:1-Niederlage gegen die Altersgenossen aus St. Gallen. Im Spiel über 60 Minuten (weil gleichentags noch das Endspiel stattfand!) war Lehmann kurz vor dem Seitenwechsel der einzige Torschütze des Tages; vor allem im zweiten Durchgang vergaben die Aargauer Talente einige gute Gelegenheiten, so dass der Traum vom Titelgewinn nach mehreren Siegen über oberklassige Kontrahenten begraben werden musste.

Donnerstag, 1. April 2010

SV Stuttgarter Kickers II 2 TSG Hoffenheim II 2

Oberliga Baden-Württemberg
BZA Waldau, Stuttgart
Zuschauer: 250 (-)


Auf dem Rückweg sollte noch die U23-Heimstätte der "blauen" Stuttgarter mitgenommen werden – nach dem Motto "Aller guten Dinge sind drei". Es war nämlich ein dritter Versuch nötig, um die trostlose Bezirkssportanlage Waldau (ohne Ausbau) zu kreuzen. Im November 2004 wurde das Spiel kurzfristig auf den Kunstrasenplatz im ADM-Sportpark verlegt, fünf Monate zuvor durfte der Nachwuchs im direkten Anschluss an das Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft im grossen Waldaustadion auflaufen. Zurück in die Gegenwart: Die jungen Kickers waren mit einem Sieg aus 16 Spielen praktisch abgestiegen, doch dank fünf Vollerfolgen in Serie feierte der Stuttgarter Nachwuchs eine wundersame Auferstehung. Eine Fortsetzung dieses Siegeszuges gegen einen formstarken Tabellenführer aus Hoffenheim (neun Zu-Null-Siege in Folge!) war in Frage gestellt, als die Gäste nach einer Viertelstunde durch einen zweifelhaften Strafstoss in Führung gingen.



Als Hoffenheim in der Mitte der ersten Hälfte zwei annullierte Abseitstore erzielte, sah sich der heimische Keeper zu einer äusserst treffenden Selbsteischätzung ("Wir sehen aus wie Hütchen!") genötigt. In Wahrheit folgte der zweite Treffer der Kraichgauer erst in der 56. Minute, als ein Freistoss aus halblinker Position unhaltbar im gegnerischen Netz einschlug. Es war der ultimative Weckruf für die Gastgeber, die den Anschluss (nach mehreren vergebenen Möglichkeiten) wenig später ebenfalls durch einen umstrittenen Elfmeter schafften. Und fünf Minuten später war der Ausgleich in kurioser Weise vollbracht: Ein Abschlussversuch der Gastgeber wurde auf der Torlinie abgewehrt - in die Füsse eines weiteren Gästespielers, der das Leder wuchtig ins eigene (!) Tor nagelte. Und während Stuttgart-Degerloch von einem leichten Hagelschauer heimgesucht wurde, änderte auch eine Ampelkarte gegen die heimische Zweitvertretung nichts mehr am Ergebnis.