Sonntag, 17. April 2011

TSV Dagersheim 0 TV Darmsheim 4

Bezirksliga Böblingen/Calw
Waldstadion Dagersheim, Böblingen
Zuschauer: 400 (-)


Die Aussicht auf zwei hübsche Grounds in der Bezirksliga Böblingen/Calw genügte, um die Zugreise in die entsprechende Region des Bundeslandes Baden-Württemberg am Sonntagmorgen mit einer ansprechenden Grundmotivation in Angriff zu nehmen. In geografischer Hinsicht sind die Ortsteile (Böblingen-)Dagersheim und (Sindelfingen-)Darmsheim zwar miteinander verwachsen, sind jedoch zwei verschiedenen Nachbarstädten zuzuordnen. Auf alle Fälle wusste das Lokalderby zur frühen Morgenstunde einiges an Publikum anzulocken, die die Hausherren auf dem Spielfeld als schläfrig erlebten (mit Ausnahme von mehreren Foulspielen der rüden Art), so dass Darmsheim nach einer Viertelstunde schon einen Lattenschuss und einen (annullierten) Abseitstreffer verbucht hatte.



Der verdiente Führungstreffer der Gäste folgte schliesslich zehn Minuten vor dem Seitenwechsel durch einen Kopfball, um mit dem Pausenpfiff via Innenpfosten auf 2:0 zu erhöhen, nachdem nur Dagersheim - in der Liga-Tabelle knapp hinter dem Lokalrivalen klassiert - energisch nachgesetzt hatte. In einer ereignisarmen Halbzeit zwei kamen die Sindelfinger, jeweils nach einer Hereingabe von rechts, zu zwei weiteren Torerfolgen, was die Blamage der Einheimischen perfekt machte.

Das Waldstadion des TSV Dagersheim kann sich zweifelsohne sehen lassen, verfügt es doch über eine überdachte Haupttribüne (mit charakteristischer Segeldachkonstruktion), welche mit sechs weissen Sitzreihen bestückt ist; einige Sitzschalen in Schwarz ergeben den Schriftzug "TSV".

VfL Herrenberg 5 SV Böblingen II 1

Bezirksliga Böblingen/Calw
Stadion an der Schiessmauer, Herrenberg
Zuschauer: 100 (-)


In Herrenberg mehr als eine Stunde vor dem Anpfiff eingetroffen, durfte man noch eine Halbzeit der zweiten Mannschaft gegen Kreisliga-Tabellenführer Nufringen (1:1) erleben. Erschreckend war, dass die Zuschauerzahl beim nachfolgende Auftritt der ersten Mannschaft trotz perfekten Bedingungen sogar noch tiefer lag. Dabei zeigte der heimische Tabellenführer nach anfänglichen Schwierigkeiten durchaus attraktiven Fussball, was nach einer halben Stunde in einen wahren Torreigen mündete. Aus abseitsverdächtiger Position kamen die Gastgeber zum Führungstreffer, um nur zwei Zeigerumdrehungen später vom Elfmeterpunkt auf 2:0 zu erhöhen. Und erneut nur drei Minuten später ertönte nach sehenswerter Kombination nochmals Herrenberger Torjubel.



Dabei hatte die Zweitvertretung aus Böblingen (wenn auch auf einem Abstiegsrang platziert) im bisherigen Saisonverlauf "nur" 28 Gegentore kassieren müssen, doch das Gastspiel in Herrenberg entwickelte sich auch nach dem Seitenwechsel zum Desaster, als der Leader mittels Strafstoss traf. Als die Hausherren in Sachen Konzentration ein wenig nachliessen, kam auch Böblingen II noch zum Ehrentreffer, doch den Schlusspunkt setzten in der dritten Minute der Nachspielzeit wiederum die Lokalmatadoren zum deutlichen Endstand. Der örtliche Ground überzeugt mit einer überdachten Tribüne mit elf Holzbankreihen; auf der Gegengeraden verlaufen zwei Stehstufen.

Samstag, 16. April 2011

FC Eschenbach 2 FC Aarau U21 0

2. Liga Interregional
Sportplatz Weiherhus, Eschenbach
Zuschauer: 200 (-)


In der luzernischen Gemeinde Eschenbach, unweit von Hochdorf, galt es den vorletzten Ground in der 2. Liga Interregional (Gruppe 4) mit dem Aarauer Nachwuchs zu kreuzen. Der lokale Sportplatz ist unspektakulär, was nicht zu überraschen vermag, denn die Einheimischen spielten vor weniger als vier Jahren noch in der 3. Liga. Nach zwei Aufstiegen vermochte sich Eschenbach inzwischen sogar in der Spitzengruppe der vierthöchsten Spielklase zu etablieren. Der Hohenflug der Luzerner sollte auch gegen die Aargauer Talentauswahl weitergehen, nachdem sich Eschenbach schon in der Vorrunde für die erste Aarauer Heimniederlage seit 18 Monaten verantwortlich gezeigt hatte.



Die Aargauer Gäste erspielten sich anfangs zwar ein gewisses Chancenplus, doch die allerletzte Konsequenz im Abschluss war nicht auszumachen; mit fortlaufender Spieldauer machten sich aber Ungenauigkeiten im Aargauer Spiel breit, so dass die Lokalmatadoren besser in die Partie fanden. Die mangelhafte Aarauer Abschlusseffizienz wurde schliesslich von Eschenbach bitter bestraft, als Captain Odermatt (67.) nach einem Eckball zur heimischen Führung einnetzte; rund zehn Minuten später erhöhte Muggli mit einem Abschluss in den Winkel auf 2:0, was dem Endstand gleichkam.

Mittwoch, 13. April 2011

FC Locarno 1 FC Aarau 1

Challenge League
Stadio del Lido, Locarno
Zuschauer: 840 (40)


Die endgültige Terminierung dieses Abstiegsgipfels liess lange Zeit auf sich warten. Die Aarauer wollten am ursprünglichen Spieltag (Gründonnerstag) nicht antreten, nachdem das vorgängige Heimspiel gegen Lausanne (einmal mehr) als Montagsspiel des Schweizer Sportfernsehens (SSF) auserkoren worden war. Locarno weigerte sich seinerseits einen konditionellen Vorteil witternd beharrlich, einem anderen Datum zuzustimmen, so dass die Ansetzung schliesslich von der Swiss Football League vorgenommen wurde - mit dem Ergebnis, dass die Partie eine Woche vor Ostern stattfinden sollte. Dadurch hielt sich natürlich auch der Aufmarsch an Gästefans in einem engen Rahmen - und auch die Anhänger von Locarno (Cirrosi Epatica?) waren schon aktiver gewesen.



Die Begegnung erwies sich von Anfang an als spannendes, temporeiches Aufeinandertreffen von zwei offensiv ausgerichteten Mannschaften; vor allem der Aarauer Interimscoach Thomas Binggeli schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Dennoch waren aussichtsreiche Torchancen eher selten, so dass eine (zu) kurze Kopfballrückgabe Polverinos nach einer knappen Stunde Spielzeit schliesslich zum Tessiner Führungstreffer führte, den die Aarauer mittels Distanzschuss von Gashi allerdings zwei Minuten später zu egalisieren wussten. In einer nervenaufreibenden Schlussphase kamen beide Teams nochmals zu hochkarätigen Möglichkeiten, doch die gerechte Punkteteilung hatte bis zum Abpfiff Bestand, so dass der Abstiegskampf weiterhin spannend bleiben wird.

Samstag, 9. April 2011

FC Wil 1 FC Aarau 0

Challenge League
Stadion Bergholz, Wil
Zuschauer: 1200 (100)


Beim Gastspiel in der Ostschweiz richteten sich die Blicke mehrmals auf den Gästesektor, wo die Aarauer Supporter mit Spruchbändern auf die aktuelle Misere aufmerksam machten. In Anspielung auf eine vor wenigen Tagen durchgeführte Aufräum- und Putzaktion im Stadion Brügglifeld wurde ein "Früehligspotz au im Verein!" gefordert. Die textuellen Ansagen der Szene Aarau an die Spieler ("Awäsend ohni Fahne, aber met Härz - ehr au?"), an den Cheftrainer ("Ranko raus!") und an den Vorstand ("VR & Präsi: Ufhöre zueluege, heresto, Eier zeige, handle!! Kapiert?") waren ebenfalls unmissverständlich. Und tatsächlich sollte der Tag schliesslich mit einem Trainerwechsel enden...



...was angesichts der emotionslosen Spielweise der Aarauer nicht mehr überraschen konnte. In der Startphase scheiterte Cavusevic - nach einem groben Aussetzer von Rapisards - zwar noch an der Torumrandung, doch der "goldene" Treffer des Tages folgte noch in der ersten Halbzeit in Person von Wil-Captain Muslin. Die Aargauer zeigten sich nur in den Schlussminuten siegeswillig, als ein Bengondo-Kopfball von Goalie Taini mirakulös abgewehrt wurde. Nach dem Schlusspfiff gab es im Umfeld des Gästesektors noch kleinere Scharmützel, was die ahnungslosen Lokalpresse zur Schlagzeile nutzte, dass der eigene Mannschaftsbus "von den FCA-Fans versteckt" worden sei.

U21-Update: Der Aargauer Nachwuchs war tagsdarauf doch noch für ein Erfolgserlebnis besorgt, indem das Schlusslicht aus Balerna im heimischen Brügglifeld diskussionslos mit 5:1 besiegt wurde.

Montag, 4. April 2011

FC Aarau 0 FC Stade Nyonnais 4

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 1950 (-)


Die lange Liste der offenen Rechnungen, welche sich in der Hinrunde angesammelt hatte, sollte an diesem Montagabend - inzwischen pflegt man in Aarau bekanntlich sogar freiwillig, also ohne Live-Spiel, auf den ersten Wochentag auszuweichen - gegen Stade Nyonnais verkürzt werden. Die geplante Revanche für die 0:3-Niederlage, die durch die (Nicht-)Leistung des vermeintlichen Unparteiischen mitverschuldet wurde, am Genfersee verkam allerdings zum Debakel aus Aarauer Sicht. Dabei spielte der Spielleiter jedoch nur eine Nebenrolle, weil sich die Gastgeber nach dem ersten Gegentreffer total gehen liessen und in den letzten zwanzig Minuten vier Tore kassierten.



Zwar resultierte der Führungstreffer des aggressiven Aufsteigers aus einer Abseitsposition, doch die Niederlage war das alleinige Verschulden der Lokalmatadoren. Zuerst "erarbeitete" sich Ionita eine unnötige Ampelkarte, danach setzte die Gegenwehr in der heimischen Abwehrreihe für einige Minuten vollumfänglich aus, so dass Stade Nyonnais gleich zweimal einzunetzen vermochte. Nach einer schauspielerischen Glanzleistung trafen die Westschweizer in der Nachspielzeit auch noch vom Elfmeterpunkt. Die Aarauer durften sich ingesamt zwar drei Aluminiumtreffer notieren lassen, doch einen Punktgewinn hatten sie sich mit ihrem Auftreten wahrlich nicht verdient gehabt.

Sonntag, 3. April 2011

TuS Helene Essen 1 SC Blau-Weiss Oberhausen 1

Bezirksliga Niederrhein 6
Stadion Bäuminghausstrasse (NP), Essen
Zuschauer: 80 (-)


In der Hoffnung, dass der Sonntagmorgen mit einem sehenswerten Non-League-Ground versüsst werden würde, machte sich meine Wenigkeit frühmorgens in Richtung Kulturhauptstadt Europas (2010) auf. Die Ernüchterung folgte vor Ort, als man feststellen musste, dass die geplante Partie auf Bezirksliga-Ebene auf dem Nebenplatz stattfinden würde. Ein sympathischer Leidensgenosse als Gesprächspartner war rasch gefunden - und als Erklärung für die überraschende Verlegung wurde (gemäss eben diesem Gesprächspartner) vom Mann am Eingang auf Nachfrage ins Felde geführt, dass die Stadt Essen nicht genügend Geld hätte, um ihre Rasenplätze zu walzen...



Immerhin wusste auch der Ausbau des Ascheplatzes mit einer kleinen, in die Jahre gekommenen Tribüne (drei überdachte Stehstufen), vor der drei weitere Stufen verlaufen, zu gefallen. Dies war aber selbstverständlich nicht zu vergleichen mit dem Hauptplatz (siehe unten), dessen schlichte Haupttribüne mit neun Betonstufen versehen ist. Auf den übrigen Seiten des Spielfeldes verlaufen durchwegs mehr als ein Dutzend ungedeckte Stehstufen (mit Moos überwachsen), wodurch die Gesamtkapazität der Anlage im Stadtteil Altenessen in fünfstellige Sphären anwachsen dürfte.



Das Spielniveau bewegte sich (unabhängig der gewählten Unterlage) auf einem überschaubaren Niveau. Nachdem TuS Helene Essen - vor dem zweiten Weltkrieg sogar einige Spielzeiten in der erstklassigen Gauliga Niederrhein aktiv - gute Gelegenheiten ungenutzt hatte verstreichen lassen, schlug BWO (farblich eher dem rot-weissen Stadtrivalen nacheifernd) nach einem gegnerischen Abwehrfehler eiskalt zu. Bis zum hochverdienten Ausgleich der dominanten Gastgeber dauerte es rund 75 Minuten, als ein sehenswerter Heber im Netz landete. Als man nach dem Abpfiff langsam vom Sportplatz schlenderte, wurde man noch Zeuge einer realsatirischen Auseinandersetzung der verbalen Sorte zwischen einigen Exponenten von Blau-Weiss Oberhausen und den Spielern eines nicht-aktiven Ligarivalen, welche sich (provozierend?) unter die Zuschauer gemischt hatten...

FC Schalke 04 II 2 SV Eintracht Trier 05 2

Regionalliga West
Sportpark Wanne-Süd, Wanne-Eickel
Zuschauer: 380 (100)


Nachdem sich das Wetter - entgegen den Vorhersagen - am Morgen noch von seiner trockenen Seite gezeigt hatte, setzte mit dem Eintreffen in Wanne-Eickel (zur Stadt Herne gehörend) doch noch der prophezeite Dauerregen ein. Daran schienen sich die Gäste-Ultras ("Insane", "Bonkers") allerdings nicht weiter zu stören und überzeugten stattdessen mit einem ausdauernden Support, immer durch einige Schwenkfahnen unterstützt. Entsprechend gelang es der (halbwüchsigen) Kleingruppe aktiver Schalke-Fans auch nur selten, sich selbst in Szene setzen zu können.



Die Gäste aus der "ältesten Stadt Deutschlands" nutzten ihre erste Möglichkeit, um nach etwas mehr als einer Viertelstunde in Front zu gehen, aber nur wenige Minuten später vermochte der ehemalige Nationalspieler Frank Fahrenhorst - inzwischen 33 Jahre alt - für den Nachwuchs aus Gelsenkirchen nach einer Ecke auszugleichen. Ein erfundener Strafstoss vor der Halbzeitpause, nachdem ein Gästespieler völlig regelkonform geklärt hatte, brachte Schalke II schliesslich eine schmeichelhafte Führung ein. Nach dem Seitenwechsel wusste der Aufstiegsaspirant aus Trier zwar per Kopf auszugleichen, doch der angestrebte Sieg wurde verfehlt, nachdem die Eintracht weitere Chancen ausliess und auch noch einen annullierten Abseitstreffer zu beklagen hatte.



Der Sportpark Wanne-Süd, seit 2009 mit dem Namenspatronat eines örtlichen Volkstheaters (!) namens Mondpalast gesegnet, ist die Heimstätte des Verbandsligisten BSC Wanne-Eickel. Hierher zog es vor knapp drei Jahren auch die Zweitvertretung des FC Schalke 04, nachdem man zuvor auch schon im Fürstenbergstadion (ehemals STV Horst-Emscher), in Gelsenkirchen-Horst, und im Lohrheidestadion der SG Wattenscheid 09 beheimatet gewesen war. Der Ground verfügt über eine gedeckte Tribüne mit sechs Sitzreihen in grüner Farbe. Auf den übrigen Seiten verlaufen ungefähr zehn unüberdachte Stehstufen, die durch eine Tartanbahn vom Spielfeld getrennt werden.

Samstag, 2. April 2011

SC Wiedenbrück 2000 2 Wuppertaler SV Borussia 3

Regionalliga West
Jahnstadion, Rheda-Wiedenbrück
Zuschauer: 636 (80)


Der vorletzte Zielort der Regionalliga West war über vier Kilometer vom nächstgelegenen Bahnhof (Rheda-Wiedenbrück) entfernt, was meine Wenigkeit natürlich zu Fuss bewältigte - einmal in der Stunde hätte auch der örtliche City-Bus (Linie 78) zur Verfügung gestanden. Im Gegensatz zum bescheidenen Jahnstadion, welches sich als gewöhnlicher, zur Regionalliga-Norm hochgerüsteter Sportplatz präsentierte, wusste Wiedenbrück mit seiner malerischen Altstadt - und einer Vielzahl an historischen Gebäuden - zu punkten. Der örtliche Ground besitzt seinerseits eine kleine Tribüne mit drei Stufen; auf zwei weiteren Seiten, u.a. im Gästeblock, finden sich ebensoviele Stehstufen ohne Überdachung. Apropos Gästeblock: Dort versammelte sich heute nur eine geringe Anzahl an WSV-Fans, weil ein paar Dutzend Anhänger nach einem übermotivierten Polizeieinsatz auf einen Einlass verzichteten und stattdessen von draussen einige Sprechchöre zum Besten gaben.



Die Abwesenheit der aktiven Gästefans machte es möglich, dass sich sogar das kleine Grüppchen der Wiedenbrücker Supporter ("Ultras Wiedenbrück"...) gelegentliches Gehör verschaffen konnte. Bei perfekten äusseren Bedingungen war die Partie von einem interessanten Spielverlauf geprägt: Nach einem Pfostentreffer der Hausherren kam Wuppertal mit einer herrlichen Volleyabnahme in den Winkel aus dem Nichts zur Führug, was Wiedenbrück fünf Minuten später mit dem Ausgleich (mittels Distanzschuss) beantwortete. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging der starke Aufsteiger sogar erstmals in Front, doch der Druck der "bergischen Löwen" - ihrerseits erst im Vorjahr aus der 3. Liga abgestiegen - nahm nun von Minute zu Minute zu, woraus in der Mitte des zweiten Durchgangs zwei verdiente Torerfolge resultierten. Es blieb schliesslich beim knappen Erfolg von Wuppertal, da die Gastgeber in der Schlussphase sehr fahrlässig mit ihren Chancen umgingen.

Freitag, 1. April 2011

VfL Sportfreunde Lotte 0 DSC Arminia Bielefeld II 2

Regionalliga West
Stadion am Lotter Kreuz, Lotte
Zuschauer: 1343 (-)


"Die Partie muss wegen einer Unwetterwarnung abgesagt werden", tönte es nur wenige Minuten vor dem Anpfiff aus den Lautsprechern, wollte sich der Speaker der Sportfreunde doch noch mit einem besonders "originellen" Aprilscherz in Szene setzen. Ein einmaliger Besuch in der Umgebung der Friedensstadt Osnabrück, die durch die Buslinie R31 mit Lotte verbunden ist, war im Rahmen der Komplettierungstour in der Regionalliga West folglich völlig ausreichend, ist die Ortschaft im Tecklenburger Land doch der Inbegriff eines "verschlafenen Nestes". Auch der Zuschauerandrang im ehemals als Stadion am Lotter Kreuz bekannten Grounds - heute mit einem Sponsorennamen versehen - hält sich im Rahmen, sodass primär (eingeladene?) Kinder für die Kulisse besorgt sind.



Dabei wäre der ehemalige Sportplatz, der durch den sportlichen Höhenflug der Lotter seit 2003 etappenweise erweitert wurde, durchaus zu Höherem berufen. Die überdachte Haupttribüne ist inzwischen komplett mit Sitzschalen (in verschiedenen Blautönen) und verglasten Logenplätzen ausgestattet. Auf der Gegenseite wurden die wenigen Stehstufen über die gesamte Länge des Spielfeldes erweitert, was ein zusammengewürfeltes Gesamtbild ergibt, dass durch eine erhöhte, fünfreihige Sitztribüne - vor der ebenso Stehstufen verlaufen - im Hintertorbereich ergänzt wird. Die andere Hintertorseite ist hingegen nach belgischem Vorbild mit Werbetafeln vollgekleistert.



Auf dem Rasen zogen die Gastgeber einen rabenschwarzen Tag ein, so dass das (abgeschlagene) Schlusslicht aus Bielefeld nach einer halben Stunde durch einen abgefälschten Schuss in Führung ging, nachdem Lotte zuvor trotz spielerischer Unfähigkeit zu einigen (ungenutzten) Torchancen gekommen war. Beim heimischen Aufstiegsaspiranten war nur zu Beginn der zweiten Halbzeit ein gewisser Siegeswille auszumachen, doch setzte sich rasch wieder ein erbärmliches Schauspiel an Fehlpässen und anderen Unzulänglichkeiten durch - schliesslich fixierte die Arminia mittels Konter ein unerwartetes Endergebnis, das nach einem übertriebenen, aber erschreckend emotionslos hingenommenen Platzverweis gegen Lotte sogar noch deutlicher hätte ausfallen können.