Samstag, 8. Mai 2010

FC Hilal 1 FC Buttikon II 3

5. Liga regional (FVRZ)
Sportplatz Katzenbach, Zürich
Zuschauer: 20 (-)


Im Nachhinein fällt es schwer zu ergründen, wie es gelang, die Motivation für diese Begegnung der (aller-)untersten Spielklasse in der Stadt Zürich zu finden. Es dürfte eine Mischung aus einer unkonventionellen Anspielzeit (Samstag, 14.30 Uhr), einem Ground über den Minimalanforderungen (immerhin bis zu fünf Stehstufen auf einer Längsseite) und den günstigen Wetterbedingungen gewesen sein. Die arabischen Gastgeber von Hilal ("Halbmond") - nicht zu verwechseln mit dem zwölffachen Meister aus Saudi-Arabien, der den gleichen Namen besitzt - gingen in der siebten Spielminute verdient in Führung, nachdem zuvor schon einige Chancen vergeben wurden.



Die zweite Mannschaft von Buttikon wusste das Spielgeschehen mit zunehmender Spieldauer immer mehr in die eigenen Hände (oder Füsse) zu nehmen, was in der Mitte der ersten Hälfte mit dem Ausgleichstreffer belohnt wurde. Und zwei Minuten vor dem Seitenwechsel kamen die Gäste mit Hilfe des Innenpfosten sogar zum glückhaften Führungstor. Der zweite Durchgang begann wiederum mit einer (erfolglosen) Druckphase der Einheimischen, doch den letzten Treffer des Tages erzielte wiederum Buttikon II, als ein schöner Angriff aus kurzer Distanz vollendet wurde. Person des Tages: Ein Araber, der das Wasserpfeifenrauchen direkt an der Outlinie zelebrierte.

Freitag, 7. Mai 2010

FC Perlen-Buchrain 9 FC Kerns 0

3. Liga regional (IFV)
Sportplatz Hinterleisibach, Buchrain
Zuschauer: 120 (-)


Angesichts des drohenden Saisonendes galt es schon einmal potentielle Aufsteiger in die 2. Liga zu sichten, wobei der Freitagabend mit einem Besuch im luzernischen Buchrain - drei ungedeckte Stehstufen auf einer Längsseite - sinnvoll gestaltet werden konnte. Die Gastgeber, trainiert von der YB-Legende Thomas Häberli, konnten sich heute Abend durch einen Sieg gegen das inferiore Schlusslicht aus Kerns vorzeitig für die IFV-Aufstiegspoule qualifizieren. Es sollte (wie erwartet) eine sehr einseitige Angelegenheit werden: Nach sieben Spielminuten lag Perlen-Buchrain schon zwei Längen voraus, zwei weitere Treffer (11./14.) in der Startphase wurden vom Schiedsrichter, dem die heimischen Blitzangriffe öfters Schwierigkeiten bereiteten, wegen vermeintlichen Offside-Positionen annulliert. Oder war es schlichtweg sein Mitleid mit den überforderten Gästen...?



Zum Spieler des Tages avancierte der ehemalige NLB-Akteur Michael Budmiger (SC Kriens), als er zwischen Spielminute 18 und 24 drei weitere Tore erzielte, nachdem er sich bereits für das 2:0 verantwortlich gezeigt hatte. Die Obwaldner Gäste zeigten durchwegs null Gegenwehr - nur dank der durchzogenen Chancenauswertung fiel der Pausenstand nicht noch höher aus. Im zweiten Umlauf dauerte es nicht einmal zwei Minuten, als das Leder nach einem herrlichen Freistoss von der Strafraumgrenze erneut im Netz lag - 6:0. Danach passte sich auch Perlen-Buchrain immer mehr dem inferioren Gegner an, wodurch auch das angestrebte "Stängeli" (zehn Tore) verpasst wurde. Nichtsdestotrotz trafen die Gastgeber aber noch dreimal ins Schwarze, wobei auch Topscorer Budmiger noch einen fünften persönlichen Torerfolg verbuchen konnte.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Wer die Tore nicht schiesst...

In seiner Rolle als FCA-Interimstrainer musste Ranko Jakovljevic nach 332 (!) Minuten erstmals einen Gegentreffer hinnehmen, was sich beim Auswärtsspiel gegen Luzern (0:4) als Knackpunkt erweisen sollte. Nach dem Penaltytreffer von Chiumiento traf Luzern nämlich noch dreimal ins Schwarze, so dass die erste Aarauer Niederlage nach drei Siegen in Folge zur Tatsache wurde. Nur drei Tage später - inzwischen wurde Aarau vom ehemaligen Sportchef und UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber Fredy Strasser "trainiert" - wiederum war die fehlende Effizienz für einen Misserfolg im Abstiegskampf verantwortlich. Die Aarauer verpassten mehrmals knapp - und Basel schoss im Gegenzug dreimal ein, was von den Gästefans mit regelmässigen Pyroaktionen gefeiert wurde.


Bildlegende: Aarauer Gästeblock beim Auswärtsspiel in der Innerschweiz - 0:4 gegen Luzern.

U21-Update: Es war folglich wieder einmal zur Aufgabe der Nachwuchsequipe geworden, dass es doch noch etwas zu bejubeln gab. Nach zwei sieglosen Spielen in Folge gab es einen souveränen 2:0-Heimsieg gegen das Schlusslicht aus (Unter-)Aegeri, auch wenn die Treffer erst im Laufe der zweiten Halbzeit fielen. Eine Woche später gab es auf dem Kunstrasenplatz im Aarauer Schachen auch für Ibach nichts zu holen, was in der Linie einem bärenstarken Auftritt von Reservist Dominik Trost zu verdanken war, der die beiden Aarauer Tore in einer spannenden Begegnung erzielte.

Freitag, 30. April 2010

1. FC Heidenheim 3 SG Dynamo Dresden 0

3. Bundesliga
Albstadion, Heidenheim
Zuschauer: 8240 (2500)


Am letzten Freitag im April bot sich eine attraktive Möglichkeit, um die Liga 3 in Deutschland zu komplettieren - mit dem Baden-Württemberg-Ticket! Dieser kurze Reiseweg ist in erster Linie auf den kometenhaften Aufstieg der Heidenheimer Fussballer zurückzuführen. Im Jahr 2004 kämpfte der Heidenheimer SB (vor der Namensänderung) um den Aufstieg in die Oberliga, nun strebte der Verein von der Schwäbischen Alb gegen Dynamo Dresden eine neue Rekordmarke an Zuschauern an. Auf dem Hinweg war ein Zugausfall verantwortlich, dass sich zahlreiche Dynamo-Umlandfans in einen mickrigen Regionalzug zwängen durften. Am Heidenheimer Bahnhof verzögerte sich dann der Bustransfer, um dem Dresdner Anhang (im Sinne einer guten Gastfreundschaft) eine faire Chance zu geben, sich mit der lokalen Ausländerfraktion handgreiflich auseinanderzusetzen.



Das eingeplante Zeitpolster reichte zwar mühelos aus, dennoch war meine Wenigkeit froh, dass die Eintrittskarten frühzeitig in den Besitz von YB-Mark übergegangen waren - immerhin 8240 Zuschauer, wovon sich einige Dutzend Anhänger erstmals auf den roten Sitzschalen der neuen Haupttribüne (im Bau) platzieren durften, waren beim letzten Heimspiel der Saison zugegen, so dass der bisherige Besucherrekord (7150 Zuschauer, gegen Bayern München Amateure) deutlich übertroffen werden konnte. Daran hatten auch die Dynamo-Fans, deren durchgängige Gesänge aufgrund ihrer Monotonie fast schon hypnotische Züge annahmen, ihren gewichtigen Anteil. Auch optisch wurde - wie man es sich erhofft hatte - einiges geboten: Die Sachsen boten nicht nur ein dichtes Fahnenintro, sondern im Laufe des Spiels immer wieder hübsche Pyro-Aktionen - ohne Konsequenzen auf den Spielfluss. Ironischerweise war es ein winziger Böller aus der heimischen Fankurve, der den Unparteiischen fast zu einer Unterbrechung der Partie bewogen hätte...



Die Heidenheimer Supporter konnten anfangs mit einer sehenswerten Fähnchen-Choreographie in den Clubfarben Blau, Weiss und Rot (und dem Spruchband "Kämpft für unsere Farben") punkten - in akustischer Hinsicht war eine Konkurrenzierung der Gästefans hingegen aussichtslos. Besser lief es auf dem grünen Rasen, als die Gastgeber nach einer knappen halben Stunde zweimal von der Unaufmerksamkeit der Dynamo-Hintermannschaft profitieren konnten; und fünf Minuten vor der Halbzeitpause legten die euphorisierten Einheimischen sogar noch einen dritten Torerfolg nach. Danach zeigte sich Heidenheim trotz guten Gelegenheiten mit der klaren Führung zufrieden, so dass es im zweiten Durchgang (ausser Pyro) nichts mehr zu sehen gab. Beim abendlichen Imbiss am Bahnhof durfte wiederum das massive Polizeiaufgebot (und der Kleinstadtpöbel) begutachtet werden, bevor es schliesslich, unter Berücksichtigung aller helvetischen Nachtnetz-Angebote, in Richtung Heimat ging. Um 04.30 Uhr war die dritte Liga schliesslich endgültig ad acta gelegt.

Mittwoch, 28. April 2010

FC Denzlingen 0 TSG Hoffenheim II 0

Oberliga Baden-Württemberg
Einbollenstadion, Denzlingen
Zuschauer: 180 (-)


Wenige Stunden nach der Rückkehr aus Wuppertal sollte auch der letzte Geltungstag des deutschen Interrail-Tickets sinnvoll genutzt werden; aus zeitlichen Gründen führte der Weg zwangsläufig nach Denzlingen, einem Städtchen nördlich von Freiburg. Am westlichen Rand der Gemeinde (ungefähr 20 Minuten Fussmarsch vom Bahnhof entfernt) findet sich das kleine Einbollenstadion, das die Besucher mit grossen Graswällen auf beiden Längsseiten empfängt. Ausserdem lädt seit kurzem eine kleine Stehplatztribüne (mit zwei Stufen) zum schattigen Verweilen ein; auch einige Sitzbänke (in Grün) sind auf beiden Längsseiten vorhanden.



Als unangefochtener Tabellenführer - und baldiger Aufsteiger in die Regionalliga Süd - bestach Hoffenheim II auch beim Gastspiel im abstiegsbedrohten Südbaden mit spielerischen Qualitäten, doch die Chancenauswertung war eher mangelhaft. Die Einheimischen wehrten sich mit einer kämpferischen Leistung erfolgreich gegen den übermächtigen Nachwuchs des Bundesligisten, was die Kraichgauer zunehmend konzeptloser werden liess. Und auch die Glücksgöttin Fortuna bekannte sich schlussendlich zu Denzlingen, als ein Abschluss der Gäste drei Minuten vor dem Spielschluss an den rechten Pfosten prallte, wodurch es torlos auf die Heimreise ging.

Dienstag, 27. April 2010

Wuppertaler SV 0 FC Rot-Weiss Erfurt 3

3. Bundesliga
Stadion am Zoo, Wuppertal
Zuschauer: 2093 (100)


Eine unendliche Flut an Nachtragsspielen erinnerte auch Ende April noch an den hartnäckigen Winter, so dass der zweitletzte Ground der dritten Liga tatsächlich unter der Woche gekreuzt werden konnte. Das Stadion am Zoo, in Wuppertal, hinterliess allerdings einen sehr zwiespältigen Eindruck: Die historische Aussenfassade der Haupttribüne vermochte zwar ebenso zu gefallen wie die sanierte Stadiongaststätte im Norden der grosszügigen Anlage. Innen zeigte sich hingegen ein liebloser Ausbau, der sich primär in den wuchtigen Hintertortribünen aus kargen Betonelementen manifestierte - auch die altehrwürdige Radrennbahn, im Jahr 1924 erbaut, musste weichen. Die überdachte Haupttribüne ist durchwegs mit grauen Sitzschalen ausgestattet; auf der riesigen Gegengeraden wurde eine räumliche Unterteilung in Steh- und Sitzplätze (jeweils unüberdacht) geschaffen, wobei Letztere wohl nur bei publikumswirksamen Begegnungen zugänglich sind.



Aus akustischen (?) Gründen war auch die kleine Ultra-Fraktion der Gastgeber mit ihrer Zaunfahne "Allez Rot-Blau" auf der Haupttribüne zu finden, um einen sowohl in akustischer Qualität als auch in optischer Intensität (einige Schwenkfahnen) laufend abbauenden Support abzuliefern. Der Blick auf die betonlastige Gästetribüne war allerdings noch trauriger, verloren sich heute Abend doch nur wenige Thüringer (in Abwesenheit von optischen Hilfsmitteln) im riesigen Auswärtssektor. Der farblose Auftritt dürfte auch mit den rigorosen Stadionverboten gegen die "Erfordia Ultras 1996" zusammenhängen, so dass die Gäste nur einmal zu vernehmen waren, als ein Dutzend Gestalten hämische Gesänge ("Auf Wiedersehen") in Richtung Wuppertal sendeten. Die Gäste waren zuvor durch einen Elfmeter, dessen Entstehung aus heimischer Sicht äusserst unnötig war, verdient in Führung gegangen, wodurch das Abstiegsschicksal der Wuppertal endgültig besiegelt schien.



Die Relegation liess sich angesichts der spielerischen Unfähigkeit der Gastgeber, die durch eine aufreizende Emotionslosigkeit unterstützt wurde, nicht mehr abwenden, auch wenn die weiteren Erfurter Torerfolge erst in der Schlussphase (77./87.) folgten. Die meisten Zuschauer nahmen den Abstieg mit erschreckender Leichtigkeit hin - mit Ausnahme der heimischen Ultra-Szene, die den Zaun in der Schlussphase besetzte und auch vor körperlichen Übergriffen gegen eigene Spieler nicht zurückzuschrecken schien; von den übrigen Zuschauern waren im Gegenzug regelmässige Anti-Ultras-Äusserungen zu vernehmen. In der aufgeheizten Stimmung kam es nach dem Abpfiff, der den Abstieg besiegelte, zu vereinzelten Konfrontationen im Stadionumfeld, doch die Courage der Ultras schien durch das Auftauchen der Polizeikräfte blitzschnell erloschen zu sein...

Sonntag, 25. April 2010

VfL Sindelfingen 3 1. FC Köln 0

2. Bundesliga Süd (Frauen)
Floschenstadion, Sindelfingen
Zuschauer: 225 (-)


Im Nachhinein lässt sich nur mehr schwerlich erklären, wieso man sich frühmorgens aus dem Bett zu bewegen vermochte, um einem zweitklassigen Frauenfussballspiel in Sindelfingen beizuwohnen - zumal es einen längeren Fussmarsch (vom Bahnhof Böblingen) zu bewältigen gab. Es muss am Ground gelegen haben, denn das örtliche Floschenstadion kann mit einer überdachten Tribüne (mit sechs roten Sitzreihen) aufwarten; auch der Gegenseite wurden drei ungedeckte Stehstufen vor dem Vereinsgebäude ebenfalls mit roten Sitzschalen versehen. Vor zwanzig Jahren zählte der VfL Sindelfingen zu den Bundesliga-Gründungsmitgliedern - nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Oberliga kämpfte sich Sindelfingen mit drei Aufstiegen zwischen 2003 und 2005 zurück in die Bundesliga, aus der man sich nach nur einer Saison bereits wieder verabschieden musste.



In der zweithöchsten Spielklasse ist der VfL Sindelfingen zwar seit dem 10. Dezember 2006 - als man dem späteren Aufsteiger Saabrücken mit 0:1 unterlag - im eigenen Stadion ungeschlagen, doch der Wiederaufstieg liess sich bislang nicht mehr realisieren; auch in dieser Saison dürfte der Meistertitel nach Leverkusen gehen. Aus dem Rheinland machte sich auch der heutige Gegner, begleitet von einer stillen Anhängerschaft im Vereinstrikot, auf den Weg nach Süddeutschland. Die Kölner hatten allerdings sowieso nichts zu feiern, denn die Einheimischen kamen in der Mitte der ersten Halbzeit nach einem Eckball durch einen Abpraller zum verdienten Führungstreffer - und nur zwei Zeigerumdrehungen später stand es schon 2:0 für Sindelfingen, nachdem eine eigene Spielerin versehentlich von einem Kölner Befreiungsschlag getroffen wurde.



Dieser Doppelschlag konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der morgendliche Ernstkampf insgesamt von (zu) vielen haarsträubenden Fehlpässen und dem unkoordinierten Zweikampfverhalten vieler Akteurinnen geprägt war. Bei den Gästen war zudem eine eklatante Abschlussschwäche zu erkennen, so dass selbst beste Gelegenheiten auf den Anschlusstreffer kläglich vergeben wurden. In der 72. Minute war die Begegnung schliesslich entschieden, als Sindelfingen nach einem schnellen Konterangriff im Nachsetzen zum 3:0 traf. In der Folge nahm die Konzentration beim siegreichen Tabellenzweiten stark ab, doch die unglaubliche Unfähigkeit der Gäste, die das leere Tor mehrmals verpassten, verhinderte eine spannende Schlussphase.

SV Böblingen 1 TSG Tübingen 1

Landesliga Württemberg III
Stadion Silberweg, Böblingen
Zuschauer: 150 (-)


In einem gemächlichen Tempo, und um eine fragwürdige Erfahrung in Sachen Frauenfussball reicher, ging es zu Fuss - eine entsprechende S-Bahn-Linie zwischen Böblingen und Stuttgart (S60) soll erst im Juni 2010 wieder in Betrieb genommen werden - zurück nach Böblingen, wo es im Laufe des sommerlichen Nachmittags einen Ernstkampf der örtlichen Landesliga-Fussballer zu sehen gab. Vor etwas mehr als zehn Jahren spielte der SV Böblingen für drei Saisons in der Oberliga Baden-Württemberg, inzwischen wird zwei Spielklassen tiefer gekickt. Der Stadion Silberweg vermag höheren Ansprüchen allerdings problemlos zu genügen: Auf einer Längsseite thront die überdachte Haupttribüne mit zehn (hellblauen) Sitzbankreihen und dem (weissen) Schriftzug "SVB" in der Mitte; auch die gewölbte Dachkonstruktion, die an markanten Beton-Elementen befestigt ist, sorgt für eine Unverwechselbarkeit der weitläufigen Anlage. Auf der Gegenseite verlaufen immerhin noch vier ungedeckte Stehstufen und vereinzelte Sitzbänke.



Nach einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen SVB-Captain Georg "Schorsch" Paetzold (insgesamt 480 Einsätze im Böblinger Trikot!), dessen Sohn heute im Fanionteam spielt, wurde die Begegnung der siebten Spielklasse durch Schiedsrichterin Cohan freigegeben - eine schleichende Feminisierung des Fussballs war heute also sichergestellt. Auf dem grünen Rasen ging Tübigen durch einen satten Freistoss aus 25 Metern mit der ersten Gelegenheit in Führung. Insgesamt wurde es trotz vielen Strafraumszenen auf beiden Seiten allerdings nur selten gefährlich. Eine Ausnahme war eine weitere Aktion der Gäste, als ein Kopfball nach einer halben Stunde nur an die Querlatte prallte. In der 62. Minute hatte auch Böblingen einen Lattenkopfball zu beklagen, doch im Nachsetzen wurde das Spielgerät doch noch zum Ausgleich über die Linie gestochert, was angesichts der heimischen Druckphase nach der Halbzeitpause auch verdient war.



Es sollte schliesslich bis zum Abpfiff beim ausgeglichenen Spielstand bleiben, weil sich beide Mannschaften insgesamt zu viele Abspielfehler leisteten - und somit nur selten in eine optimale Abschlussposition kamen. Vor den Augen des neuen Oberbürgermeisters Wolfgang Lützner brillierte der Böblinger Torhüter zwei Minuten vor dem Ende mit einer Glanzparade gegen einen riskanten Volleyschuss der Turn- und Sportgemeinde Tübingen, deren Spieler fast schon zum Torjubel angesetzt hatten. ACHTUNG: Aufgrund des fehlenden Flutlichts werden allfällige Begegnungen unter der Woche jeweils auf dem direkt angrenzenden Nebenplatz (siehe oben) ausgetragen, dessen Ausbau mit sechs breiten Stehstufen auf einer Längsseite - und einem grünen Sprecherturm - allerdings auch als überdurchschnittlich bezeichnet werden kann.

Samstag, 24. April 2010

FC Aarau 2 FC St. Gallen 0

Axpo Super League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 7800 (1000)


Das Sprichwort "Aller guten Dinge sind drei" ist mehr als angebracht. Im dritten Ernstkampf unter Interimstrainer Ranko Jakovljevic gewannen die Unabsteigbaren unglaublicherweise zum dritten Mal zu Null. Beim Heimsieg gegen St. Gallen avancierte der ehemalige Ostschweizer Liebling David Marazzi zum gefeierten Helden, als er einen optimistischen Ausflug Vailatis zur Aarauer Führung nutzte (20.) und nach der Pause auch noch den zweiten Treffer durch Burki (67.) mustergültig vorbereite. Die Gallusstädter begruben ihre Europacup-Träume eindrücklich mit einem lustlosen Auftritt, so dass der Erfolg des (bisherigen) Schlusslichts, das die rote Laterne für einen Tag an Bellinzona abzugeben vermochte, angesichts des Chancenverhältnisses eher zu knapp ausfiel.



Auf den Rängen wurde ebenfalls grosses Spektakel geboten: Die heimischen Supporter verwiesen in ihrer Choreographie auf die Tatsache, dass die Aarauer seit 1981 in der obersten Spielklasse vertreten sind; mit Hilfe von zwölf Doppelhaltern wurde der Begriff "Onabstiigbar" gebildet - auf einem Spruchband war "meh als en Mythos" zu lesen. Ausserdem wurden im Fanblock fleissig kleine Fähnchen in den Clubfarben geschwenkt. In Laufe der ersten Halbzeit gab es zudem ein originelles Spruchband ("Ladies Day? Als ob Keller-Sutter nicht schon reicht...!") in Anspielung auf die heutige Aarauer Werbeaktion bzw. die Sicherheitsfanatikerin aus der Ostschweiz zu lesen.



Im Gästeblock waren zu Spielbeginn - abgesehen von den üblichen Doppelhalter und Fahnen in den Vereinsfarben - verschiedene Rauchschwaden in den Farben Gelb, Grün und Rot zu sehen. Auch nach der Pause wurde optisch mit Hilfe von Fackeln und anderen Pyrotechnik-Materialen einiges geboten. In diesem Zusammenhang sei auch noch die Zaunfahne der österreichischen Fan-Initiative "Pyrotechnik ist kein Verbrechen" im Gästesektor erwähnt - lobenswerte Aktion!

Mittwoch, 21. April 2010

FC Bavois 1 SC Düdingen 2

1. Liga (Gruppe 1)
Terrain des Peupliers, Bavois
Zuschauer: 200 (-)


Eine seltene Spieltagsansetzung unter der Woche galt es zu nutzen, um den fünftletzten Ground in der 1. Liga zu kreuzen - auch wenn ich den Ground in gewisser Weise schon früher besucht hatte. Die kleine Tribüne (mit 74 Sitzschalen in blauer Farbe) war ursprünglich beim ehemaligen NLB-Club (und aktuellen Abstiegskonkurrenten in der 1. Liga) aus Baulmes zu finden, wurde nach deren Stadionneubau allerdings unverändert nach Bavois - ungefähr 15 Kilometer entfernt - übersiedelt, um dem tristen Sportplatz Peupliers ein wenig Charme zu verleihen. Beide Equipen spielten anfänglich euphorisch nach vorne, was die Torhüter zu einigen Paraden zwang; zudem beklagte Bavois in der siebten Spielminute auch noch einen Aluminiumtreffer.



Nachdem die Begegnung in der Folge abgeflacht war, zeigten die Teams nach dem Seitenwechsel erneut einen fulminanten Start - wiederum untermalt durch einen heimischen Distanzschuss an die Querlatte. In der 59. Minute war der Bann gebrochen, als Lukas Schneuwly, dessen Brüder mit YB um den Meistertitel kämpfen, mit einem herrlichen Freistoss von links aussen zur Führung für Düdingen traf. Die Gastgeber antworteten mit dem Ausgleich von Malgioglio (ex-Sion), den die Waadtländer mit drei Mitspielern (u.a. Thierry Ebe) erst in der Winterpause von Le Mont-sur-Lausanne verpflichteten. Die Freiburger kamen nur 45 (!) Sekunden später zur erneuten Führung, die den wütenden Angriffen der Gastgeber in der Schlussphase erfolgreich standhielt; auch weil ein aussichtsreicher Freistoss von Bavois erneut nur an die Torumrandung prallte.