Freitag, 6. April 2012

Northampton Town FC 2 Oxford United FC 1

npower League Two
Sixfields Stadium, Northampton
Zuschauer: 6860 (1631)


Erster Zielort der kleinen, vor längerer Zeit geplanten Oster-Tour auf die Insel war Northampton, eine gewöhnliche Industriestadt in Zentralengland (ungefähr 100 Kilometer nördlich von London). In einem künstlichen Gewerbegebiet im Südwesten der Stadt, zwischen Restaurantkomplexen und Vergnügungsparks, findet sich die Heimstätte des örtlichen Viertligisten. Das Sixfields Stadium ist ein typisch-funktionales Bauwerk aus den 90er-Jahren - vier alleinstehende, überdachte Tribünen mit (inzwischen verblassten) bordeaux-farbenen Sitzschalen, erbaut mit dem geringst möglichen Kosten- und Materialaufwand, weil es vor der totalen Kommerzialisierung des englischen Fussballs auch noch keinen Bedarf an verglasten Logenplätzen oder multifunktionalen Videowänden gab.



Nachdem sich die Gastgeber mit starken Auftritten in den letzten Wochen aus der Abstiegszone zu hieven wussten, scheint eine kleine Euphorie ausgebrochen zu sein. Zum grössten Aufmarsch an Zuschauern seit mehr als drei Jahren (7‘028 gegen Leicester City, damals noch in der League One) trägt auch Oxford United - immer noch mit realistische Chancen auf eine Teilnahme an den Playoffendspielen - bei, deren zahlreiche Anhängerschaft in diesem Duell von geografischer Nähe nicht nur die gesamte Hintertorseite, sondern auch einen Teil der Gegentribüne in Beschlag nahm. Beim Einmarsch der beiden Teams war sogar der Ansatz einer Choreographie zu entdecken, doch der Umgang mit den Luftballons und den (wenigen) Wurfrollen in den blau-gelben Vereinsfarben schien eher willkürlich, sodass sich sie in der anbrechenden Dunkelheit kaum erkennen liessen.



Auf dem Spielfeld liess der erste Dämpfer nicht lange auf sich warten: Erst 46 Sekunden waren gespielt, als die Hausherren durch einen sehenswerten Schlenzer in die weite Torecke in Front gingen. Mehr als zwanzig Minuten vergingen, bis es Oxford gelang, den heimischen Spielrausch halbwegs einzudämmen. Die Gäste durften von Glück sprechen, nicht schon höher in Rückstand zu liegen, während die eigenen Offensivbemühungen zu unpräzise daherkamen, um zum Torerfolg zu führen. Auf den Rängen wurde Northampton Town von einer stehenden Gruppe im Bereich der Hintertorseite unterstützt. Eine zweite Gruppe, am rechten Ende der Haupttribüne platziert, war mit der Provokation der Gästefans betraut worden - mit Erfolg. Immer wieder mussten einzelne Oxford-Fans davon abgehalten werden, über die Absperrungen zu steigen. Verweise inklusive.



Als die Gäste nach dem Pausentee druckvoller agierten und fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff sogar zum Ausgleich kamen, meldete sich der Gästeblock auch endlich (kurzzeitig) akustisch zu Wort. Die erstmalige Führung von Oxford United verhinderte Torhüter Kitson, als er einen Elfmeter der Gäste parierte. Es war schon sein zweiter (gehaltener) Strafstoss im zweiten Einsatz für die Cobblers. Abgesehen von einer längeren Rudelbildung, gepaart mit einem planlosen Schiedsrichter, schien in der Folge nichts mehr zu geschehen. Die Nachspielzeit war angebrochen: Brett Williams, eben erst eingewechselt, erkämpfte sich einen aussichtslosen Befreiungsschlag, umspielte einige Gegenspieler und schoss von der Strafraumgrenze eiskalt zum 2:1 für die Lokalmatadoren in die weite Ecke, woraufhin sich Oxford per Frustfoul (verbunden mit der Ampelkarte) verabschiedete.

Keine Kommentare: