Sonntag, 26. Februar 2012

FC Aarau 1 FC Lugano 0

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 2800 (40)


Zur alljährlichen Spendenaktion der "Szene Aarau" wurde anfangs eine gelungene Choreographie präsentiert, um im Sinne eines geschickten Marketings sogleich zu zeigen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Zum grossen Spruchband "Endspurt: Zeigets de andere!" wurde eine Blockfahne hochgezogen, die die drei Aufstiegsaspiranten Aarau, Bellinzona und St. Gallen als Leichtathleten illustriert, wobei sich Aarau am Ende natürlich durchsetzen kann. Diese Szenerie wurde umrahmt von kleinen Fähnchen in den Clubfarben und einem weiteren Transparent "Nationalliga A - Aarau esch erschtklassig", und auch die Choreo-Spenden sind folglich geschickt verwendet worden.



Auf dem Rasen war viel Geduld gefragt. Die Aarauer Überlegenheit wurde schliesslich nach 80 Minuten doch noch belohnt, als eine Hereingabe von Remo Staubli durch Lugano-Verteidiger Kiliann Witschi ins eigene Gehäuse gelenkt wurde. Einen Tag zuvor war das Testspiel unseres Nachwuchses schon viel früher entschieden - dank einer optimalen Chancenauswertung führte die Talentauswahl von Cheftrainer Thomas Binggeli gegen den Ligakontrahenten SC Schöftland bereits zur Halbzeit mit zwei Toren; ebensoviele Treffer folgten auch in der zweiten Halbzeit.

Mittwoch, 22. Februar 2012

FC Basel 1 FC Bayern München 0

Champions League (1/8-Finale)
St. Jakob Park, Basel
Zuschauer: 36000 (3000)


Auf freundliche Einladung sollte es wieder einmal in den Basler Fussballtempel gehen, wo es für meine Wenigkeit in sechzehn Anläufen bislang erst einen Vollerfolg der Auswärtsmannschaft - durch den damaligen UEFA-Cup-Teilnehmer Heart of Midlothian - und zwei Punkteteilungen für Aarau zu sehen gab. Auch der deutsche Rekordmeister aus dem Freistaat Bayern musste sich nach einem uninspirierten Auftreten geschlagen geben, nachdem die Auswahl von Übungsleiter Jupp Heynckes nach zwei frühen Grosschancen von Franck Ribéry - jeweils durch Basel-Goalie Yann Sommer mirakulös zu Nichte gemacht - nicht mehr viel zustande gebracht hatte.



Die Gastgeber antworteten mit zwei Aluminiumtreffern von Aleksandar Dragovic, dessen Kopfball von Torhüter Manuel Neuer an den Pfosten gelenkt wurde, und von Alex Frei - sein Abschluss prallte von der Querlatte auf den Rasen zurück. In der Folge war München zwar mehrheitlich im Ballbesitz, doch den Favoriten schien es äusserst schwer zu fallen, das Basler Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Dies war zum Teil auch einer fahrlässigen, wenig zielstrebigen Spielweise gewisser Stammkräfte zu verdanken. Die Lokalmatadoren nutzten diese einmalige Gelegenheit schliesslich optimal aus, indem der eingewechselte Flügelspieler Valentin Stocker wenige Zeigerumdrehungen vor dem Abpfiff zum nicht für möglich gehaltenen Siegtreffer zu vollenden vermochte.



Auf den Rängen trafen zwei ebenbürtige Anhängerschaften aufeinander, was eine ansprechende Stimmung mit regelmässigen Gesängen beiderseits zur Folge hatte - wenn auch die akustische Unterstützung aufgrund der endlosen Spannung auf heimischer Seite mit fortlaufender Spielzeit immer mal wieder in Vergessenheit geriet. Beide Fanlager setzten im Laufe der Begegnung auch einige Bengalfackeln zur optischen Untermalung der eigenen Anwesenheit ein.

Sonntag, 19. Februar 2012

FC Vaduz 3 FC Aarau 2

Challenge League
Rheinparkstadion, Vaduz
Zuschauer: 828 (200)


Zum Rückrundenauftakt war die Marschrichtung mit Blick auf den Gästeblock klar. Dort war die simple Aufforderung "Möchet die Farbe weder erschtklassig" an die eigene Mannschaft zu lesen, untermalt durch ein dichtes Fahnenmeer in den Vereinsfarben. Im Schneetreiben fand Vaduz anfänglich besser ins Spiel, was Matthias Baron mit einer herrlichen Direktabnahme zur Führung für die Ländle-Kicker nutzte. Aber nur zwei Zeigerumdrehungen später schlug Leihspieler Nico Siegrist im ersten Ernstkampf für Aarau eiskalt zu, um noch den glückhaften Ausgleich noch vor dem Ablauf der Startviertelstunde aus kurzer Distanz zu markieren. Inzwischen war Vaduz aber zweifellos spielbestimmend - mit dem Makel, dass die Hausherren in Person von Moreno Merenda im Laufe der ersten Halbzeit einen berechtigten Strafstoss kläglich am Tor vorbeischossen.



In der 72. Minute war es David Hasler, der die erneute Führung für Vaduz durch eine Kopie des ersten Treffers des Tages realisierte und zugleich eine attraktive und dramatische Schlussphase einläutete. Auf der Gegenseite traf nämlich Aco Stojkov mittels Kopfball zum 2:2, wenig später scheiterten beide Teams innert wenigen Sekunden jeweils an der Torumrandung. Und schliesslich musste Aarau - vom möglichen Sieg euphorisiert - doch noch einen Knockout hinnehmen, als der ehemalige Aarauer Mittelfeldspieler Franz Burgmeier einen zügigen Angriff seiner Mannschaft mit einem gefühlvollen Heber zur nicht unverdienten Siegsicherung für die Liechtensteiner nutzte.

Sonntag, 15. Januar 2012

RSC Anderlecht 3 Club Brugge KV 0

Jupiler Pro League
Stade Constant Vanden Stock, Bruxelles
Zuschauer: 23335 (600)


Am Sonntagmorgen wurde die französische Hauptstadt in Richtung Norden verlassen - nur rund 90 Minuten später war Brüssel dank rasanter Thalys-Verbindung erreicht, wo der südwestliche Stadtteil Anderlecht angesteuert wurde. Im multikulturellen Einwandererviertel findet sich das Stade Constant Vanden Stock, die Heimstätte des belgischen Rekordmeisters (30 Titel) und benannt nach einem ehemaligen Nationaltrainer. Der Ground erfreut durch eine enge Bauweise. Alle Seiten sind mit zwei Rängen ausgestattet, wobei sich die Stehplätze im Unterrang der beiden Hintertorseiten lokalisieren lassen. Im Spitzenkampf gegen Club Brugge, trainiert von Christoph Daum, gelang Anderlecht ein Start nach Mass. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als ein zielstrebiger Konter der Protagonisten Mbokani und Suarez für die heimische Führung sorgte.



In der Mitte der ersten Halbzeit erhöhte Jovanovic, drittes Mitglied im "magischen Dreieck" der spektakulären Offensive aus Anderlecht, mittels Flachschuss auf 2:0, nachdem die Gäste zuvor am leeren Tor vorbeigeschossen hatten. Nach dem Seitenwechsel sorgte Suarez - kürzlich mit dem goldenen Schuh als bester Spieler im belgischen Fussball geehrt, was vor Spielbeginn von den Fans mit einer entsprechenden Blockfahne (und einigen Wurfrollen in den Vereinsfarben) gehuldigt worden war - für die endgültige Demütigung des grossen Rivalen aus dem Nordwesten des Landes, als er nach einem unvernünftigen Ausflug des Gästekeepers ins verwaiste Gehäuse traf, was in der Euphorie sogar eine Laola-Welle mehrmals durch das Stadion gleiten liess.



Dennoch war der Auftritt auf den Rängen eher enttäuschend: Beim RSC Anderlecht, dessen Supportergruppen auf beiden Hintertorseiten verteilt sind, wurde es nur selten sehr laut. Und die Gästefans sahen sich auch erst zu einer akustischen Unterstützung genötigt, nachdem sie von den heimischen Anhängern im angrenzenden Block provoziert worden waren. Nach dem dritten Treffer war es um den Support von Club Brügge allerdings endgültig geschehen, während es auf Seiten der Hausherren schon nach dem ersten Torerfolg eine minimale Pyro-Einlage auf dem Boden gegeben hatte. Ein Highlight war hingegen das nichtssagende Interview einer belgischen Fernsehjournalistin mit dem verschnupften Gästetrainer - zwei Personen, deren Akzente und Ideenlosigkeit beim Versuch sich in englischer Sprache zu unterhalten für Erheiterung sorgten.

Samstag, 14. Januar 2012

Le Mans FC 1 EA Guingamp 0

Ligue 2
MMArena, Le Mans
Zuschauer: 6409 (120)


Auf halber Strecke zwischen Nantes und Paris war es Zeit für einen Zwischenstopp in Le Mans, bekannt für das lokale 24-Stunden-Rennen. In direkter Nachbarschaft zum Circuit in der südlichen Peripherie der Stadt findet sich seit 2011 auch die neue Heimstätte des örtlichen Fussballclubs, nachdem zuvor über 100 Jahre im alten Stade Léon Bollé im Norden der Stadt gespielt worden war. Die moderne MMArena, als erstes Stadion in Frankreich nach einem Sponsor (Versicherung) benannt, präsentiert sich als zweistöckiger, vollständig überdachter All-Seater-Ground mit einer Kombination an gelben und roten Sitzschalen. Die Ambitionen der Manceaux sind unübersehbar, doch die Realität sieht momentan einen harten Überlebenskampf in der zweithöchsten Liga vor.



Im Vergleich mit dem "gallischen Dorf" aus der Bretagne (rund 7500 Einwohner), das den Platz im französischen Profifussball eisern zu verteidigen vermag, erwies sich Le Mans in der ersten Hälfte als stärkere Mannschaft. Nach einer Viertelstunde flog ein Abschluss aus acht Metern noch direkt auf den gegnerischen Schlussmann, aber fünf Zeigerumdrehungen später war der einheimische Führungstreffer zur Tatsache geworden - mit einer unglaublichen Direktabnahme in der Nähe der Seitenauslinie (!) nach einem unscheinbaren Flankenwechsel. Und noch vor Ablauf einer halben Stunde scheiterte Le Mans erneut knapp, als das Leder nach einem Patzer des Gästekeepers durch einen Verteidiger erst im letzten Moment auf der Torlinie weggeschlagen wurde.



Im zweiten Durchgang zeigte sich Le Mans solidarisch mit dem harmlosen Gegner und schien ebenso auf offensive Akzente zu verzichten, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Zwar war Guingamp um einen eigenen Treffer bemüht, doch dank der allgemeinen Ideenlosigkeit am gegnerischen Strafraum musste die Heimreise ohne nennenswerte Abschlussmöglichkeiten angetreten werden. Auf den Rängen duellierten sich zwei Fanlager von ähnlicher Grösse, wobei sich Guingamp zu Spielbeginn mit einen Dutzend Schwenkfahnen Pluspunkte verdiente und die heimischen Anhänger in Sachen akustischer Beteiligung (vor allem nach dem Führungstreffer) leichte Vorteile verbuchten, wenn auch (nur) mit der Unterstützung einer Lautsprecheranlage.

Paris Saint-Germain 3 Toulouse FC 1

Ligue 1
Parc des Princes, Paris
Zuschauer: 44669 (100)


Eine kurze TGV-Fahrt später war der unbestrittene Mittelpunkt der zentralistisch organisierten Republik Frankreich erreicht; von der Hauptstadt Paris gab es angesichts des straffen Zeitplans abgesehen vom U-Bahn-System aber nicht viel zu sehen. Am Prinzenpark herrschte emsiges Treiben, verbunden mit einem überdurchschnittlichen Aufkommen an "Need Ticket"-Schildern. Erstaunlich für eine simple Ligapartie gegen einen alles andere als namhaften Gegner aus dem Südwesten des Landes. Andererseits darf PSG nach dem Einstieg der milliardenschweren Qatar Sports Investments im letzten Sommer momentan vom ersten Meistertitel seit 1994 träumen.



Ebenfalls träumen muss der Fusionsverein, im Jahr 1970 durch den Zusammenschluss von Stade Saint-Germain und Paris FC entstanden, von einer heissen Atmosphäre im Stadion. Nach einer Vielzahl an Vorfällen mit den (verfeindeten) Fangruppen "Kop of Boulogne" und "Virage Auteuil", welche in der Vergangenheit jeweils eine Hintertorseite besetzten, wurde die Aktivszene durch den Vereinspräsidenten Robin Leproux faktisch ausgeschlossen, indem der Saisonkartenverkauf unterbunden und der Einzelkartenverkauf massiv erschwert resp. willkürlich wurde, was einen gemeinschaftlichen Support verunmöglichte. Entsprechend sind die Gruppierungen heutzutage nicht mehr im Stadion vertreten, was sich auch auf die Stimmung niederschlägt - alles wirkt unorganisiert, durchgängige Gesänge sind selten und optische Elemente fehlen gänzlich.



Auf dem grünen Rasen liessen die Hauptstädter, in der Meisterschaft erstmals mit Carlo Ancelotti an der Seitenlinie, von Beginn weg keine Zweifel über ihre Favoritenrolle aufkommen. Nach einigen wuchtigen Weitschüssen führte schliesslich ein abgelenkter Abschlussversuch zum ersten Treffer der Hausherren. Nach dem Seitenwechsel fand das einheimische Schaulaufen seine Fortsetzung - mit zwei weiteren Torerfolgen der Offensivabteilung, was auch die Stimmung kurzzeitig ein wenig anzuheizen vermochte (inklusive seltenen Wechselgesängen). Weitere Möglichkeiten ergaben sich nun im Minutentakt für die Lokalmatadoren, aber am Ende traf Toulouse, die den eigenen Ruf als harmlose Mannschaft zementierten, aus kurzer Distanz zum schmeichelhaften Endstand.

Freitag, 13. Januar 2012

FC Nantes 2 Angers SCO 1

Ligue 2
Stade de la Beaujoire, Nantes
Zuschauer: 14780 (500)


Der Billigflieger in die westfranzösische Grossstadt war erstaunlich gut gefüllt für die Tatsache, dass die Tickets noch wenige Tage vor dem Abflug für zwanzig Franken "verschenkt" wurden - und somit meine Reisepläne in Richtung Atlantikküste massgeblich beeinflussten. Eine speditive Anreise war den Gästen aus Angers, nur ungefähr 90 Kilometer westlich von Nantes gelegen, beschieden, sodass sich einige Hundert Gästefans im Stadion einfanden. Einige Dutzend Ultras (mit einigen Doppelhaltern sowie Schwenkfahnen) waren im Gästesektor um einen lückenlosen Support bemüht, ohne dass die übrigen Angers-Fans - zum Teil auch auf der Gegengeraden zu finden - an dieser akustischen Unterstützung mit einer Eigenleistung partizipiert hätten.



Anders präsentierte sich die Situation auf Seiten der Lokalmatadoren, wo es zwei unabhängige Fangruppen auf einer Hintertorseite gab und sich gegenüber auch immer wieder eine Kinderschar zu Anfeuerungsrufen genötigt sah, was eine unstimmige Atmosphäre ergab. Immerhin leuchtete nach dem Führungstreffer für den achtmaligen Landesmeister (zuletzt 2001) eine Bengalfackel auf, welche (landestypisch) auf dem Boden gezündet wurde. Aber nur sieben Spielminuten später vermochte Angers nach einer Hereingabe von links mit einem geschickten Ablenker auszugleichen, was einer exakten, technisch leicht verbesserten Kopie zum Torerfolg der "Canaris" entsprach.



Der zweite Durchgang verlief lange ereignislos, als plötzlich Djilobodji - einheimischer Schreck aller Stadionsprecher - wiederum nach einem Flankenball von links am zweiten Pfosten stehend an das Leder kam, um selbiges eiskalt im kurzen Winkel zu versenken; wenig später kam auf Seiten der Gastgeber auch noch "Altmeister" Sylvain Wiltord zu einem wirkungslosen Einsatz. Einen positiven Aufschwung erlebte gegen Spielende hingegen die Stimmung auf den heimischen Rängen, welche als stark spielabhängig wahrgenommen wurde. Auf der anderen Seite erwies sich der Support von Angers mit fortlaufender Spielweise als sehr monoton und mit bescheidener "Durchschlagskraft".

Samstag, 31. Dezember 2011

Groundhopping-Statistik 2011

Insgesamt wurden 127 Spiele im Jahr 2011 besucht
(zum Vergleich 2010: 156 Spiele)

Schweiz:

1x Axpo Super League
30x Challenge League (30x Aarau)
2x Schweizer Cup (2x Aarau)
25x Testspiel (13x Aarau, 12x U21)

1x Aufstieg 1. Liga/NLB
1x 1. Liga Gruppe 1
1x 1. Liga Gruppe 3

16x 2. Liga Interregional (16x U21)

1x 2. Liga ACGF (Genf)
1x 2. Liga AFF (Fribourg)
2x 2. Liga FTC (Tessin)
4x 2. Liga FVBJ (Bern/Jura)
1x 2. Liga FVNWS (Nordwestschweiz)
1x 2. Liga FVRZ (Zürich)
1x 2. Liga OFV (Ostschweiz)

1x 3. Liga FVBJ (Bern/Jura)
1x 3. Liga FVNWS (Nordwestschweiz)
5x 3. Liga FVRZ (Zürich)

1x 4. Liga AFV (Aargau)

Deutschland:

1x 1. Bundesliga

2x Regionalliga Nord
1x Regionalliga Süd
3x Regionalliga West

1x Oberliga Bayern
1x Oberliga Hessen
1x Oberliga Niedersachsen
1x Oberliga Nordost-Süd
2x Oberliga Südwest

1x Verbandsliga Hessen Süd
1x Verbandsliga Württemberg

1x Landesliga Südbaden 2

2x Bezirksliga Böblingen/Calw
1x Bezirksliga Hochrhein
1x Bezirksliga Niederrhein 6

1x BFV-Pokal (Viertelfinale)
1x Bezirkspokal Hochrhein

1x Testspiel (1x Aarau)

England:

2x npower Championship
2x npower League One

Frankreich:

1x Ligue 2
1x Testspiel

Italien:

1x 3. Liga FTC (Tessin)

Österreich:

1x Landesliga Vorarlberg

Auswertung Aarau:

46x Aarau
28x U21

Auswertung Groundhopping:

57 neue Grounds (inkl. Aarau/Testspiele)
6 besuchte Länder, davon 0 neue Länder

Preston North End FC 0 Sheffield Wednesday FC 2

npower League One
Deepdale Stadium, Preston
Zuschauer: 15904 (5000)


Die letzte Begegnung dieses Jahres führte meine Wenigkeit zum Preston North End Football Club, dem allerersten Meister im englischen Ligafussball (1888/89). Eine Saison später legte PNE einen weiteren Titelgewinn nach - ohne ein Spiel zu verlieren, was erst 114 Jahre später durch Arsenal wieder erreicht werden konnte; zudem sicherten sie sich in dieser legendären Spielzeit (1889/90) als erstes Team das "Double", als sie den FA-Cup ohne Gegentreffer gewannen. Auch wenn die "Lilywhites" in ihrer langen Geschichte niemals aus der Football League (Profibereich) abgestiegen sind, muss man sich im Nordwesten Englands zurzeit mit der dritthöchsten Spielklasse zufrieden geben. Dieses Schicksal teilen sie mit ihrem heutigen Gegner aus Sheffield, der die längste Zeit seiner Geschichte in der obersten Liga verbracht hatte und insgesamt vier Meistertitel (1902/03, 1903/04, 1928/29, 1929/30) und drei FA-Cup-Siege (1895/96, 1906/07, 1934/35) feiern konnte.



In der aktuellen Spielzeit darf sich zumindest "Wednesday", im Schatten von Überflieger Charlton Athletic, wieder Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die zweitoberste Liga machen. Umso mehr, als dass die Gäste nach einem unnötigen Eckball schon in der vierten Spielminute per Kopfball in Führung gingen und sich auch in der Folge als dominante Equipe präsentierten. Auf den Rängen waren die "Owls" (dt. Eulen) ebenfalls klar stärker, immer wieder wurden im (fast) ausverkauften Gästesektor - bestehend aus einer Hintertorseite - laute Gesänge angestimmt. Entsprechend war die Kleingruppe Heimfans, die dem aktiven Support (ohne Unterstützung des übrigen Publikums) fröhnten, nur äusserst selten zu vernehmen. Auf der neuen, noch unvollendeten Haupttribüne gab es zwischenzeitlich ebenfalls einige Gesänge, die den angrenzenden Gästefans galten.



Die übrigen Tribünen des Grounds (in den Ecken offen) sind ebenfalls mit dunkelblauen Sitzschalen bestückt, wobei sich mit Hilfe eines künstlerischen Einsatzes von farbigen Stühlen auch auf jeder Seite ein Portraitbild der drei Clublegenden Tom Finney, Alan Kelly und Bill Shankly findet - auch die jeweiligen Tribünen wurden nach diesen verdienten Spielern benannt. Heute war nur Preston-Keeper Thorsten Stuckmann (ex-Aachen, Braunschweig, Münster) um einen "bleibenden" Eindruck bemüht - in einem negativen Sinn, als er einen ungefährlichen Flankenball von der linken Seite ins eigene Tor passieren liess, um Sheffield zu einer beruhigenden Zwei-Tore-Führung zu verhelfen.



Auch im zweiten Durchgang fehlte es PNE an der nötigen Durchschlagskraft, während es Sheffield mit einer kämpferischen Spielweise stets gelang, die Räume für die gegnerischen Angreifer eng zu machen. Weil es den Gästen, deren Anhänger sich nach Wiederanpfiff eine schöpferische Auszeit leisteten, aber nicht gelang, ihre eigenen Möglichkeiten zu verwerten, war North End weiterhin im Rennen um die drei Zähler. Die einheimische Schlussoffensive scheiterte aber oftmals bereits im Ansatz; und einmal wurde das Leder auf der Torlinie abgewehrt. Am Ende gingen die Punkte aber verdientermassen - auch weil ihnen zwei glasklare Elfmeter verwehrt worden waren - nach South Yorkshire, deren Anhänger in den finalen Minuten wieder lautstark auf sich aufmerksam machten.

Freitag, 30. Dezember 2011

Huddersfield Town FC 1 Carlisle United FC 1

npower League One
Galpharm Stadium, Huddersfield
Zuschauer: 13962 (634)


Zum Abschluss des Jahres sollte es (natürlich) nochmals auf die britische Insel gehen, wo es vor den Feierlichkeiten zu Silvester noch zwei sehenswerte Grounds in der drittklassigen League One zu besuchen gab. Die Heimstätte von Huddersfield Town, zurzeit nach einem Pharmaproduzenten benannt, ist vollständig mit blauen und roten Sitzschalen bestückt, wobei zwei Tribünen mit zwei Rängen ausgestattet wurden, die durch verglaste Logenplätze voneinander getrennt sind. Dabei ist anzumerken, dass die zweistöckige Hintertorseite "nur" mit einem provisorischen bzw. mobilen Unterrang versehen wurde, um ihn für grössere Events (z.B. Konzerte) entfernen zu können.



Die Anhängerschaft von Carlisle United machte am "Boxing Day" (vor vier Tagen) von sich reden, als mehr als viertausend Supporter der "Cumbrians" zur Auswärtspartie nach Preston pilgerten - obwohl sich der eigene Zuschauerschnitt bei Heimspielen im Brunton Park auch etwa in solchen Sphären bewegt. Eher bescheiden war das heutige Auftreten von Carlisle auf den Rängen; wie auch Huddersfield, dessen "Aktivszene" am linken Ende der Gegentribüne (unweit der Gästefans) auszumachen war, nur selten fähig war, andauernde Gesänge anzustimmen, weil sich jeweils nur wenige Zuschauer zum akustischen Support an diesem kühlen Dezemberabend animieren liessen.



Auf dem Spielfeld produzierte Huddersfield einen typischen Fehlstart - nach einem missglückten Abschlag traf Carlisle schnörkellos zur frühzeitigen Führung. Auch in der Folge leisteten sich die "Terriers" unerklärliche Aussetzer in der Defensive, was die Gäste aber nicht zu nutzen wussten; stattdessen schlugen die Gastgeber aus West Yorkshire wenige Minuten vor dem Seitenwechsel konsequent zu, nachdem sich die Nordengländer selbst einen Ballverlust am eigenen Strafraum geleistet hatten. Im zweiten Durchgang setzte sich die allgemeine Abschlussschwäche beider Mannschaften allerdings fort, so dass die Punkte schliesslich leistungsgerecht geteilt wurden.