Samstag, 31. Dezember 2011

Preston North End FC 0 Sheffield Wednesday FC 2

npower League One
Deepdale Stadium, Preston
Zuschauer: 15904 (5000)


Die letzte Begegnung dieses Jahres führte meine Wenigkeit zum Preston North End Football Club, dem allerersten Meister im englischen Ligafussball (1888/89). Eine Saison später legte PNE einen weiteren Titelgewinn nach - ohne ein Spiel zu verlieren, was erst 114 Jahre später durch Arsenal wieder erreicht werden konnte; zudem sicherten sie sich in dieser legendären Spielzeit (1889/90) als erstes Team das "Double", als sie den FA-Cup ohne Gegentreffer gewannen. Auch wenn die "Lilywhites" in ihrer langen Geschichte niemals aus der Football League (Profibereich) abgestiegen sind, muss man sich im Nordwesten Englands zurzeit mit der dritthöchsten Spielklasse zufrieden geben. Dieses Schicksal teilen sie mit ihrem heutigen Gegner aus Sheffield, der die längste Zeit seiner Geschichte in der obersten Liga verbracht hatte und insgesamt vier Meistertitel (1902/03, 1903/04, 1928/29, 1929/30) und drei FA-Cup-Siege (1895/96, 1906/07, 1934/35) feiern konnte.



In der aktuellen Spielzeit darf sich zumindest "Wednesday", im Schatten von Überflieger Charlton Athletic, wieder Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die zweitoberste Liga machen. Umso mehr, als dass die Gäste nach einem unnötigen Eckball schon in der vierten Spielminute per Kopfball in Führung gingen und sich auch in der Folge als dominante Equipe präsentierten. Auf den Rängen waren die "Owls" (dt. Eulen) ebenfalls klar stärker, immer wieder wurden im (fast) ausverkauften Gästesektor - bestehend aus einer Hintertorseite - laute Gesänge angestimmt. Entsprechend war die Kleingruppe Heimfans, die dem aktiven Support (ohne Unterstützung des übrigen Publikums) fröhnten, nur äusserst selten zu vernehmen. Auf der neuen, noch unvollendeten Haupttribüne gab es zwischenzeitlich ebenfalls einige Gesänge, die den angrenzenden Gästefans galten.



Die übrigen Tribünen des Grounds (in den Ecken offen) sind ebenfalls mit dunkelblauen Sitzschalen bestückt, wobei sich mit Hilfe eines künstlerischen Einsatzes von farbigen Stühlen auch auf jeder Seite ein Portraitbild der drei Clublegenden Tom Finney, Alan Kelly und Bill Shankly findet - auch die jeweiligen Tribünen wurden nach diesen verdienten Spielern benannt. Heute war nur Preston-Keeper Thorsten Stuckmann (ex-Aachen, Braunschweig, Münster) um einen "bleibenden" Eindruck bemüht - in einem negativen Sinn, als er einen ungefährlichen Flankenball von der linken Seite ins eigene Tor passieren liess, um Sheffield zu einer beruhigenden Zwei-Tore-Führung zu verhelfen.



Auch im zweiten Durchgang fehlte es PNE an der nötigen Durchschlagskraft, während es Sheffield mit einer kämpferischen Spielweise stets gelang, die Räume für die gegnerischen Angreifer eng zu machen. Weil es den Gästen, deren Anhänger sich nach Wiederanpfiff eine schöpferische Auszeit leisteten, aber nicht gelang, ihre eigenen Möglichkeiten zu verwerten, war North End weiterhin im Rennen um die drei Zähler. Die einheimische Schlussoffensive scheiterte aber oftmals bereits im Ansatz; und einmal wurde das Leder auf der Torlinie abgewehrt. Am Ende gingen die Punkte aber verdientermassen - auch weil ihnen zwei glasklare Elfmeter verwehrt worden waren - nach South Yorkshire, deren Anhänger in den finalen Minuten wieder lautstark auf sich aufmerksam machten.

Keine Kommentare: