Mittwoch, 18. April 2012

Groundspotting: Helsinki

Das Olympiastadion von 1952 ist früherer Austragungsort des finnischen Pokalfinals, inzwischen finden nur noch Länderspiele gegen bedeutende Kontrahenten im weiten Rund statt. Der Ground besitzt unzählige Holzbankreihen, deren Überdachung sich allerdings auf die beiden Längsseiten beschränkt. Zurzeit wird die Arena für die diesjährige Leichtathletik-EM (im Juni) fit gemacht.





Einen Steinwurf entfernt, auf tieferer Ebene, findet sich die Heimstätte von Landesmeister HJK Helsinki, ein kleinerer All-Seater-Ground (Kapazität: 10'766 Zuschauer), erbaut im Jahr 2000, mit zweistöckiger Haupttribüne und kompletter Überdachung - umgeben von einigen Nebenplätzen.

Montag, 16. April 2012

Stabæk IF 0 Hønefoss BK 2

Tippeligaen
Nadderud Stadion, Bekkestua
Zuschauer: 3340 (150)


Eine erstaunliche Entwicklung machte Stabæk, in der Kommune Bærum zu Hause, durch. Im Jahre 1987 noch in der fünfthöchsten Spielklasse zu finden, gewann Stabæk schliesslich 2008 erstmals den norwegischen Meistertitel. Es folgte der Umzug in die moderne Telenor Arena, eine seelenlose Sporthalle auf dem alten Osloer Flughafen Fornebu, und nun - nach drei Spielzeiten - wieder die Rückkehr in die alte Heimat, weil man sich die multifunktionale Spielstätte trotz den ansteigenden Zuschauerzahlen nicht mehr leisten konnte bzw. eine Einigung über die Mietkonditionen verpasst wurde. Auf eine grosse Kulisse musste Stabæk auch im Fernsehspiel gegen Hønefoss verzichten.



Immerhin gab es beiderseits aktive Fanszenen, die das Intro mit einem Dutzend Schwenkfahnen verschiedenster Grössen in den jeweiligen Clubfarben identisch gestalteten. Akustisch waren aber nur die heimischen Supporter präsent - mit einem abwechslungsreichen Liedgut und vereinzelten Wechselgesängen mit der Haupttribüne. Ums Jubeln war den Lokalmatadoren aber nicht zu Mute. Der Tabellenletzte scheiterte zuerst an der Querlatte und im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit mehrmals an sich selbst (alleine vor dem Gästekeeper). Aus dem Nichts kam der Wiederaufsteiger aus Hønefoss kurze Zeit nach Beginn des zweiten Durchgangs zu einem zweifelhaften Strafstoss, den die Gäste aus der Provinz Buskerud zur schmeichelhaften Führung nutzten.



Nur noch einmal musste Hønefoss um den Sieg zittern, als der Torhüter einen Abschluss aus zehn Metern reflexartig parierte. In der Nachspielzeit trafen die Gäste mit einem mustergültigen Konter zum Endstand von 0:2. Das Nadderud Stadion, als Leichtathletikground im Jahr 1961 eröffnet, ist auf beiden Längsseiten mit hellgrünen Sitzschalen versehen, wobei nur der Oberrang der grossen Haupttribüne eine Überdachung vorweisen kann. In der Mitte der Gegenseite findet sich ein eher bescheidener Stehplatzbereich für die aktiven Supporter. Hingegen sind die weitläufigen Bereiche auf einer Hintertorseite (ungefähr zehn ungedeckte Stufen) im Meisterschaftsbetrieb gesperrt.

Sonntag, 15. April 2012

Lillestrøm SK 1 Vålerenga IF 1

Tippeligaen
Åråsen Stadion, Lillestrøm
Zuschauer: 10239 (2500)


Auf einer längeren Skandivanien-Tour sollten die fehlenden Länderpunkte Finnland und Norwegen eingefahren werden. Letzteres als Ausgangs- und Endpunkt der einwöchigen Reise. Erster Zielort war das Städtchen Lillestrøm, wenige Kilometer östlich von Oslo gelegen, wo der Hauptstadtclub Vålerenga an diesem wechselhaften Sonntagabend zum Lokalduell gastierte. Das Åråsen Stadion wurde zu Beginn des Jahrhunderts grundlegend erneuert, als nur die Haupttribüne (von 1979) - mit den einzigen Stehrängen für die Heimfans am linken Rand - unverändert blieb, während sich auf den übrigen Seiten inzwischen überdachte, mit gelben Sitzen bestückte Tribünen finden.



Der Auftakt war verheissungsvoll - schon eine Stunde vor dem Anpfiff wurden auf beiden Seiten erste Gesänge angestimmt. Zu Spielbeginn folgte im heimischen Fanblock ein dichtes Fahnenintro in den Clubfarben, wobei das passende Transparent "Lillestrøm Sportsklubb" leider erst ausgerollt war, als die Mehrheit der Fähnchen nicht mehr geschwenkt wurde. Die Supporter von Vålerenga präsentierten zugleich einige Doppelhalter und Schwenkfahnen - kombiniert mit blauen, weissen und roten Luftballons - in ihrem grosszügigen Gästesektor auf der gesamten Hintertorseite, der durch mauerähnliche Abbildungen als uneinnehmbare Festung dargestellt wurde.



Und tatsächlich traf VIF noch in der ersten Spielminute aus halblinker Position zur Führung, was die Stimmung im heimischen Block aber nur kurzzeitig dämpfte. Die Anhängerschaft profilierte sich mit durchgehenden Gesängen in guter Lautstärke, während der Gästesektor zwar seltener hörbar war, aber mit einer überragenden Mitmachquote überzeugen konnte. Eher enttäuschend war die Treffsicherheit der nordischen Fussballer - vor allem Lillestrøm sündigte mehrfach alleine vor dem gegnerischen Keeper. Dennoch reichte es noch vor der Pause zum Ausgleich vom Elfmeterpunkt.



Die Lokalmatadoren wurden vom Publikum auch nach dem Seitenwechsel ausdauernd angefeuert, aber die Möglichkeiten wurden im zweiten Durchgang wiederum liegengelassen; vor allem in einer dramatischen Schlussphase vergab LSK unglaubliche Torchancen zum angestrebten Derbyerfolg. Zu diesem Zeitpunkt waren die zahlreichen Vålerenga-Fans längere Zeit nicht mehr geschlossen zu vernehmen gewesen, nur noch wenige Schwenkfahnen im Einsatz. Apropos Optik: Der Ground von Lillestrøm hat analog zum Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg vier einklappbare Flutlichtmassen, um den Verkehr des angrenzenden Flugplatzes Kjeller nicht zu beeinträchtigen.

Samstag, 14. April 2012

SC Kriens 0 FC Aarau 2

Challenge League
Stadion Kleinfeld, Kriens
Zuschauer: 900 (200)


Beim Tabellenvorletzten aus der Zentralschweiz setzte sich Aarau am Ende verdient, aber einmal mehr nach längerem Zittern durch. Dabei deutete anfangs nichts auf eine enge Entscheidung hin - von Beginn weg agierten die Schützlinge von Chefcoach René Weiler druckvoll und gingen durch einen (haltbaren) Weitschuss von Alain Schultz nach etwas mehr als einer Viertelstunde verdient in Führung. Nachdem beide Mannschaften im Abschluss gesündigt hatten, schien die Begegnung im Laufe des zweiten Durchgangs auf die Seiten der kämpferischen Hausherren zu kippen.



Die Gäste wirkten unsicher und zuweilen auch orientierungslos, was die Krienser zu drei grossen, ungenutzten Chancen kommen liess. Beim letzten Anlauf traf N'Tiamoah an den Innenpfosten. Als mancher Zuschauer versehentlich schon jubelte, setzte Aarau zum Konter an und vollstreckte in Person von Remo Staubli in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit eiskalt zum erlösenden 2:0-Endstand. Auf den Rängen waren die Aargauer Fans ebenfalls überlegen: Das Intro bestand aus einigen Doppelhaltern und Schwenkfahnen, im Laufe des Spiels wurde regelmässig akustische Unterstützung geliefert, während sich die heimischen Anhänger überhaupt nicht aktiv zeigten.

Mittwoch, 11. April 2012

Hallescher FC 3 1. FC Magdeburg 0

Regionalliga Nord
Kurt-Wabbel-Stadion, Halle/Saale
Zuschauer: 11011 (1300)


Das Sachsen-Anhalt-Derby kam an diesem Mittwochabend zu seiner 68. Austragung - mit einer ungewohnten Rollenverteilung, denn die Gastgeber liefern sich mit dem Retortenclub RB Leipzig ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga, während sich Magdeburg am anderen Ende der Rangliste glücklich schätzen darf, dass diese Spielzeit ohne Absteiger ausgespielt wird. Historisch war der 1. FC Magdeburg mit drei DDR-Meistertiteln, sieben FDGB-Cupsiegen und dem Erfolg im Europapokal der Pokalsieger (1974, 2:0 gegen die AC Milan) immer die Nummer Eins im Bundesland, doch die jüngere Vergangenheit sieht nun "Chemie Halle" im Scheinwerferlicht, was das erstmalige Erreichen einer fünfstelligen Zuschauerzahl im neuen Stadion in einem offiziellen Wettbewerbsspiel ermöglichte, nachdem bislang nur das Eröffnungsspiel ausverkauft war.



Der Neubau wurde an der Stelle des altehrwürdigen Kurt-Wabbel-Stadions errichtet, dessen Aussenmauern erhalten geblieben sind. Die moderne Arena erfreut mit einer kompakten Bauweise und grosszügigen Stehplatzbereichen, vor allem für die einheimischen Anhänger. Auf drei Seiten wurden rote Sitzschalen installiert, ergänzt mit den weissen Schriftzügen "HFC" (Gegentribüne) bzw. "Halle" (Hintertorseite). Der Einmarsch der beiden Mannschaften wurde begleitet von einer aufwändigen Choreographie der HFC-Fanszene: Im Block wurden glitzernde Fähnchen in Rot und Silber geschwenkt, dann wurde eine Blockfahne mit einem Kämpfer der Saalefront hochgezogen, abgerundet mit der Silhouette der Stadt (oben) und dem Spruchband "Für Stadt und Verein".



Anders präsentierte sich die Lage im Gästeblock, den die Magdeburger absichtlich erst mit dem Abpfiff betraten. Dadurch benötigten sie aber auch eine geschlagene Viertelstunde, um den gesamten Sektor zu füllen - eine fragwürdige Aktion. Umso besser, was folgte: Einige Minuten sangen beide Fangruppen geschlossen und lautstark gegeneinander an. Dann fielen auch schon die beiden Hallenser Treffer, nachdem sie in der Startphase noch an der Querlatte gescheitert waren, und der Gästesupport brach völlig ein. Nur noch selten meldeten sich die Gäste aus der Landeshauptstadt zu Wort, während es auf heimischer Seite - im Zentrum des Hintertorbereichs weiterhin erfreulich aktiv - genug Zeit für ein wenig Hohn und Spott gab. Das Transparent "Wir zeigen euch wo euer Tor steht!", eine Anspielung an eine Aktion der Magdeburger, wurde durch eine agrartechnisch-angehauchte Skizze von HofTOR, ScheunenTOR und TrakTOR untermalt.



Auf dem Rasen schoss Halle wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff nach einigen Anläufen zum 3:0-Endstand ein, was den Gästeblock nochmals aktiv werden liess. Zuerst stieg ein wenig Rauch in den blau-weissen Clubfarben auf, dann war eine Fackel zu sehen, die den Weg auf den Rasen fand und schliesslich wurde auch noch ein Breslauer Feuer präsentiert. Ansonsten war weiterhin nur die HFC-Szene, deren Gesänge dank toller Stadionakustik von erfreulicher Lautstärke waren, zu vernehmen. Zudem gab es noch Spruchbänder ("Schluss mit der Diktatur", "Bullen jagen!") und eine Illustration eines HFC-Fans mit dem Landespokal, der die Gästefans mit einem Loser-Zeichen begrüsste, weil sich Magdeburg kürzlich beim unterklassigen Haldensleber SC aus dem regionalen Cupbewerb verabschiedete. Die beste Nachricht aus Sicht von Magdeburg war am heutigen Abend, dass die Niederlage trotz vieler Hallenser Torchancen nicht noch höher ausfiel...

Montag, 9. April 2012

FC Aarau 2 AC Bellinzona 3

Challenge League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Zuschauer: 5250 (70)


Einmal mehr ein unglaubliches Spiel, das die zahlreich erschienenen Zuschauer - erstmals in der laufenden Meisterschaft mehr als 5'000 Besucher - im Stadion Brügglifeld geboten bekamen. Nach einer defensiven ersten Halbzeit mit wenigen Abschlussmöglichkeiten auf beiden Seiten, war es Artur Ionita, der den Torreigen für die Gastgeber mittels Kopfball eröffnete. Nach dem Ausgleich durch Hakan Yakin ging Aarau wiederum durch einen Kopfballtreffer (von Garat) in Führung, doch das bessere Ende in diesem Duell um den Barrage-Platz (zur Relegation) besassen die Gäste aus dem Nordtessin, als Ciarrocchi und erneut Yakin mit einem späten Doppelschlag für die Wende sorgten, nachdem sich Aarau bei allen Gegentreffern nicht sehr vorteilhaft angestellt hatte.



Die Aarauer Fanszene präsentierte (wieder einmal) eine sehenswerte Choreographie: Auf einem grossen Transparent war "Come on Boys" in roter Schrift zu lesen. Dazu wurde im Fanblock eine dichte Zettelchoreo in den Vereinsfarben inszeniert, verbunden mit der Blockfahne "Kämpfe bes zum Omgheie" (Kämpfen bis zum Umfallen). Aus der Südschweiz war hingegen nur ein kleineres Grüppchen angereist, mit einigen Schwenkfahnen, aber nur wenig Stimmgewalt im Gepäck.

Sonntag, 8. April 2012

Manchester United FC 2 Queens Park Rangers FC 0

Barclays Premier League
Old Trafford, Manchester
Zuschauer: 75505 (2800)


Zum Abschluss stand ein Besuch im Old Trafford auf dem Programm - schlichtweg, weil es an einer vielfältigen Auswahl am Ostersonntag mangelte. Die persönlichen Erwartungen im "Theatre of Dreams" wurden bewusst tief gehalten - und tatsächlich war ein sanftes Träumen im grössten Ligastadion des britischen Königreichs möglich, denn die akustische Unterstützung des Publikums beschränkte sich auf vereinzelte "United, United"-Rufe. Dadurch waren auch die Gästefans aus London regelmässig zu hören, auch die sarkastischen Klassiker "Shall we sing a song for you?" oder "Can you hear United sing?" durften im Repertoire der QPR-Anhängerschaft nicht fehlen.



Die Partie schien einen einseitigen Verlauf zu nehmen, als sich die Queens Park Rangers in den Startminuten pausenlos an den eigenen Strafraum zurückgedrängt sahen. Der Führungstreffer für den heimischen Tabellenführer war dennoch fragwürdig - aus einer Abseitsposition gestartet liess sich Young im Zweikampf mit Derry im Strafraum schlichtweg fallen, woraufhin der Unparteiische auf Foulpenalty und Platzverweis entschied. Als wäre diese Strafe für den Aufsteiger nicht schon hart genug, traf Rooney auch noch vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für die Gastgeber. In numerischer Überzahl änderte sich logischerweise nur wenig an der Dominanz von United, doch die erspielten Abschlussmöglichkeiten wurden jeweils fahrlässig vergeben, während sich QRP nur punktuell am gegnerischen Strafraum zeigte, aber durchaus eine gewisse Gefahr ausstrahlen konnte.



Dieses Muster hatte auch nach dem Seitenwechsel seine Gültigkeit - innerhalb weniger Sekunden scheiterte United nach Ablauf einer Stunde Spielzeit zweimal alleine vor dem gegnerischen Goalie; schliesslich war es dem reaktivierten Altmeister Paul Scholes vorbehalten, mit einem Weitschuss aus zwanzig Metern für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Hingegen scheiterte Carrick kurz vor Schluss mit einem spektakulären Versuch aus noch grösserer Entfernung unüberhörbar an der Torumrandung. Das imposante "Old Trafford" ist ein mehrfach erweiterter All-Seater-Ground mit roter Bestuhlung, dessen geschlossene Tribünen - die Haupttribünenseite einmal ausgenommen - jeweils um einen zweiten und sogar einen dritten Rang (Gegentribüne) aufgestockt worden sind.

Samstag, 7. April 2012

Stoke City FC 2 Wolverhampton Wanderers FC 1

Barclays Premier League
Britannia Stadium, Stoke-on-Trent
Zuschauer: 27005 (1200)


In der ehemaligen Keramikhochburg Stoke-on-Trent - auch Heimat des insolvenzgeplagten, von Robbie Williams unterstützten Viertligisten Port Vale FC - sind die fussballerischen Verhältnisse zurzeit klar. In den 90er-Jahren waren die "Valiants" zwischenzeitlich zur Nummer Eins der Stadt avanciert. Nun steht Stoke City vor seiner (womöglich) erfolgreichsten Spielzeit in der Premier League seit dem Aufstieg vor vier Jahren. Entsprechend waren im Heimspiel gegen die Wolves, "souveräner" Inhaber der roten Laterne, drei weitere Punkte eingeplant, doch die Hausherren taten sich längere Zeit schwer. Erst nach zwanzig Minuten waren zwei (ungenutzte) Chancen mittels Kopfbällen aus aussichtsreicher Position für die "Potters" (engl. Töpfer) zu notieren.



Auch die Unterstützung von den Rängen liess zu wünschen übrig: Meistens waren nur kleinere Gruppen am akustischen Support beteiligt, sodass sich auch die Gäste aus Wolverhampton immer wieder Gehör verschaffen konnten. Der Hinweis ("Officially the loudest fans in England!"), auf der Rückseite aller Tickets aufgedruckt, schien heute eher ironischen Charakter zu haben. Natürlich wurde die Stimmung auch nicht besser, als die Wanderers in der Mitte der ersten Hälfte aus dem Nichts zum überraschenden Führungstreffer kamen, nachdem ein Zuspiel in die Tiefe vom Stürmer ebenso verfehlt worden war wie vom heimischen Keeper. Zehn Minuten später vermochte Stoke City durch den beliebten (!) Deutschen Robert Huth auszugleichen, indem er einen ungenügend geklärten Angriff aus zwölf Metern "durch den Keeper hindurch" in den Maschen versenkte.



Eine Stunde war gespielt, als der frühere Nationalstürmer Peter Crouch nach einem Freistoss aus halbrechter Position am entfernten Torpfosten unnachahmlich zum Endstand einköpfte. Zwar war Wolverhampton um eine erneute Reaktion bemüht, was die intakte Moral der Gäste unterstrich, doch deren Versuche waren allesamt glücklos - so gesehen war das singende Fazit der Heimfans durchaus korrekt, als sie "That's why you're going down" unkten. Das Britannia Stadium ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1997 nach einem Bankinstitut benannt und besitzt vier überdachte Tribünen mit roten Sitzschalen, wobei (bislang) nur eine Ecke geschlossen worden ist.



Der britische Flügelspieler Sir Stanley Matthews CBE, mit der Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichnet, war der bekannteste Fussballer im Trikot von Stoke City FC. Er absolvierte zwischen 1934 und 1947 sowie zwischen 1961 und 1965 - inzwischen im Alter von 50 (!) Jahren - über 300 Spiele für die "Potters". Er starb im Jahr 2000 im Alter von 85 Jahren; seine Asche wurde nach seinem Tod unter dem Spielfeld des Britannia Stadium verteilt. Eine Gedenkstätte ausserhalb des Stadions mit drei Statuten von "Europas Fussballer des Jahres" (1956) erinnert an Matthews.

Freitag, 6. April 2012

Northampton Town FC 2 Oxford United FC 1

npower League Two
Sixfields Stadium, Northampton
Zuschauer: 6860 (1631)


Erster Zielort der kleinen, vor längerer Zeit geplanten Oster-Tour auf die Insel war Northampton, eine gewöhnliche Industriestadt in Zentralengland (ungefähr 100 Kilometer nördlich von London). In einem künstlichen Gewerbegebiet im Südwesten der Stadt, zwischen Restaurantkomplexen und Vergnügungsparks, findet sich die Heimstätte des örtlichen Viertligisten. Das Sixfields Stadium ist ein typisch-funktionales Bauwerk aus den 90er-Jahren - vier alleinstehende, überdachte Tribünen mit (inzwischen verblassten) bordeaux-farbenen Sitzschalen, erbaut mit dem geringst möglichen Kosten- und Materialaufwand, weil es vor der totalen Kommerzialisierung des englischen Fussballs auch noch keinen Bedarf an verglasten Logenplätzen oder multifunktionalen Videowänden gab.



Nachdem sich die Gastgeber mit starken Auftritten in den letzten Wochen aus der Abstiegszone zu hieven wussten, scheint eine kleine Euphorie ausgebrochen zu sein. Zum grössten Aufmarsch an Zuschauern seit mehr als drei Jahren (7‘028 gegen Leicester City, damals noch in der League One) trägt auch Oxford United - immer noch mit realistische Chancen auf eine Teilnahme an den Playoffendspielen - bei, deren zahlreiche Anhängerschaft in diesem Duell von geografischer Nähe nicht nur die gesamte Hintertorseite, sondern auch einen Teil der Gegentribüne in Beschlag nahm. Beim Einmarsch der beiden Teams war sogar der Ansatz einer Choreographie zu entdecken, doch der Umgang mit den Luftballons und den (wenigen) Wurfrollen in den blau-gelben Vereinsfarben schien eher willkürlich, sodass sich sie in der anbrechenden Dunkelheit kaum erkennen liessen.



Auf dem Spielfeld liess der erste Dämpfer nicht lange auf sich warten: Erst 46 Sekunden waren gespielt, als die Hausherren durch einen sehenswerten Schlenzer in die weite Torecke in Front gingen. Mehr als zwanzig Minuten vergingen, bis es Oxford gelang, den heimischen Spielrausch halbwegs einzudämmen. Die Gäste durften von Glück sprechen, nicht schon höher in Rückstand zu liegen, während die eigenen Offensivbemühungen zu unpräzise daherkamen, um zum Torerfolg zu führen. Auf den Rängen wurde Northampton Town von einer stehenden Gruppe im Bereich der Hintertorseite unterstützt. Eine zweite Gruppe, am rechten Ende der Haupttribüne platziert, war mit der Provokation der Gästefans betraut worden - mit Erfolg. Immer wieder mussten einzelne Oxford-Fans davon abgehalten werden, über die Absperrungen zu steigen. Verweise inklusive.



Als die Gäste nach dem Pausentee druckvoller agierten und fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff sogar zum Ausgleich kamen, meldete sich der Gästeblock auch endlich (kurzzeitig) akustisch zu Wort. Die erstmalige Führung von Oxford United verhinderte Torhüter Kitson, als er einen Elfmeter der Gäste parierte. Es war schon sein zweiter (gehaltener) Strafstoss im zweiten Einsatz für die Cobblers. Abgesehen von einer längeren Rudelbildung, gepaart mit einem planlosen Schiedsrichter, schien in der Folge nichts mehr zu geschehen. Die Nachspielzeit war angebrochen: Brett Williams, eben erst eingewechselt, erkämpfte sich einen aussichtslosen Befreiungsschlag, umspielte einige Gegenspieler und schoss von der Strafraumgrenze eiskalt zum 2:1 für die Lokalmatadoren in die weite Ecke, woraufhin sich Oxford per Frustfoul (verbunden mit der Ampelkarte) verabschiedete.

Sonntag, 1. April 2012

USV Eschen/Mauren 1 FC Balzers 1

1. Liga (Gruppe 3)
Sportpark Eschen, Eschen
Zuschauer: 1000


Das Direktduell zwischen den beiden Erstligisten aus dem Fürstentum Liechtenstein schien eine attraktive Gelegenheit, um die zweitletzte Spielstätte in der dritthöchsten Schweizer Spielklasse zu besuchen. Dies dachten sich - wenn wohl kaum mit selbiger Zielsetzung - auch viele andere Fussballfreunde, was die Zuschauerzahl auf ein vielstelliges Niveau ansteigen liess. Eine Marke, die der nationale "Vorzeigeverein" aus Vaduz (in der zweitobersten Schweizer Liga aktiv) oftmals nur mit Mühe erreicht. Der Ground verfügt über eine überdachte, direkt ans Funktionsgebäude angebaute Haupttribüne mit fünf Sitzbankreihen in mehrheitlich grauer Bemalung, unterbrochen durch blaue und gelbe Sitze. Auf den übrigen Seiten wird hingegen ebenerdig gestanden.



Auf dem Spielfeld schenkten sich beide Lokalkontrahenten nichts: Nachdem Balzers eine grosse Möglichkeit alleine vor dem gegnerischen Keeper vergeben hatte, trafen die Gastgeber von der Strafraumgrenze sehenswert zur Führung. Die Unterländer schienen das Geschehen in der Folge zu kontrollieren, doch der Aufsteiger kam kurz vor der Halbzeitpause nach einem stehenden Ball und einer geschickten Kopfballverlängerung zum überraschenden Ausgleich. Nur wenige Sekunden später sahen sie sich nach einer Notbremse aber um einen Akteur dezimiert. Enttäuschend, was das favorisierte Spitzenteam Eschen/Mauren aus der numerischer Überlegenheit machte - völlig ideenlos wussten sie sich nach dem Pausentee gegen kampfstarke Gäste nur eine nennenswerte Abschlussmöglichkeit zu erspielen, die den kläglichen Weg aus acht Metern in die Wolken fand.