Sonntag, 21. März 2010

FC Lancy-Sports 2 FC Plan-les-Ouates 1

2. Liga regional (ACGF)
Stade de Lancy-Florimont, Petit-Lancy
Zuschauer: 100 (-)


Auch der Schweizer Regionalfussball erwacht langsam wieder aus seinem Winterschlaf, was zu einem Ausflug an den Lac Leman genutzt werden sollte. Auf dem Program stand die Heimat von Lancy-Sport, südwestlich von Genf gelegen, mit sieben ungedeckten Stufen auf einer Längsseite als attraktivster Ground der 2. Liga Genf zu bezeichnen. Abgesehen von vier weiteren Stehstufen auf der Gegengerade überstand der Ausbau folglich auch eine kürzlich erfolgte Modernisierung der Anlage, als der weitläufige Leichtathletikplatz in ein Kunstrasenfeld umgewandelt wurde. Einen Heimvorteil (durch die ungewohnte Unterlage) gab es heute jedoch lange Zeit nicht zu sehen.



Im Gegenteil: Der Tabellenletzte aus Plan-les-Ouates ging nach einer halben Stunde sogar in Führung, als der heimische Keeper einen Schuss ins kurze Eck passieren liess. Die Gastgeber fanden erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel, was mit einem raschen Ausgleich belohnt wurde. In der Folge besassen beide Equipen ihre Möglichkeiten, um als Sieger aus dem frühmorgendlichen Duell hervorzugehen. Es war schliesslich der grossgewachsene Lancy-Angreifer, der den Unterschied ausmachte, indem er auch seine zweite Gelegenheit alleine vor dem gegnerischen Keeper eiskalt ausnutzte. Nur fünf Minuten hatten den glücklosen Gästen zu einem Punktgewinn gefehlt...

NE Xamax FC 2 FC Aarau 1

Axpo Super League
Stade de la Maladière, Neuchâtel
Zuschauer: 3852 (150)


Nichts Neues in Aarau. Ein möglicher Punktgewinn am Neuenburgersee wurde durch leichtsinnige Eigenfehler - in Zusammenhang mit diesem Ausdruck muss unweigerlich der Name von Jonas E. auftachen - wieder einmal unnötigerweise vergeben. Die Gastgeber gingen durch einen Elfmeter von Varela, dessen kreative Handgranaten-in- den-Gästeblock-werfen-Jubeleinlage nicht überall geschätzt wurde, in Führung. Nach der Pause egalisierte Sinanovic (58.) mittels Kopfball für die stärker werdenden Aarauer, doch nur fünf Minuten war es ein gewisser Zürcher Aussenverteidiger in (Noch-)Diensten der Gäste, der die vorherige Arbeit mit einem dilettantischen Abwehrversuch zerstörte; auch im dreizehnten Versuch war ein Auswärtssieg folglich nur eine entfernte Illusion.



U21-Update (0:1-Sieg in Olten): Der Aarauer Nachwuchs vermag ebenfalls eine Konstanz aufzuweisen, was im Falle der aktuellen Siegesserie allerdings zu verkraften sein sollte. Eine bescheidene Leistung genügte in Olten, um dank einem herrlichen Treffer von Zeqiri (47.), kurz nach dem Seitenwechsel, zu triumphieren. Ansonsten war ein erhöhter Unterhaltungswert nur in den finalen Minuten festzustellen, als beide Equipen zu guten Gelegenheiten kamen, aber jeweils am gegnerischen Torhüter scheiterten. Nur noch 11 Spiele bis Aufstieg - erst recht, weil die direkten Konkurrenten aus Buochs (3:5) und Goldau (0:0) an diesem Spieltag patzten.

Donnerstag, 18. März 2010

FC Gossau SG 2 SC Kriens 3

Challenge League
Sportanlage Buechenwald, Gossau
Zuschauer: 320 (5)


Als Anhänger aller roten Laternen (eine Art akuter Fetischismus von Tabellenletzten) stiess die kurzfristige Verlegung eines Gossauer Nachholspiels natürlich auf grosse Begeisterung, sodass der sympathische Verein aus der Ostschweiz mal wieder mit der eigenen Anwesenheit unterstützt werden sollte - dachten sich auch diverse Fans von anderen NLA-Clubs. Dass die ausgelassene Stimmung rasch verflog, war in erster Linie einer miserablen Defensivarbeit der Gastgeber zu verdanken, die den Kriensern (in Person von Souto) zwei rasche Treffer ermöglichte - zur Freude einer Handvoll Gästefans, die durch vereinzelte Anfeuerungsrufe auf sich aufmerksam machten.



Der FC Gossau fand erst in der zweiten Hälfte ins Spiel, vergab durch Avanzini und Ural jedoch gute Torchancen, was sich spätestens beim dritten Innerschweizer Torerfolg rächen sollte. Eher kurios - und nicht mehr von grosser Wichtigkeit - waren die (späten) Treffer der Einheimischen, als Avanzini jeweils abgeklärt vom Elfmeterpunkt traf. Die Situation der Fürstenländer wird nun, trotz des umjubelten Auswärtssieges in Yverdon (1:0) vor Wochenfrist, immer ungemütlicher, da der Rückstand schon acht Zähler beträgt. Nichtsdestotrotz war es ein gelungener Tagesausflug, dessen Ausklang im örtlichen Szene-Lokal auf der anderen Bahnhofseite abgehalten wurde.

Sonntag, 14. März 2010

Zürcher Wochen zum Vergessen

Im Nachtragsspiel auf der Baustelle Letzigrund, versehen mit mehreren Dutzend Stützpfeilern, mussten ultradefensive Aarauer gegen GC eine 0:2-Niederlage einstecken, weil beste Chancen grosszügig vergeben wurden - und sich schlussendlich auch noch der ansonsten zuverlässige Torhüter Benito einen kapitalen Aussetzer leistete. Nur drei Tage später lag Aarau gegen den anderen, momentan (noch) beliebteren Zürcher Club dank eindrücklicher Startphase verdient in Führung (Stojkov, 10.), als das Unheil seinen Lauf nahm: Ein Schuss Margairaz’ klatschte an den rechten Pfosten - und via Rücken von Torhüter Benito ins Netz. Beim zweiten Zürcher Treffer assistierte der frühere GC-Junior Elmer mit einem desolaten Rückpass, der von Alphonse dankend angenommen wurde. Der dritte Torerfolg von Vonlanthen erwies sich als reine Randnotiz, da die Aarauer nicht mehr zu einer Reaktion imstande waren. Es passte, dass der Abstiegskonkurrent aus Bellinzona zeitgleich gegen Xamax siegte, indem ein 0:2-Rückstand aufgeholt wurde...



U21-Update: Immerhin begann an diesem Wochenende auch (endlich) wieder die Rückrunde in der 2. Liga Interregional, wo der Aarauer Nachwuchs erfreulicherweise auf Aufstiegskurs liegt - und folglich regelmässig zu positiven Ergebnissen neigt. Auch beim 1:0-Heimsieg gegen den FC Kickers Luzern, als der finnische Angreifer Lehtinen schon nach 46 Sekunden ins Schwarze traf. In der Folge übte sich die U21-Equipe - ebenfalls ein gewohntes Bild aus der Hinrunde - im fahrlässigen Auslassen von guten Torchancen. Auch die Arbeit des Chronisten war heute von äusserst anspruchsvoller Natur, gab es doch nicht weniger als vier annullierte Abseitstore und ebenso viele Schüsse an die Torumrandung zu notieren. Noch zwölf Spiele bis zum Aufstieg...

Sonntag, 7. März 2010

Von mühsamen Eichhörnchen...

Es wirkte schon surreal: Zuspiel Lang, Heber Burki - 0:1. Flanke Stojkov, Schuss Mustafi - 0:2. Aus dem Nichts erspielte sich der FC Aarau beim Gastspiel in St. Gallen zu Beginn der zweiten Hälfte eine komfortable Zwei-Tore-Führung. Aber angetrieben vom lautstarken Ostschweizer Publikum kamen die Gastgeber in der Folge auf, um durch Frei und Nushi immerhin noch zum verdienten Ausgleich zu kommen. Erneut büsste Aarau auf fremdem Terrain eine Führung ein - "nur" ein Punkt resultierte am Ende, wodurch sich der Rückstand auf Bellinzona wenigstens um einen weiteren Zähler verringern liess. Nicht nur Eichhörnchen ernähren sich mühsam...


Bildlegende: Das Aarauer Fan-Intro, mit einigen Doppelhaltern und Schwenkfahnen, in St. Gallen.

Eine Woche zuvor enttäuschte Aarau im Derby gegen Luzern vor allem in kämpferischer Hinsicht. Die Luzerner verbuchten dank der individuellen Klasse ihrer Kreativelemente Chiumiento und Yakin in der Mitte der ersten Halbzeit folgerichtig zwei Treffer. Nach einem kapitalen Aussetzer des ex-Aarauers Seoane erzielte zwar Stojkov nach dem Seitenwechsel zwar noch den Ehrentreffer für die Gastgeber, aber insgesamt war die offensive Durchschlagskraft enttäuschend. Und auch abseits des Rasens herrschte Tristesse: Beide Fangruppen präsentierten nur ein gewöhnliches Doppelhalter- und Fahnenintro; im akustischen Bereich war Luzern insgesamt leicht überlegen.


Bildlegende: U21-Captain Samuel Huber gegen Xamax-Angreifer Etoundi. Quelle: Christian Boss

U21-Update (Testspiele): Zwei Ernstkämpfe am gleichen Wochenende - zuerst kämpfte der Aarauer Nachwuchs im Ice-Cup-Viertelfinale seine Altersgenossen von Neuchâtel Xamax in einem dramatischen Spiel nieder: Nach Toren von Huber (7.) und Etoundi (52.) musste schliesslich ein Penaltyschiessen über den Einzug in die nächste Runde entscheiden, wobei sich die Aarauer mit einer makellosen Bilanz (fünf Schüsse, fünf Tore) durchzusetzen vermochten. Knapp zwanzig Stunden später folgte ein freundschaftlicher Vergleich mit dem Erstligisten aus Laufen - nach einem Doppelpack von Schalt liessen die Kräfte laufend nach, wodurch die Baselbieter das Spiel drehen konnten. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff traf Schaub doch noch zum 3:3-Endstand.

Samstag, 20. Februar 2010

FC Basel 2 FC Aarau 1

Axpo Super League
St. Jakob-Park, Basel
Zuschauer: 16370 (200)


Es wäre natürlich vermessen zu sagen, dass man nach Basel fährt, um die Hausherren mit einer spielerischen Glanzleistung aus dem Stadion zu schiessen. Aber angesichts des Spielverlaufs - schon zum dritten Mal in Folge lag Aarau im SJP in Führung, zum dritten Mal kam der Sieger am Ende aus Basel - war das Gastspiel am Rheinknie wieder einmal von ärgerlicher Natur. Dabei war im 17. Anlauf anfängliches vieles für Aarau gelaufen: Einige dreckige Foulspiele, einige Basler Aussetzer im Spielaufbau - und schon drehte das heimische Publikum im roten Bereich. Und nach der unglücklichen Verletzung von Alexander Frei (Oberarmbruch) waren die Hausherren sichtlich geschockt. Lang (23.) traf schliesslich mit einem Schlenzer aus 20 Metern zur Aarauer Führung.



Es folgte ein Déjà-vu der unfreundlichen Sorte, zogen sich die Aarauer doch immer weiter zurück. Dass es bis zur 62. Minute weiter 0:1 stand, war einer schwachen Chancenauswertung der Basler zu verdanken. Dass der Ausgleich durch eine "Slapstick-Einlage" (Zeitungszitat) erfolgte, war ebenfalls typisch für eine Vielzahl an unglücklichen Auftritten am Rheinknie. Nur sieben Minuten später nutzte Cadgas (endlich) seine unbestrittene Lufthoheit, um Basel erstmals in Führung zu köpfen (2:1). In der Folge wusste Aarau nicht mehr offensiv zu reagieren, weil viele Akteure im Gegensatz zur ersten Halbzeit die letzte Entschlossenheit bzw. Überzeugung vermissen liessen, die dem (möglichen) Punktgewinn in Basel vorauszugehen hätte. Im 18. Versuch vielleicht...



Auch auf den Rängen wurde den Zuschauern einiges geboten: In der "Muttenzerkurve" (MK) wurde ein Doppelhalter- und Fahnenintro gezeigt, mit dem Spruchband "Dr schloofendi Basilisk sött mr nid wegge" untermalt. Am Rande der MK feierte die Gruppierung "Invasione" ihr kleines Jubiläum mit einer Blockfahne, einem Spruchband ("5 Joohr Invasione") und zwei Fackeln. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es im Heimsektor ausserdem ein weiteres Spruchband, das zur Erhaltung vom altehrwürdigen Stadion Landhof - früher vom FC Basel als Spielstätte genutzt - aufrief. Im Gästeblock war wiederum das Spruchband "Ufholjagd", das schon zu Hause gegen Bellinzona präsentiert wurde, zu sehen - begleitet von Doppelhaltern und Schwenkfahnen.

Mittwoch, 17. Februar 2010

FC Basel 3 FC Gossau 1

Ein (unfreiwillig) fussballfreies Wochenende - nachdem eine Begegnung wegen Schneefällen, und eine andere wegen einer baufälligen Stadiondachkonstruktion abgesagt werden musste - sollte nachträglich (am Mittwoch) kompensiert werden, indem ein kurzfristig angesetztes Testspiel in der Region besucht wurde. Als Austragungsort war das Rankhofstadion, im Vorjahr primär noch Heimstätte vom damaligen NLB-Club Concordia Basel, ausgewählt worden. Des einen Leid ist des anderen Freud: Der freiwillige Rückzug der Basler am Ende der Saison 2008/09 führte dazu, dass die sportliche Relegation der heutigen Gäste aus Gossau rückgängig gemacht wurde. Auch wenn die sympathischen Fürstenländer in der Meisterschaft nicht mehr nach Basel zu reisen haben...



..., gab es heute ein Wiedersehen mit der Chemiestadt. Die Gossauer trafen sich nämlich zu einem freundlichen Vergleich mit dem "grossen" FC Basel, der die zweite Garnitur mit Spielpraxis eindecken wollte. Bei den Gastgebern überzeugte der junge Angreifer Schürpf mit zwei Toren, während arrivierte Stammkräfte (Chipperfield, Costanzo, Da Silva) nach ihrer Verletzungspause stark enttäuschten. Die Gossauer kombinierten zwar gefällig, agierten im Abschluss allerdings erschreckend harmlos - immerhin vermochte Todisco in der Mitte der zweiten Halbzeit mittels Foulpenalty zwischenzeitlich auf 2:1 zu verkürzen. Eine Viertelstunde vor dem Spielschuss, als sich bei Gossau gewisse Nachlässigkeiten einschlichen, traf Almerares zum Endstand von 3:1.

Sonntag, 7. Februar 2010

Unabsteigbar? Die Legende lebt...

Das Stadion Brügglifeld wurde heute, am 07. Februar 2010, zur Stätte eines Kantersieges von historischem Ausmass, nachdem die Spielplaner des Verbandes (wieder einmal) ein "Endspiel" erster Güte zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte erklärten. Im Duell der Abstiegskandidaten setzten sich entfesselte Aarauer gegen Bellinzona dank Treffern von Aquaro (3.), Stoll (24.), Bengondo (36.), Lang (43.), Bastida (46.) und Mustafi (86.) mit 6:3 durch, um den Rückstand gegenüber dem Direktkonkurrenten auf fünf Punkte zu verkürzen. Ein Tag der Superlative: Zum ersten Mal seit knapp 15 Jahren traf der FC Aarau zu Hause sechs Mal ins Schwarze, erstmals seit 1983 gab es im Brügglifeld neun Tore. Damals siegte Aarau mit 8:1 - gegen Bellinzona.


Bildlegende: Aarauer Intro zum Rückrundenauftakt ("Ufholjagd"), mit vielen Doppelhaltern und Fahnen.

Sechs Tage vor dem Befreiungsschlag im ersten Rückrundenspiel war eine verpatzte Hauptprobe über die Bühne gegangen. Das Testspiel gegen den NLB-Spitzenverein Lausanne-Sport wurde von immer stärker werdenden Schneefällen begleitet. Als Gaspar nach zwanzig Minuten für die Gäste aus der Romandie traf, waren die Linien auf dem Kunstrasen dank der "weissen Pracht" schon lange nicht mehr zu erkennen; auch eine Räumungsaktion brachte nur kurzzeitig Besserung. Die beste Gelegenheit der Aarauer vergab Bengondo, als er eine Hereingabe von Bastida an den rechten Aussenpfosten köpfte. Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte wurde die Partie schliesslich von Schiedsrichter Amhof richtigerweise wegen (zu) starken Schneefällen abgebrochen...

Samstag, 6. Februar 2010

FC Energie Cottbus 1 TuS Koblenz 1

2. Bundesliga (DE2)
Stadion der Freundschaft, Cottbus
Zuschauer: 8210 (100)


Im Nachtzug wurde der Ausflug nach Berlin fortgesetzt, wo es pünktlich mit einem polnischen Eurocity weiter ins grenznahe Städtchen Cottbus/Chóśebuz (zweisprachige Ausschilderung) ging. Der letzte (fehlende) Ground der 2. Bundesliga sollte endlich gekreuzt werden, was in der tief verschneiten Lausitz längere Zeit auf der Kippe stand. Am Spieltag war das Spielfeld allerdings geräumt, sodass einem brisanten Abstiegskampf nichts mehr im Wege stand. Die Gäste aus Koblenz konnten dabei auf eine Hundertschaft treuer Anhänger zählen, deren Support im kleinen Rahmen durchaus als regelmässig und optisch ansprechend zu bezeichnen war, gab es doch oft mehrere Schwenkfahnen in Bewegung zu sehen. Die heimische Fankurve liess zu Beginn mit einem Spruchband ("Gemeinsam wieder vorwärts streben - alle in den Mittelblock H!") aufhorchen.



In der Tat war es augenfällig, dass die akustische Unterstützung in der Folge mehrheitlich von einem Block auf der linken Seite der Tribüne kam. Optisch wurde, abgesehen von einem weiteren Transparent gegen den eigenen Keeper ("Tremmel: Gerade machen statt krumme Deals!"), von Seiten der Cottbuser nichts mehr geboten. Aber auch die lautstarken Gesänge verwandelten sich, nachdem Koblenz mit der ersten Gelegenheit in Führung ging (11.), alsbald in (ebenso) hörbare Unmutsäusserungen - wahlweise gegen den kleinlich agierenden Unparteiischen oder gegen die eigene Mannschaft. Der Auftritt von Energie Cottbus war im ersten Durchgang wahrlich desolat. Erst in den finalen Minuten vor der Pause waren Ansätze gelungener Spielzüge auszumachen, die dank allgemeiner Unfähigkeit der eigenen Stürmer jedoch allesamt kläglich vergeben wurden.



Die Lausitzer durften ihren Kontrahenten danken, dass diese zu Beginn des zweiten Durchgangs zwei hochkarätige Möglichkeiten - jeweils von halbrechts alleine auf den Torhüter losgezogen - ausliessen, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Als drei Viertel der Spielzeit vergangen waren, legte Energie nochmals zu. Vom wiedererwachten Publikum lautstark angetrieben, erspielte sich Cottbus mehrere Torchancen, scheiterte allerdings entweder an der eigenen Unfähigkeit oder am bärenstarken Gästekeeper Paucken. In der 82. Minute traf Pedersen, zuvor erst eingewechselt, schliesslich doch noch freistehend per Kopf zum 1:1-Endstand. Das Stadion der Freundschaft wurde vor Kurzem renoviert: Es verfügt nun über drei überdachte Tribünen mit roten Sitzschalen, wovon eine zweistöckig - und mit dem Schriftzug "Energie Cottbus" versehen - ist. Hinter dem anderen Tor und in den geschlossenen Ecken wurden grosszügige Stehplätzebereiche installiert.

Freitag, 5. Februar 2010

FC Metz 3 Nimes Olympique 1

Ligue 2 (FR2)
Stade Saint-Symphorien, Metz
Zuschauer: 9702 (40)


Ein Wochenende im Zeichen von Lückenschliessungen: Als erstes Etappenziel wurde Metz - eine Stadt im Nordosten von Frankreich - angesteuert, um einem Aufstiegsduell der zweithöchsten Spielklasse beizuwohnen. Das Stade Saint-Symphorien, im Jahre 2001 grundlegend saniert, ist ein charakteristisches Bauwerk mit vier unterschiedlichen Tribünen: Auf den Längsseiten finden sich mehrheitlich graue und rote Sitzgelegenheiten, wobei sich Letztere jeweils in der Mitte der Tribünen gruppieren. Ausserdem wurden im Falle der zweistöckigen Haupttribüne unterhalb der Logen noch einige Sitzreihen in Grün installiert. Von markanter Erscheinung sind auch die zwei- bzw. dreistöckigen Hintertortribünen mit Sitzen in verschiedenen Farben (wiederum mit einer rot-grauen Dominanz), wobei jeweils auf der obersten Etage "Metz" eingraviert wurde.



Die heimische Fanszene verteilte sich auf zwei Gruppierungen von ähnlicher Grösse (jeweils ungefähr 100 Personen), die die wenigen Stehplätze hinter den beiden Gehäusen für sich beanspruchten. Dabei war die "Generation Grenat 95" im clubinternen Duell mit der "Horda Frenetik 98" sowohl in Sachen akustischer Unterstützung (Lautstärke) als auch hinsichtlich optischer Hilfsmittel (Doppelhalter/Schwenkfahnen) leicht überlegen. Im Gästeblock versammelte sich derweil eine motivierte Busladung aus Nimes - immerhin 700 km entfernt - zum gemeinsamen Support ihrer Farben. Zu Spielbeginn war neben einigen Doppelhaltern und Fahnen auch eine (auf Bodenhöhe entfachte) Leuchtfackel zu sehen. In der Folge waren die "Gladiators Nimes 1991" aber trotz intensiven Bemühungen kaum mehr zu vernehmen, sodass sie sich fortan auf den Austausch von Provokationen mit der schräg unter ihnen platzierten Horde konzentrierten - mit dem Erfolg, dass der Gästeblock danach von Einsatzkräften der Polizei umstellt wurde.



Auf den grünen Rasen sorgte ein ehemaliger Europa- und Vizeweltmeister für Höhepunkte aus Sicht der Gastgeber: Bei seinem Debüt im Trikot von Metz benötigte Sylvain Wiltord nur elf Minuten, um erstmals jubeln zu können. Die enttäuschenden Gäste aus Südfrankreich, vor dem Spiel auf einem Aufstiegsrang platziert, waren nur bei stehenden Bällen gefährlich - und trafen kurz vor der Halbzeitpause tatsächlich nach einem Freistoss per Kopf zum glückhaften Ausgleich, nachdem die Stimmung in ihrer Intensität schon zuvor massiv nachgelassen hatte. Die heimischen Lothringer antworteten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit dem erneuten Führungstreffer; und kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Wiltord sogar auf 3:1. In der Folge kam Nimes Olympique, das den Platzverweis in der ersten Halbzeit (Ayite, 40.) nur kurze Zeit zu kompensieren vermochte, nur noch zu zwei Pfostentreffern - jeweils nach Standardsituationen.