Samstag, 18. März 2006

VfL Osnabrück 2 SV Holstein Kiel 3

Regionalliga Nord
osnatel-Arena, Osnabrück
Attendance: 5200 (200)


In den Morgenstunden wird die niedersächsische „Friedensstadt“ Osnabrück erreicht: Der Versuch einer Stadtbesichtigung verläuft auf Grund der nicht vorhandenen Sehenswürdigkeiten wenig befriedigend, was mich frühzeitig zum (Piepenbrock-)Stadion an der Bremer Brücke aufbrechen lässt, wo bereits Unmengen von uniformierten Gestalten in der klirrenden Kälte ausharren dürfen. Insgesamt hält sich der allgemeine Zuschaueraufmarsch in Grenzen – beim Einlauf der Mannschaften werden im heimischen Block violett-weisse Fahnen geschwenkt und die (zahlreichen) Gäste untermalen ihr Spruchband „Sieg für uns!“ mit einer mickrigen (fast schon beschämenden) Anzahl von blauen Fähnchen.



In einer animierten Startphase schrammen die Gastgeber mit einem Weitschuss an die Lattenunterkante haarscharf am Führungstreffer vorbei, doch auch die Gäste aus dem Norden vergeben einige hochkarätige Abschlussmöglichkeiten. Der Funke mag dabei nicht wirklich auf das frierende Publikum überzuspringen: Auf heimischer Seite bleiben lautstarke Gesänge eher die Ausnahme und die Holsteiner versuchen hartnäckig, die stillen Momente mit ihren eigenen Sangeskünsten zu füllen. Aus abseitsverdächtiger Position kommt der Tabellenzweite aus Kiel kurz vor dem Seitenwechsel zu einer glücklichen Pausenführung, worauf im Gästeblock wenige Fackeln (auf Bodenhöhe) gezündet werden. In den restlichen Sektoren wird fleissig gepfiffen...



In der Folge ereignet sich Sonderbares an der Bremer Brücke: Innert zehn Minuten verursacht der ungeschickte Gästekeeper zwei (zweifelhafte) Strafstösse, welche von Osnabrücker Seite mühelos verwandelt werden (und zu einem fast schon makaberen Stimmungsaufschwung auf den Stehrängen führt). Zu allem Überfluss müssen die „Störche“ aus Kiel fortan mit einem reduzierten Personalbestand auskommen, was sich jedoch positiv auf deren Spielweise auswirken sollte: Unter gütiger Mithilfe einer verunsicherten Heimequipe können die Nordlichter erneut für eine imposante Wende in dieser wegweisenden Begegnung sorgen und sich sogar den Luxus eines verschossenen Elfmeters erlauben. Und meine Reise führt derweil ins niederländische Königreich...

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