Dienstag, 19. August 2008

FC Aarau U21: Brugg (1:0) & Aarau (1:3)

Eine Fast-Blamage zum Saisonstart: Im ersten Meisterschaftsspiel gegen Brugg, den bemitleidenswerten Absteiger aus der 1. Liga (Anmerkung: Die Equipe musste fast ausnahmslos mit Hilfe von Junioren und unterklassigen Akteuren neu zusammengestellt werden!), sollte es schliesslich dennoch für einen Minimalsieg reichen, da Sinanovic nach einer halben Stunde mit einem präzisen Freistoss ins gegnerische Netz traf. Ansonsten stimmte bei Aarau II – nur geringfügig durch die Profisspieler Carlos Alberto und Ivan Pejcic verstärkt – noch nicht viel zusammen, aber zum Glück fehlte es auch den Gastgebern wie erwartet an der nötigen Qualität, um die sich bietenden Torchancen erfolgreich abzuschliessen.



Unter der Woche trafen sich die beiden Aarauer Equipen zum freundschaftlichen Direktvergleich, wobei im Hinblick auf das bevorstehende Kunstrasenspiel im Berner Wankdorfstadion im Aarauer Schachen gespielt wurde. Erstmals mit von der Partie war bei dieser Gelegenheit auch die Neuverpflichtung David Marazzi (St. Gallen), der eine ordentliche Leistung zeigte. Als Torschützen konnten sich jedoch andere Akteure auszeichnen: Das Fanionteam hatte das Spiel grösstenteils im Griff – und traf durch die Angreifer Antic (2x) und Ianu insgesamt dreimal; für den Ehrentreffer der Nachwuchsequipe sorgte wieder einmal Sinanovic, der (eigentlich) der ersten Mannschaft angehört...

Mittwoch, 13. August 2008

FC Singen 04 2 FC Aarau 3

Freundschaftsspiel
Hohentwielstadion, Singen
Attendance: 200 (-)


Die Aarauer Ersatz- und Nachwuchsspieler sollten heute ein wenig Spielpraxis erhalten, so dass kurzfristig eine freundschaftliche Begegnung mit dem deutschen Landesligisten FC Singen 04, nahe Schaffhausen, in dessen Hohentwielstadion arrangiert wurde. Der Ground hatte sich seit dem letzten Besuch vor beinahe exakt vier Jahren (FC Singen 04 – SC Gottmadingen-Bietingen 2:3, am 14. August 2004) nicht verändert: Es war also immer noch die selbe überdachte Sitztribüne mit angrenzendem Hallenbad bestaunen, während auf den übrigen Seiten ein Dutzend überwachsene Stehstufen verlaufen, die auf der Gegengeraden wiederum durch einige Sitzbankreihen unterbrochen werden.



Das Spiel begann standesgemäss mit einer frühen Aarauer Führung durch einen Kopfball von Bengondo. Ansonsten wusste der NLA-Tabellenführer, der heute zwei (unauffällige) Nationalspieler aus Namibia (Jeremiah Baisako, Brian Brendel) und den (ansprechenden) Ex-U21-Internationalen Danijel Milicevic (Ex-Yverdon) testete, nicht zu überzeugen. Die Singener erzielten ihrerseits durch einen herrlichen Distanzschuss den 1:1-Pausenstand. Die Dominanz der Aargauer wurde in der zweiten Hälfte jedoch grösser – und schliesslich sorgte Antic in einem Doppelschlag in den Schlussminuten (84./90.) für die Entscheidung; dazwischen hatten die Hohentwieler zwischenzeitlich (88.) erneut ausgleichen können.

Sonntag, 10. August 2008

FC 07 Bensheim 2 SpVgg 05 Oberrad 0

Verbandsliga Hessen Süd
Weiherhausstadion, Bensheim
Attendance: 220 (-)


Am Sonntag sollte der DFB-Pokal beehrt werden. Darmstadt wurde ausgewählt – und schliesslich zufällig auch noch ein passendes Rahmenprogramm in Bensheim entdeckt, wo entgegen hessischen Ligagepflogenheiten die erste Mannschaft (anstelle des Reserveteams) bereits um 13.15 Uhr gegen das runde Leder trat. Und auch das deutsche Transportsystem wusste mit einem perfekten Fahrplan mitzuspielen, durch den sich beide Partien über die volle Spielzeit doppeln liessen. Versüsst wurde dieser Abstecher durch den ansprechenden Ground, was in hessischen Gefilden äusserst selten vorkommt: Auf einer Längsseite verlaufen neun breite Stehstufen, deren mittlerer Teil überdacht ist. Heute gastierte die SpVgg Oberrad im Weiherhausstadion – und die Gäste waren es auch, die die Anfangsphase bestimmten.



Aber mit fortlaufender Spieldauer fanden die Einheimischen immer besser ins Spiel, sodass der Führungstreffer in der Mitte der ersten Halbzeit per Kopf durchaus verdient war. Zwar antworteten die Gäste aus dem Frankfurter Süden mit wütenden Angriffen, doch auch den zweiten Treffer markierte – sieben Minuten später – wiederum Bensheim. Das Spiel blieb auch nach der Pause unterhaltsam mit vielen Strafraumszenen, die von beiden Equipen gleichermassen nicht genutzt wurden, wobei Oberrad auch bei einem Aluminiumtreffer (wiederum der Kopf) Pech bekundete. Karriereplanung des Tages: Der Bensheim-Trainer hätte durch sein Verhalten (inkl. osteuropäische Fluchtiraden) bestimmt auch als kommunistischer Armeegeneral oder Campleiter für schwererziehbare Jugendliche eine gute Figur abgegeben...

SV Darmstadt 98 0 SV Wehen-Wiesbaden 2

DFB-Pokal (1. Runde)
Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt
Attendance: 5500 (500)


Auf die Minute pünktlich wurde schliesslich das altehrwürdige Stadion am Böllenfalltor betreten, nachdem man zuvor eine Viertelstunde vor den Kassenhäuschen verbracht und auch eine kurze Auseinandersetzung mit einem Sicherheitstypen geschickt überwunden hatte. Der Ground stellt einen ausgezeichneten Kontrast zu den seelenlosen Arenen der Neuzeit dar: Auf der überdachten Haupttribüne verlaufen ungefähr zwanzig Reihen mit Sitzschalen (in der Mitte) bzw. Bankreihen (in den äusseren Sektoren). In den beiden weitläufigen Kurven sind etwa zwanzig Stehstufen zu finden, deren Anzahl sich auf der imposanten Gegentribüne (versehen mit vielen Wellenbrechern) mehr als verdoppelt.



Die heimischen Supporter, auf der rechten Seite der Haupttribüne platziert, zeigten als Intro eine überdimensionale Dollarnote (sowie viele kleine Kopien) mit dem Clubemblem des heutigen Gegners und ein grosses Spruchband ("Against Modern Football Business") in Anspielung auf den erkauften Erfolg der Wiesbadener (oder Wehener?). Dieser Kreativität vermochten die Erfolgsfans im Gästeblock, abgesehen von einigen Fahnen, natürlich nichts entgegenzusetzen. Und auch akustisch waren die Lilien während der Begegnung deutlich überlegen, zumal die Gestalten aus Wiesbaden ihre Supportbemühungen nach einigen Minuten sowieso grösstenteils einstellten. Dabei durfte natürlich auch das vermeintliche Darmstädter Lieblingslied nicht fehlen: "Eure Mütter ziehn LKWs, die ganze Nacht, auf DSF, von Zwölf bis Acht!"



Das Hessenderby in der ersten Pokalrunde begann ausgeglichen: Zwar waren die Gäste aus der Landeshauptstadt spielerisch leicht überlegen, doch der Darmstädter Traditionsverein hielt mit einer äusserst kämpferischen Leistung vehement dagegen, so dass es anfangs nur selten gefährlich wurde. Beeindruckt von der heimischen Abwehrleistung unterliefen den Gästen sogar einige Abspielfehler, was die 98er einem Torerfolg näher brachte. Dies war auch der guten Stimmung im Darmstadt-Block förderlich, wo man trotz verhältmässig geringer Anzahl Aktiver einen lautstarken Support inszenierte; gelegentlich stimmte sogar der (A-)Block am anderen Ende der Tribüne in die Gesänge mit ein.



Auch der zweite Durchgang förderte vorerst keinen (Zwei-)Klassenunterschied zu Tage: Kurz vor Ablauf einer Stunde standen die Einheimischen dem Führungstreffer kurzzeitig sogar näher, doch schliesslich war es Wehen-Wiesbaden, die dank einem unhaltbaren Distanzschuss von Orahovac in Führung gingen – ein Jubel der mitgereisten Fans war jedoch nur ansatzweise zu vernehmen. Der zweite Treffer der Gäste - fünf Minuten vor dem Ende – entschied schliesslich eine ausgeglichene Begegnung, auch weil es den Darmstädtern heute an geballter Offensivkraft fehlte. Das Schlusswort gebührt, an den Kontrahenten gerichtet, wiederum der Fanszene der Lilien: "In Wiesbaden kennt euch keine Sau...!"

Samstag, 9. August 2008

FC Lachen/Altendorf II 2 FC Linth 04 II 3

Freundschaftsspiel
Sportplatz Seefeld, Lachen
Attendance: 30 (-)


Auf der Rückreise aus Österreich stellte sich mir obiges Testspiel in den direkten Weg, das eigentlich nur angesteuert wurde, weil man auf diese Weise elegant einen Non-League-Ground (mit jeweils drei Stehstufen auf beiden Längsseiten) kreuzen konnte. Die Begegnung überraschte aufgrund ihrer Einseitigkeit mit einem ansprechenden Unterhaltungswert – der erste Treffer fiel bereits in der dritten Minute, als ein Flachschuss im heimischen Kasten einschlug. Bis zum nächsten Torjubel des gastierenden Fusionsclubs, zusammengesetzt aus den Glarner Vereinen Näfels und Niederurnen, dauerte es jedoch geschlagene 40 Minuten, da die sich bietenden Torchancen reihenweise vergeben wurden, während die harmlosen Gastgeber vom Tempo sichtlich überfordert waren.



Zu Beginn der zweiten Halbzeit schienen sich die Stärkeverhältnis nicht verändert zu haben, aber als Lachen/Altendorf aus dem Nichts zum Anschlusstreffer kam, wendete sich das Blatt. Einen entscheidenden Anteil daran hatte sicherlich die Einwechslung von mehreren A-Junioren, während unter anderem die übergewichtige Sturmspitze endlich unter die Dusche geschickt wurde – wenig später stand es prompt 2:2, auch weil die Abwehrreihe von Linth 04 nun nachlässig agierte, was der eigene Captain (und Spielertrainer) zu ständigen Beschimpfungen gegen die eigenen Mitspieler nutzte. Aber selbiger Akteur sorgte eine Viertelstunde von dem Ende mit einem kompromisslosen Freistoss in den Winkel der Torhüterecke auch für den entscheidenden Siegtreffer zugunsten der Gäste.

FC Aarau 1 FC Luzern 0

Axpo Super League
Stadion Brügglifeld, Aarau
Attendance: 8900 (1000)


Die Ausgangslage vor einem Derby zwischen Rüebliländern und Chatzestreckern war noch selten so klar: Als ungeschlagener Tabellenführer traf Aarau am fünften Spieltag auf die sieglosen Luzerner, denen aktuell die rote Laterne gehört(e). Auch auf den gut besetzten Rängen zeigte sich (zumindest optisch) die heimische Dominanz: Die Szene Aarau zeigte eine vielseitige Choreographie, in deren Mitte beidseitig eingefärbte Blätter verteilt wurden, während aussen längliche Luftballons – ebenfalls in den Clubfarben – sowie zwei Blockfahnen mit der zusammengesetzten Aufschrift "Szene Aarau" zu sehen waren. Dazu wurde ein passendes Spruchband ("Schwarz-wiis-roti Euphorie") präsentiert. Die Luzerner hatten hingegen nur wenige Doppelhalter und Schwenkahnen zu bieten; auffälliger war hingegen die "kritische" Beflagung des Zauns, wo unter anderem "Ein Stich ins Herz – doch wir kämpfen" zu lesen war.


Quelle des Bildes: www.arowa.ch

Auf dem grünen Rasen waren die Innerschweizer anfangs, auch begünstigt durch Aarauer Nachlässigkeiten, allerdings klar überlegen – nach Ablauf einer Viertelstunde hatten sich die aufsässigen Gäste nebst diversen Abschlussmöglichen auch schon einen Lattenschuss zuschreiben lassen. Als sich Luzern jedoch entschieden hatte, seine spielerischen Qualitäten ruhen zu lassen (und stattdessen mit üblen Fouls auf sich aufmerksam zu machen), fand auch der Tabellenführer besser ins Spiel – und ging durch einen Kopfball von Topscorer Ianu mit 1:0 in Front. Die restliche Spielzeit bestand aus einer soliden Abwehrarbeit der Gastgeber, der die Zentralschweizer nichts entgegenzusetzen hatten und folglich mit Ausnahme einer roten Karte nichts mehr zustande brachten. Nachtrag: Aarau hat Luzern besiegt, aber auch befreit – von Sforza!

Freitag, 8. August 2008

Linzer ASK 2 SV Josko Fenster Ried 1

tipp3-Bundesliga
Stadion "auf der Gugl", Linz
Attendance: 8500 (700)


Etwas mehr als ein halbes Jahr war seit dem letzten "erstklassigen" Ausflug (Bielefeld gegen Wolfsburg) vergangen, so dass die Lust auf das oberösterreichische Derby zwischen dem Linzer Traditionsverein, der sich selbst im Sinne eines Pleonasmus als L(inzer) ASK Linz bezeichnet, und der SV Ried, von der man sich fanmässig schlichtweg nichts erwartete, stetig stieg. Umso erfreuter wurde vor Ort der sich laufend füllende Gästeblock zur Kenntnis genommen. Als Intro präsentierten die Innviertler schliesslich eine stattliche Anzahl an Doppelhaltern und Fahnen, umrahmt von einer gewissen Menge Rauch.



Die Linzer zeigten ihrerseits eine Blätterchoreo zu Ehren des 100-jährigen Vereinsjubiläums, das kürzlich mit einem Galaspiel gegen Real Madrid gebührend gefeiert wurde, wobei die weissen, schwarzen und roten Zettel (Anmerkung: Letztere sollten die Zahl 100 darstellen, was leider kaum zu erkennen ist) von vielen Doppelhaltern in den Clubfarben flankiert wurden. Ausserdem zeigte die Linzer Kurve mit "Niefi – du wirst ewig in Erinnerung bleiben" (zu Ehren eines verstorbenen Kollegen), "100 Jahre Tradition vs. 96 Jahre Depression – in OÖ nur wir" (an den heutigen Gegner gerichtet) und "Junge Römer - das ist wahr. Linz wurde wieder Lentia" im Laufe des Abends gleich drei schlicht dargestellte Transparente.



Die beiden Equipen brauchten hingegen eine gewisse, ereignisarme Anlaufzeit: Erst der (sintflutartig) einsetzende Regen nach einer Viertelstunde vermochte die Linzer zu beflügeln, was selbige zu einige Torchancen nutzten. Als sich die Regenschauer wieder zurückzogen, war auch die Dominanz der Athletiker vorüber. Das torlose Unentschieden blieb jedoch bis zur Halbzeitpause bestehen, da auch die Rieder wenig Glück im Abschluss besassen. Die Stimmung auf den Rängen wusste dennoch zu überzeugen: Beide Fanblöcke vermochten ihre Akteure (fast) durchgängig akustisch zu unterstützen, wobei die Gastgeber aufgrund der zahlenmässigen Überlegenheit auch als lauter zu vernehmen waren.



Ein offenes Spiel boten beide Teams auch zu Beginn der zweiten Hälfte einer (vorerst) höhepunktarmen Partie der österreichischen Bundesliga, deren Sponsorennamen seines Gleichen sucht. Aus dem Nichts, gespielt waren 65 Minuten, sorgte schliesslich ein unumstrittener Foulelfmeter zugunsten der Linzer für die Lancierung der Begegnung, liess sich Mayrleb diese Chance doch nicht entgehen. Im städtischen Leichtathletikstadion, das auf drei Seiten aus einer durchgehenden (und überdachten) Sitzplatztribüne besteht, brandete verständlicherweise allgemeiner Jubel auf, während aus dem Gästeblock zur gleichen Zeit eine Leuchtfackel nur knapp an den sich aufwärmenden Ersatzspielern vorbei geworfen wurden.



Die Antwort der Innviertler folgte in Form von erhöhten Offensivbemühungen, die sich zehn Minuten vor dem Ende endlich auszahlten – auch weil die Gastgeber mehrere vielversprechende Konterangriffe nicht erfolgreich abschliessen konnten: Eine ungenügende Kopfballabwehr eines heimischen Verteidigers hämmerte der Liechtensteiner Stocklasa gnadenlos mittels Direktabnahme ins gegnerische Gehäuse. Dadurch drehte auch die Atmosphäre merklich – temporär waren nur noch die positiv überraschenden Gästefans zu hören, nachdem zuvor von den LASK-Supporter auf der Gegentribüne noch (regelmässig) melodiöse Gesänge à la "Wir sind eure Hauptstadt, ihr Bauern" zu vernehmen waren.



Als würde das Spiel nach einem perfekten Drehbuch verlaufen, erhöhte sich die Dramatik in den Schlussminuten weiter: In der 90. Minute starteten die Linzer einen allerletzten Angriff, als sie sich auf engstem Raum durch den gegnerischen Strafraum kombinierten, bis plötzlich Mayrleb wieder alleine vor dem Rieder Schlussmann stand – und eiskalt zum 2:1-Siegtreffer einnetzte. Die Stimmung erreichte nun gemessen am Dezibelgrad ihren Höhepunkt: Der Linzer ASK hatte das erste Lokalderby der Saison zu seinen Gunsten entschieden und übernahm damit – zumindest für 24 Stunden – die Führung in der Tabelle. Da störte es auch kaum, dass sich nach Schlusspfiff der Monsunregen zurückmeldete...

Mittwoch, 6. August 2008

Tabellenführerjungs: Bellinzona (1:1) & Xamax (0:0)

Der Spielplaner bescherte den Aarauern in der Herbstrunde zwei Auswärtsspiele unter der Woche – und zwar ausgerechnet bei den beiden weit entfernten Aufsteigern aus Vaduz und Bellinzona, wobei es nur schwerlich zu verstehen ist, warum das heutige Spiel – eigentlich auf übernächstes Wochenende fixiert – überhaupt vorgezogen wurde. Die Stimmung an diesem Gewitterabend war insgesamt eher durchzogen: Zwar entstand auch im Tessin eine kleine Fangruppe mit Doppelhaltern und Spruchbändern (u.a. "Cristian Ianu – Uno di Noi"), doch akustische Signale gingen von ihnen ebenso selten aus, wie von den angereisten Gästefans aus dem Aargau. Das Duell zwischen dem Letzten und dem Ersten befand sich auf einem bescheidenen Niveau: Die frühe Führung von Lustrinelli vermochte Mutsch noch vor der Pause zu egalisieren, so dass die Aarauer auch in Belinzona ihre Ungeschlagenheit wahren konnten.


Bildlegende: Aarauer Intro auf der neuen Maladière in Neuchâtel

Punktemaximum. Tabellenführung. Einfach unglaublich, was sich momentan in Aarau abspielt. Ebenso überraschend ist die Tatsache, dass der heutige Gastgeber aus Neuenburg mit Platz Drei ebenfalls einen positiven Saisonstart hingelegt hat. Auf die Zuschauerzahl hatten die gezeigten Leistungen jedoch nur im Gästesektor Einfluss, wo sich dicht gedrängt eine vierstellige Anzahl von Aarauern einfand, die ein prächtiges Doppelhalter- und Fahnenintro zeigten, während die kleine Gruppe an Xamax-Supportern zwar auch stimmlich sehr bemüht war, aber ziemlich verloren wirkte in der modernen Heimstätte. Auch beide Equipen spielten eher zurückhaltend, agierten aus einer gesicherten Defensive heraus und trennten sich schliesslich nach wenigen Highlights leistungsgerecht mit 0:0, wodurch Aarau zwar erstmals (zwei) Punkte abgeben musste, aber dank der Niederlage von Basel nun sogar alleiniger Tabellenführer ist.

Sonntag, 3. August 2008

FC Aesch 12 US Bottecchia BS 13 (on penalties)

Basler Cup (2. Runde)
Sportplatz Löhrenacker, Aesch
Attendance: 60 (-)


Wenig Aufwand, viel Ertrag: Zu drei Duellen im Basler Cup am selben Tag liess sich nicht "nein" sagen. In Aesch waren es die Einheimischen, deren (vorderhand) hochprozentige Chancenauswertung zu zwei Toren nach zwanzig Minuten führte – doch wusste Bottecchia, wie Aesch momentan in der 3. Liga aktiv, innert fünf Minuten wieder zu egalisieren. Insgesamt waren die Baselbieter in der Folge zweifellos überlegen, doch wollten ihnen weitere Treffer nicht gelangen, was mehrheitlich am eigenen Unvermögen lag – aber auch an der Glücksgöttin Fortuna (in der Mitte der zweiten Hälfte traf Aesch nur den linken Torpfosten); zudem wurde den Gastgebern in der Verlängerung ein Tor zurecht aberkannt, was beim irregulär angegangenen Torhüter jedoch eine längere Verletzungspause nach sich zog. Es war trotz fairer Begegnung eine von insgesamt einem Dutzend (!) verletzungsbedingter Unterbrechungen...



Und so kam es also folgerichtig zu einem (legendären) Elfmeterschiessen: Im Gegensatz zur regulären Spielzeit agierten die Akteure plötzlich äusserst zielsicher, waren doch die fünf nominierten Schützen beider Equipen mühelos erfolgreich. Der sechste Spieler verschoss schliesslich – allerdings wiederum bei beiden Vereinen. Bei den Elfmetern Nummer 13 bis 21 besassen die Torhüter erneut das Nachsehen, doch vor dem "letzten" (elften) Bottecchia-Schützen, der dem ersten Schützen verdächtig ähnlich sah, brachen grossflächige Diskussion aus. Die Italo-Kicker wollten ihren elften Spieler aufgrund einer Verletzung nicht antreten lassen, was der Schiedsrichter (nach Rücksprache mit einem anwesenden Inspizienten!) akzeptierte. Die Zwangspause – insgesamt dauerte der Elfmeterkrimi beinahe 30 Minuten – irritierte jedoch nur die Gastgeber, vermochte der Bottecchia-Torhüter doch den zwölften Strafstoss zu parieren.

FC Zwingen 4 AS Timau Basel 5 (on penalties)

Basler Cup (2. Runde)
Sportplatz Eichhölzli, Zwingen
Attendance: 40 (-)


Die grosszügige Zeitreserve hatte sich inzwischen vollends aufgelöst, so dass die Laufgeschwindigkeit temporär auf Maximaltempo erhöht werden musste, um schliesslich doch noch pünktlich in Zwingen einzutreffen. Oder? Ich traute meinen Augen nicht, als sich die Spieler auf dem ausbaulosen Sportplatz zur angesetzten Anspielzeit immer noch gemütlich aufwärmten. Des Rätsels Lösung: Der Unparteiische war nicht erschienen, und das Aufbietens eines Ersatzschiris dauert halt seine Zeit. Das letzte Spiel des Tages konnte folglich in Gedanken bereits ad acta gelegt werden, dabei sollte sich im Laufe des sonnigen Nachmittags herausstellen, dass es aufgrund der umkämpften Begegnung in Zwingen (wiederum inkl. Verlängerung und Elfmeterschiessen) selbst bei pünktlichem Spielbeginn nicht rechtzeitig nach Biel-Benken (bzw. zu deren 0:3-Niederlage gegen Münchenstein) gereicht hätte.



Das Warten auf den kurzfristig aufgebotenen Herrn im Schwarz sollte sich gelohnt haben, amüsierte sich doch rasch das gesamte Publikum über die äusserst direkte und von sich selbst überzeugte Kommunikationsweise des Spielleiters. Erfreulich war auch die gezeigte Leistung des frischgebackenen Drittligisten aus Zwingen, die dem Beinahe-Aufsteiger in die 2. Liga (55 Punkten aus 20 Spielen waren nicht ausreichend...!) ordentlich Paroli boten, aber insgesamt zu viele Chancen vergaben. Dies sollte sich in der 112. Minute rächen, als der Linksaussen von Timau Basel aus 25 Metern trocken zum 0:1 traf. Dies wäre die Entscheidung gewesen, hätte der Schiedsrichter in der Nachspielzeit der Verlängerung nicht einen Strafstoss für die Einheimischen gepfiffen, den diese prompt verwerteten. Im Elfmeterschiessen waren die Gastgeber jedoch wenig zielsicher – der Keeper der Italo-Gäste krallte sich zwei Elfmeter von Zwingen, so dass die Stadtbasler schlussendlich mit einem blauen Auge davon kamen.