Sonntag, 20. September 2009

TSV Alemannia Aachen 2 TSV 1860 München 0

2. Bundesliga
Stadion Tivoli (neu), Aachen
Attendance: 24830 (700)


Ein neues Nahreiseziel - alles unter acht Stunden pro Weg - galt es an diesem sonnigen Sonntag zu erforschen. Nach einer freundlichen Begrüssung an der Abholkasse ("Viele Schweizer heute hier...") konnte das neue Prunkstück der Alemannia, unweit des alten Tivolis gelegen, betreten werden. Der einstöckige Neubau ist in den gelb-schwarzen Clubfarben gehalten, wobei die schwarzen Sitzschalen auf der Haupt- und Gegentribüne zu finden sind, wo sie den Schriftzug "Tivoli" bilden. Als Bestandteil des modernen Sportparks Soers, zu Fuss in 35 Minuten vom Bahnhof zu erreichen, entstand der attraktive und kompakte Ground im Nordosten der Stadt in einer Bauzeit von einem Jahr zum Preis von ungefähr 50 Millionen Euro.



In Sachen Stimmung war heute eine dauernde Achterbahnfahrt mitzuerleben: Der heimische Anhang begann noch vor Spielbeginn mit lautstarken Gesängen bzw. Schalparaden und als die beiden Equipen aufliefen, waren in beiden Fansektoren ansehnliche Doppelhalter- und Fahnenintros auszumachen. Allerdings war der Aachener Support in der Folge alles anders als geschlossen, was die "Löwen" mehrmals geschickt nutzten, um sich bemerkbar zu machen. Auch als Aachen in Führung lag, waren teilweise grössere Spaltungen in der heimischen Fanszene zwischen Ultras (im unteren Teil der Tribüne platziert) und Normalos (weiter oben) auszumachen, wodurch gemeinsame Gesänge oftmals verhindert wurden. Und auch von den Gästen war im zweiten Umgang schlichtweg nichts mehr zu hören, was der Stimmung nicht zuträglich war.



Der heimische Anhang präsentierte ausserdem vor und während der Begegnung noch drei Spruchbänder zur sportlichen Lage ("Ihr könnt verlieren, kein Problem! Aber wir wollen euch kämpfen sehen!"), zur unerwünschten Moderation eines Lokalradios vor dem eigenen Fanblock ("100,5 – immer noch nicht verstanden ihr Pfeifen!") und als Solidaritätsbeitrag an den Lokalrivalen aus München ("Repressionen kennen keine Grenzen – Schickeria gebt nicht auf zu kämpfen"). Auf dem Rasen dominierte Aachen von Beginn weg, was Auer kurz vor der Pause durch einen Direktschuss zum 1:0 nutzte. Die harmlosen Süddeutschen wurden erst in der Schlussphase durch Standardsituationen gefährlich (u.a. ein Pfostenschuss), doch schliesslich sorgte wiederum Auer nach einem Last-Minute-Konter für die endgültige Entscheidung.

1 Kommentar:

Alex hat gesagt…

Soweit ich dass nach einem Besuch im neuen Stadion beurteilen kann ein sehr passender Bericht. Die bisher im alten Tivoli sehr verteilten Stehplatzideologien wurden nun auf eine Tribüne gepackt. Inwieweit sich diese noch arrangieren können bzw. ob eine angepasste Preispolitik des Vereins auch einige gemäßigte Stehplätzler auf die zahlrich verfügbaren Sitzplätze locken kann, wird sich zeigen.
Alles in allem (demnach auch auf andere Berichte bezogen): Weiter so - deine Berichte wissen aus der richtigen Perspektive Urteile zu fällen!!