Montag, 23. Januar 2006

Groundspotting: Nice

Die Stadionlandschaft in Nizza ist äusserst dünn besiedelt: Neben dem Stade Municipal du Ray, wo neben der ersten Mannschaft neuerdings auch die zweite Equipe von OGC Nice ihre Ernstkämpfe austrägt, vermag nur noch das unüberdachte Leichtathletikstadion "Parc des Sports Charles Ehrmann" (siehe unten) zu überzeugen - Heimteam unbekannt.



Kürzlich musste die Gegengerade jedoch der neuen Eventhalle "Palais Nikaia" weichen. Ebenfalls in der Nähe des Flughafens konnte das "Stade Alfred Mearelli" (siehe unten) gesichtet werden, welches immerhin mit einigen überdachten Sitzreihen aufwarten kann.



Das "Stade de l'Est" (auch "Stade St Roch" genannt) und das "Stade de Vauban", beide im offiziellen Stadtplan vermerkt, existieren hingegen nicht (oder im Falle des Letztgenannten nur als Leichtathletikanlage ohne Grünfläche).

Sonntag, 22. Januar 2006

US Sanremese 0 AC Cuneo 1905 0

Stadio Comunale, Sanremo
Serie C2/A
Attendance: 900 (40)


Hurra, der Frühling ist da. Bei wolkenlosem Himmel wird der heutige Ausflug nach San Remo (bekannt als Zielort eines Radsport-Klassikers) in Angriff genommen, weil an der Côte d’Azur keine würdigen Alternativen auszumachen sind. Auf dem zwanzigminütigen Marsch zum städtischen Stadion des italienischen Küstenortes nahe der französischen Grenze kann ein Vielzahl von Carabinieri gesichtet werden: Hier wird zweifellos das „grosse“ nordwestitalienische C2-Derby steigen!



Von der überdachten Haupttribüne (mit sechs Betonstufen und einigen wenigen Sitzschalen für die zahlungskräftige Kundschaft) besteht ein herrlicher Ausblick auf die umliegende Hügellandschaft und – viel wichtiger – auf die beiden Fangruppen, die sich auf den gegenüberliegenden Stehplätzen, welche in den blau-weissen Clubfarben bemalt sind, einfinden.



Von Beginn weg duellieren sich die Anhänger der beiden Vereine mit lautstarken Gesängen, wobei die Cuneo-Supporter trotz zahlenmässiger Unterlegenheit beherzt mithalten können. Auf dem Rasen durchlebt vor allem der Schlussmann der Gäste einen intensiven Arbeitstag, doch scheinen die heimischen Akteure mit fortlaufender Spieldauer deprimiert zurückzuweichen. Inzwischen tauschen die verhassten Gruppierungen auf den sonnigen Rängen erste verbale Nettigkeiten miteinander aus.



Auch die zweite Hälfte bringt keine Besserung: Sinnloses Ballwegschlagen und zufällige Spielzüge beherrschen die Szenerie - und auch die tollen Fangesänge verschwinden mehrmals minutenlang aus dem Gehörgang des Betrachters. Schlussendlich trennen sich die beiden Equipen „typisch italienisch“ 0:0 und im näheren Umfeld des Stadions bleibt es aufgrund der übertriebenen Polizeipräsenz verständlicherweise ruhig. Immerhin mussten dafür (als Opfer) grosse Teile des örtlichen Stadtverkehrs lahm gelegt müssen…

Samstag, 21. Januar 2006

OGC Nice 1 Paris St-Germain 0

Ligue 1 Orange
Stade du Ray, Nice
Attendance: 11941 (500)


Die französische Küstenstadt Nizza gehört zu den auserwählten Destinationen des aufstrebenden Easyjet-Stützpunktes in Basel; dementsprechend mühelos gelingt auch die ersehnte Flucht über das französische Alpenmassiv hinweg in wärmere Regionen. Im Stadtzentrum, welches u.a. mit den Bussen Nr. 98 und 99 zu einem Preis von vier Euro zu erreichen ist, folgt bei frühlingshaften Temperaturen ein beschwerlicher Fussmarsch zum Stadion. Unterwegs ziehen mehrmals Busse voller dunkel gekleideten Gästefans, begleitet von lärmenden Polizeieskorten, vorbei.



Die Ränge im Stade du Ray füllen sich nur überraschend langsam – ausverkauft sind schlussendlich nur die günstigen Stehplatzbereiche, wo inzwischen mehrere Choreographien vorbereitet werden (und auch bereits erste Schmähgesänge angestimmt werden). Beim Einmarsch der Protagonisten präsentiert die „Armada Rumpelata“ unzählige Doppelhalter in allen Farben sowie einige weisse und rote Rauchfetzen. Auf der gegenüberliegenden Seite wird mit einer Fähnchenchoreo sowie dem Spruchband „Au Revoir Madame Barale Et Merci“ von einer treuen Seele des Vereins Abschied genommen.



Die Blätterchoreo auf der Gegentribüne kann aufgrund Zuschauermangels nicht die gewünschte Wirkung erzielen; für allgemeine Empörung sorgen die „Freunde“ im Gästeblock, die einige Leuchtraketen in die Zuschauermassen auf der angrenzenden Hintertorseite schiessen. Die Partie der höchsten französischen Spielklasse bewegt sich derweil auf einem bedenklichem Niveau: Die Fachleute können anfänglich allerhöchstens „leichte Vorteile“ für die einheimischen Kicker erkennen – mit einem unerwarteten Kopfball an den linken Torpfosten geben auch die Hauptstädter kurz vor dem Wechsel ein deutliches Lebenszeichen.



Zwischenfrage: Was ist die beste französische „Erfindung“? Antwort: Die Zweikurvengesellschaft! Insbesondere die „küstennahe“ Kurve der Brigade Sud Nice 1985 überzeugt durchgehend mit einer tollen Lautstärke, so dass die PSG-Fans ausschliesslich in den heimischen Supportpausen zu vernehmen sind. Auf allen (!) Tribünen werden zudem in unregelmässigen Abständen, und ohne erkennbare Bindung zueiander, einzelne rote Leuchtfackeln gezündet.



Auf dem Spielfeld ist bereits die 88. Minute angebrochen, als die enttäuschenden Gastgeber zu einem seltenen Eckball kommen - von links fliegt das runde Leder in den Strafrum: Plötzlich durchbricht ein greller Pfiff die nächtliche Stille, was die Verteidiger zum Stillstand bringt und Traore freistehend einköpfen lässt. Tor? Tor!! Das Stadion verfällt in einen kollektiven Freudentaumel – sogar auf der Ehrentribüne hält es niemanden mehr auf seinem Sitzpolster. Nice célébre ses héroes...

Freitag, 20. Januar 2006

FC Wohlen 1 FC Aarau 1

Freundschaftsspiel
Stadion Niedermatten (NP), Wohlen
Attendance: 150


Der hochwertige Kunstrasenplatz des modernen Sportzentrums Niedermatten in Wohlen dient am Freitagabend als Austragungsort für ein innerkantonales Duell zwischen den beiden besten Aargauer Vereinen. Die Gastgeber sehen sich nach einem engagierten Beginn schnell in die Defensive gedrängt, doch die aufsässigen Aarauer können ihre markante Abschlussschwäche nicht verbergen.



Dennoch gehen die Kantonshauptstädter in dieser animierten Begegnung kurz nach dem Wechsel durch einen Carreño-Kopfball in Führung - der Ex-Aarauer Schultz erzielt gegen Ende der Partie mit einem herrlichen Weitschuss den verdienten Ausgleichstreffer. Vermisst wurde, neben Stimmung und Stadionausbau, auch der hoffnungsvolle Akteur Albert Baning aus Kamerun - es ist mal zu hoffen, dass beim kampfstarken Mittelfeldspieler nicht schon die Ausländerbehörde zugeschlagen hat.

Mittwoch, 18. Januar 2006

Concordia Basel 0 FC Aarau 3

Freundschaftsspiel
St. Jakob Sportanlagen (KR), Basel
Attendance: 20


Alle Jahre wieder: Die beiden Vereine scheinen sich zu mögen - und als Austragungsort für dieses Testspiel wurde fast schon traditionellerweise der unspektakuläre Kunstrasenplatz auf dem Basler St. Jakob Areal gewählt. Knapp zwei Dutzend "Freiwillige" (und einige dubiose Gestalten) trotzen den andauernden Regenfällen und bekommen einen überlegenen Gast aus Aarau zu sehen, der nach einer halben Stunde durch Topscorer Giallanza verdient in Führung geht.



Nach zahlreichen Auswechslungen verflacht die Partie zu Beginn des zweiten Durchgangs - in einer Aarauer Schlussoffensive (getragen durch die eingewechselten Fejzulahi und Simo) erhöht der Super League-Verein unter gütiger Mithilfe des Gegners auf 3:0. Neben dem synthetischen Spielfeld lebt insbesondere mein Mitfahrer mit dem FC Sion-Stirnbind die einzelnen Spielzüge aussergewöhnlich leidenschaftlich mit... ;-)

Samstag, 7. Januar 2006

FC St-Louis Neuweg 1 Sports Réunis Colmar 2

Stade de la Frontière, St-Louis
Coupe de la France (1/32 finals)
Attendance: 2500


Bahnhof Basel SBB. Tramlinie 11 bis zur Endstation "St. Louis Grenze". Und in wenigen Schritten, an arbeitsscheuen Grenzbeamten vorbei, auf französisches Terriorium gelangt. Einfacher lässt sich ein 1/32-Finale im Coupe de la France kaum erreichen - und auch die Einheimischen sind aufgrund des seltenen Ereignisses bereits zeitig auf den Beinen, um einem elsässischen Duell zwischen dem FC Saint-Louis Neuweg 1929 (Division d'Honneur, 6. Liga) und Sports Réunis Colmar (CFA2, 5. Liga) beizuwohnen. Unter den zahlreichen Anwesenden dürfen mit Stecki und Oldtown-Mark auch zwei alte Bekannte begrüsst werden, die mitansehen können, wie der unterklassige Gastgeber schon nach wenigen Minuten im Anschluss an einen Eckball in Führung geht. Die Spieler von SR Colmar, im Jahre 1949 sogar eine Saison in der höchsten Spielklasse vertreten, reagieren gelassen, kommen zu einem schnellen Ausgleich und nach vielen verpassten Chancen zum verdienten 2:1-Siegestreffer nach eine Stunde Spielzeit, worauf die Lokalmatadoren nichts mehr entgegenzusetzen haben.



Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt entwickelt sich eine spezielle Atmosphäre - kindliche Gesänge der mitgereisten Colmar-Junioren, grelle Töne der örtlichen "Guggenmusik" und gehässige Pöbeleien der Haupttribüne hallen abwechslungsweise durch das Stade de la Frontière, welches immerhin eine überdachte Tribüne mit mehreren Holzbankreihen vorzeigen kann und (laut unbestätigten Gerüchten) in naher Zukunft modernisiert werden soll. Allfällige Heimspiele des Fusionsvereins (im Jahre 1990 aus dem FC Saint-Louis und dem FC Neuweg 1929 entstanden) sollen in den Nachbarort Huningue verlegt werden. Um 18.51 Uhr findet also nicht nur das Pokalabenteuer der örtlichen Grenzkicker, sondern auch das altehrwürdige Stadion in Saint-Louis in seiner bisherigen Form ein denkwürdiges Ende.

Freitag, 6. Januar 2006

Seid gegrüsst, meine treuen Leser!

Aufgrund einer technischen Panne ungeahnten Ausmasses bei meinem geliebten Provider Hostpoint kann die neue Version von groundhopping.ch leider erst (mit mehrtägiger Verspätung) zum Tag der drei Könige online gehen.

Wie sich unschwer erkennen lässt, hat sich die aktuelle Modeerscheinung namens "Blog" inzwischen auch bis in eidgenössische Gefilde durchgesprochen, wodurch meine Gedanken ab sofort in Tagebuch-Form übermittelt werden. Auf vielfachen Wunsch wird dabei das eigentliche Spielgeschehen bei meinen Schilderungen in der Hintergrund treten - vielmehr soll über äussere Einflüsse (auch als "Drumherum" bekannt) berichtet werden.

Auch ausführliche Statements zu meinen zukünftigen Planungen sowie Informationen über (kürzlich) erschienene Spielpläne und geplante Neubauten dürften gelegentlich den Weg auf meine Homepage finden. Übrigens: Die fremdsprachigen Einflüsse sind weder aufgrund meiner (nicht vorhandenen) Bewunderung der englische Königsfamilie noch auf Druck der amerikanischen Regierung entstanden, sondern stellen lediglich eine missratene Spielerei eines kreativen Webmasters dar.

Ich schliesse mit der allgemeinen Bitte, nicht alles Gelesene sonderlich ernst zu nehmen und alle, die verzweifelt auf der Suche nach dem erlösenden Link zum Forum sind: Hier werden sie geholfen!